Jetzt beginnt der Herbst – aber warum sind Tag und Nacht nicht gleich lang?
Willkommen im Herbst 2026! Am 23. September beginnt der astronomische Herbst. Meteorologisch hat die Jahreszeit aber bereits am 1. September begonnen. Doch warum gibt es überhaupt zwei Termine?

Der Sommer ist vorbei: Am 23. September beginnt auf der Nordhalbkugel der astronomische Herbst. Der Zeitpunkt ist nicht jedes Jahr exakt gleich, weil die Erde für einen Umlauf um die Sonne nicht genau 365 Tage benötigt.
Für Meteorologen ist der Herbst dagegen schon seit dem 1. September Realität. Das klingt zunächst widersprüchlich, hat aber einen einfachen Grund: Die beiden Definitionen verfolgen unterschiedliche Ziele.
Warum beginnt der meteorologische Herbst schon am 1. September?
Meteorologen teilen das Jahr in vier Jahreszeiten mit jeweils drei vollständigen Monaten ein. Der meteorologische Herbst umfasst deshalb immer September, Oktober und November.
Das macht klimatologische Auswertungen einfacher. Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein lassen sich dadurch für immer gleich lange Zeiträume vergleichen. Der meteorologische Herbst beginnt also nicht deshalb am 1. September, weil sich an diesem Tag das Wetter schlagartig verändert.
Der astronomische Herbst orientiert sich dagegen an der Position der Erde zur Sonne.
Was passiert beim astronomischen Herbstanfang?
Am 23. September 2026 überquert die Sonne auf ihrer scheinbaren Jahresbahn den Himmelsäquator von Norden nach Süden. Dieser Zeitpunkt wird als Tagundnachtgleiche oder Äquinoktium bezeichnet.
Die Erdachse ist dabei weder zur Sonne hin noch von ihr weg geneigt. Beide Erdhalbkugeln erhalten dadurch grundsätzlich ähnlich viel Sonnenlicht.
Deshalb spricht man häufig von der „Tag-und-Nacht-Gleiche“. Ganz exakt stimmt das allerdings nicht.
Warum sind Tag und Nacht nicht genau zwölf Stunden lang?
Der Name Äquinoktium stammt aus dem Lateinischen und bedeutet sinngemäß „gleiche Nacht“. Trotzdem sind Tag und Nacht am 23. September in Deutschland nicht exakt zwölf Stunden lang.

Ein Grund liegt in der atmosphärischen Lichtbrechung. Die Atmosphäre lenkt das Sonnenlicht leicht ab. Dadurch können wir die Sonne bereits sehen, obwohl sie geometrisch noch knapp unter dem Horizont steht.
Hinzu kommt, dass Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nicht anhand des Mittelpunktes der Sonnenscheibe definiert werden. Entscheidend ist, wann der obere Rand der Sonne den Horizont erreicht.
Dadurch ist der lichte Teil des Tages rund um die Tagundnachtgleiche an den meisten Orten etwas länger als zwölf Stunden. Der tatsächlich exakt zwölf Stunden lange Tag fällt deshalb je nach geografischer Breite auf einen anderen Zeitpunkt.
Zwei Herbstanfänge – und trotzdem derselbe Herbst
Meteorologischer und astronomischer Herbst widersprechen sich also nicht. Sie beschreiben lediglich unterschiedliche Dinge.
Der meteorologische Herbst ist eine praktische Einteilung für Statistik und Klimatologie. Der astronomische Herbst bezeichnet dagegen einen konkreten Zeitpunkt, der sich aus der Stellung der Erde zur Sonne ergibt.
Und auch wenn der astronomische Herbst erst jetzt beginnt, bedeutet das nicht automatisch, dass es sofort überall herbstlich wird. Das Wetter folgt keinem Kalender. Spätsommerliche Wärme, Altweibersommer oder bereits kühle und nasse Tage sind Ende September gleichermaßen möglich.
Wie passend das ist, zeigt auch der Blick auf die aktuelle Wetterentwicklung: Während der Kalender jetzt auf Herbst steht, deuten die Wettermodelle bereits auf einen zunehmend spätsommerlichen Monatsausklang hin.