Steigende Hitze und Rauch von Waldbränden stellen Haushalte vor schwierige Entscheidungen hinsichtlich der Raumluft
Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Empfehlung, bei Waldbränden Fenster und Türen geschlossen zu halten, zwar zum Schutz vor Rauchbelastung beiträgt, bei heißem Wetter jedoch eine Herausforderung darstellen kann.

Das Schließen von Fenstern und der Aufenthalt in geschlossenen Räumen schützen nicht vollständig vor Waldbrandrauch, während das Öffnen von Fenstern bei heißem Wetter die Luftverschmutzung in Innenräumen nur noch verschlimmert – darauf deuten vorläufige Ergebnisse des Forschungsteams für Luftqualität am Cystic Fibrosis Hub der Universität Manchester hin.
Echtzeitanalyse von PM2,5
Der Rauch von Waldbränden enthält PM2,5, eine Art Feinstaub, der tief in die Lunge eindringen und dort Reizungen verursachen kann, wodurch Atemwegserkrankungen wie Mukoviszidose (CF), Asthma und COPD verschlimmert werden.
„Der Kontakt mit Waldbrandrauch kann Symptome wie Husten, Keuchen, Atemnot und Engegefühl in der Brust verstärken und schwere Schübe auslösen, die eine medizinische Behandlung erfordern“, erklärte Dr. Thomas Bannan, Dozent für Atmosphärenwissenschaften.
„Aus diesem Grund sind Menschen mit bestehenden Atemwegserkrankungen sowie Kinder, ältere Menschen und andere immungeschwächte Personen während Waldbränden einem erhöhten Risiko für Atemwegsinfektionen, Krankenhausaufenthalte und andere schwerwiegende gesundheitliche Komplikationen ausgesetzt.“
Das Team analysierte Echtzeit-Messdaten zur Raumluftqualität aus 23 Haushalten im Großraum Manchester, die während zweier Zeiträume mit Waldbränden in den nahegelegenen Pennine-Hügeln im Juli 2026 überwacht wurden.
In jedem Haushalt wurden am 17. Juli, als die Rauchkonzentrationen im Freien ihren Höchststand erreichten, die 24-Stunden-Richtwerte der Weltgesundheitsorganisation für Feinstaub überschritten. Das Problem schien sich zu verschlimmern, wenn die Fenster aufgrund von Temperaturen von über 33 °C geöffnet wurden, obwohl die Konzentrationen der im Innenraum entstehenden Schadstoffe – flüchtige organische Verbindungen und Kohlendioxid – sanken.
Die PM2,5-Konzentrationen im Schlafzimmer stiegen über Nacht von durchschnittlich 2,7 µg/m3 auf 7,8 µg/m3 bei geschlossenen Fenstern und auf 11,8 µg/m3 bei geöffneten Fenstern. Das Schließen der Fenster reduzierte die Belastung, doch die Werte blieben weiterhin 2- bis 4-mal höher als normal.
In einigen Haushalten stiegen die Konzentrationen auf über 100 µg/m3 an, was einem Vielfachen der dort üblicherweise gemessenen Werte entspricht.
Die folgenden Tipps sind hilfreich, stellen aber bei Hitze eine Herausforderung dar
Die Leitlinien der britischen Gesundheitsschutzbehörde (UK Health Security Agency) zum Thema Waldbrandrauch empfehlen, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten und die Fenster zu schließen, um die Luftverschmutzung zu verringern. Die Forschungsergebnisse stimmen weitgehend damit überein: In Wohnungen, in denen die Fenster offenbar geschlossen waren, stiegen die Werte nicht so stark an, doch konnte dadurch nicht verhindert werden, dass die gesamte Rauchbelastung von außen ins Innere gelangte.
Professor Alex Horsley, klinischer Wissenschaftler und Facharzt am Manchester Adult Cystic Fibrosis Centre, sagte, die Ergebnisse „zeigen die schwierigen Herausforderungen, denen Menschen in Zeiten von Waldbränden und hohen Umgebungstemperaturen gegenüberstehen“.
„Wenn Sie die einfache, aber oft wiederholte Anweisung befolgen, ins Haus zu gehen und die Fenster zu schließen, sind Sie zwar nur teilweise vor Waldbrandrauch geschützt, halten aber die Wärme im Haus. Sowohl Rauch als auch Hitze können bei Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen zu Atembeschwerden führen.

Bannan sagte, die Empfehlungen seien „bei sehr heißem Wetter schwer umzusetzen, insbesondere in Wohnungen, die zu Überhitzung neigen. Wir brauchen klarere, wissenschaftlich fundierte Leitlinien, die den Haushalten helfen, die Belastung durch Rauch und Hitze zu verringern. Ich hoffe, dass diese neuen Daten diese Entscheidungen unterstützen können.“
Das Team untersucht nun praktische Maßnahmen, darunter Luftfilterung und Möglichkeiten zur Kühlung von Wohnräumen, „damit die Menschen – insbesondere diejenigen mit bestehenden Atemwegserkrankungen – bei künftigen Extremereignissen wie diesen bessere Möglichkeiten haben“, fügte Bannan hinzu.