Überschwemmungen, Dürren und Hitze: Im Wasserkreislauf nehmen Extreme zu – neuer Bericht rät zu besserer Vorbereitung

Wasserbedingte Katastrophen nehmen zu, so das Fazit des Global Water Monitor der TU Wien. Für das Jahr 2025 ordnet der Bericht die globale Landtemperatur als dritthöchste seit Beginn der Messungen ein.

Der langfristige Erwärmungstrend bringt die globalen Wasserkreisläufe durcheinander. Das geht aus dem neuen Global Water Monitor hervor. Bild: wal_172619/Pixabay
Der langfristige Erwärmungstrend bringt die globalen Wasserkreisläufe durcheinander. Das geht aus dem neuen Global Water Monitor hervor. Bild: wal_172619/Pixabay

Der globale Wasserkreislauf gerät zunehmend aus dem Gleichgewicht. Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen treten häufiger auf, oft in schneller Abfolge und mit wachsender Intensität. Der aktuelle Global Water Monitor zeigt, wie stark Gesellschaften, Ökosysteme und Volkswirtschaften bereits heute betroffen sind.

„Veränderungen im Wasserkreislauf bestimmen zunehmend, wann und wo Katastrophen auftreten. Im Jahr 2025 trafen Überschwemmungen, Dürren und hitzebedingte Gefahren oft innerhalb kurzer Zeiträume dieselben Regionen und verstärkten ihre Auswirkungen gegenseitig.“

– Prof. Albert van Dijk, Australian National University

Der Bericht macht deutlich, dass sich die Wege des Wassers verändern. Zwar geht die globale Niederschlagsmenge insgesamt zurück, gleichzeitig nehmen Starkregenereignisse zu. Rekordwerte bei Monatsniederschlägen häufen sich, was die Gefahr plötzlicher Überschwemmungen erhöht und bestehende Infrastrukturen überfordert.

Globale wasserbedingte Katastrophen im Jahr 2025, abgebildet sind die größten Katastrophen nach Ort, Zeitpunkt und Art der Katastrophe. Bild: Australian National University
Globale wasserbedingte Katastrophen im Jahr 2025, abgebildet sind die größten Katastrophen nach Ort, Zeitpunkt und Art der Katastrophe. Bild: Australian National University

Der jährliche Bericht wird vom Global Water Monitor Consortium erstellt, einem internationalen Forschungsverbund unter Leitung von Professor Albert van Dijk von der Australian National University. Grundlage sind umfangreiche Datensätze, die bis 1978 zurückreichen. Am Department für Geodäsie und Geoinformation der Technische Universität Wien analysiert das Team um Wouter Dorigo Satellitendaten, unter anderem aus dem europäischen Copernicus-Programm.

Schäden von 360 Milliarden US-Dollar – allein für 2025

Die Folgen des klimatischen Wandels sind dramatisch. Wasserbedingte Katastrophen forderten 2025 weltweit fast 5000 Todesopfer. Rund acht Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen – das ist ein Prozent der gesamten Weltbevölkerung. Die wirtschaftlichen Schäden summierten sich auf mehr als 360 Milliarden US-Dollar.

Auslöser waren Überschwemmungen, tropische Wirbelstürme, Dürren und Waldbrände, die häufig miteinander verknüpft auftraten und Wasser-, Nahrungsmittel- und Energiesysteme gleichzeitig belasteten.

Besonders problematisch ist der rasche Wechsel zwischen extrem feuchten und extrem trockenen Bedingungen. Er setzt Böden, Ökosysteme und technische Infrastruktur unter zusätzlichen Stress. Zum Beispiel führte in Spanien und Portugal ein ungewöhnlich feuchtes Frühjahr zu starkem Pflanzenwachstum. Als kurz darauf eine Hitzewelle einsetzte, trockneten Böden und Vegetation rasch aus – eine ideale Voraussetzung für schwere Waldbrände.

Mehr Hitze, höheres Risiko

Hitze erwies sich auch global als größter Verstärker wasserbezogener Risiken. Zwar lag die durchschnittliche Landtemperatur 2025 knapp unter dem Rekordwert von 2024, dennoch setzte sich der langfristige Erwärmungstrend fort.

Die Zahl der Hitzetage nahm weltweit zu. In vielen Teilen Europas führten langanhaltende Hitzeperioden zu zahlreichen hitzebedingten Todesfällen, während Trockenheit und hohe Temperaturen die Ausbreitung von Waldbränden begünstigten.

Parallel dazu kam es zu massiven Überschwemmungen. Flusspegel und die Ausdehnung von Oberflächengewässern lagen weltweit über dem Durchschnitt, in Teilen Afrikas und Südamerikas wurden neue Rekorde gemessen. In Süd- und Südostasien sorgten Monsunregen und tropische Wirbelstürme für großflächige Überflutungen.

Vorsorge wird wichtiger

Demgegenüber litten Regionen wie das Horn von Afrika unter zunehmender Trockenheit. In Somalia sanken Bodenfeuchte und Wasserspeicher mancherorts innerhalb kurzer Zeit drastisch – typische Merkmale sogenannter Blitzdürren, die sich bei hoher Temperatur, niedriger Luftfeuchtigkeit und fehlenden Niederschlägen sehr rasch entwickeln.

Wasserbedingte Katastrophen reichen von Dürre und Trockenheit bis hin zu Überschwemmungen. Bild: TU Wien/Esser, Löb, Morijn, Brodski
Wasserbedingte Katastrophen reichen von Dürre und Trockenheit bis hin zu Überschwemmungen. Bild: TU Wien/Esser, Löb, Morijn, Brodski

Frühwarnsysteme, Evakuierungspläne und eine vorausschauende Raumplanung können die Folgen von Katastrophen deutlich abmildern. „Die Auswirkungen einer Katastrophe hängen entscheidend davon ab, wie gut Gesellschaften darauf vorbereitet sind“, so van Dijk.

Im Jahr 2025 hat gute Vorbereitung viele Leben gerettet, doch es gab auch Versäumnisse – und ein sich verändernder Planet hält immer neue Überraschungen für uns bereit.

Auf europäischer Ebene soll die Zusammenarbeit weiter vertieft werden. Im Projekt Allwaters arbeiten 140 Partner aus 24 Ländern, darunter die TU Wien, an Strategien für einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser. Für 2026 warnen die Forschenden bereits vor erhöhtem Dürrerisiko im Mittelmeerraum, am Horn von Afrika, in Brasilien und Zentralasien – derweilen in anderen Regionen die Überschwemmungsgefahr weiter steigt.

Quellenhinweis:

Van Dijk, A. I. J. M., Beck, H. E., Boergens, E., de Jeu, R. A. M., Dorigo, W. A., Edirisinghe, C., Forootan, E., Guo, E., Güntner, A., Haas, J., Hou, J., Mo, S., Preimesberger, W., Rahman, J., & Rozas Larraondo, P. (2026): Global Water Monitor, 2025 Report. Global Water Monitor Consortium.