In England sollen Zahnärzte weniger Lachgas benutzen und so das Klima schützen

Eine neue Studie des University College of London hat die Nutzung von Lachgas in der Zahnmedizin genauer analysiert. In der Regel wird Lachgas benutzt, um ängstliche Patientinnen und Patienten vor einer Zahnbehandlung zu sedieren.

Auch Zahnarztpraxen können beim Klimaschutz helfen
Auch Zahnarztpraxen können beim Klimaschutz helfen

Ob jung oder alt - Ängste in der Zahnarztpraxis können immer auftreten. Häufig wird Lachgas bei Maßnahmen wie Füllungen, Kronen oder Wurzelbehandlungen eingesetzt. Die Patientinnen und Patienten bekommen so ihre Behandlung nicht mehr bewusst mit und sind erst wieder bei vollem Bewusstsein, wenn die unangenehme Situation vorbei ist.

Es ist bis zu 273 Mal gefährlicher als Kohlendioxid

Jedoch ist Distickstoffmonoxid ein starkes Treibhausgas. Deren Einsatz ist circa 273-mal schädlicher als Kohlendioxid.

„Lachgas spielt eine wichtige Rolle in der Zahnpflege, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, aber es ist auch ein starkes Treibhausgas. Unsere Studie zeigt, dass seine Asuwirkungen auf die Umwelt je nach Dienstleistung sehr unterschiedlich sind, was vor allem auf Unterschiede in der Bereitstellung und Verabreichung zurückzuführen ist.“, so die Erstautorin der Studie Alexandra Lyne.

Das Forschungsteam konnte auf einen Datensatz von 891 Fällen zurückgreifen. Diese wurden insgesamt von 31 zahnärztliche Fachpraxen zusammengetragen. Das Team konnte einen durchschnittlichen Ausstoß des Gases ermitteln.

Eine große Menge gelangt direkt in die Atmosphäre

Pro Sedierungstermin von 28,6 Kilogramm Kohlendioxidäquivalent (kg CO₂e) festgestellt werden. Dies entspricht etwa einer Autofahrt von circa 72,8 Meilen beziehungsweise circa 117 Kilometer.

Zusammengefasst lag der CO₂-Fußabdruck für eine Woche klinischer Lachgasverwendung zwischen 38,9 und 1.849 kg CO₂e. Diese großen Unterschiede lassen sich auf die individuelle Handhabung jeden Arztes oder jeder Ärztin zurückführen.

Das Forschungsteam sieht großen Handlungsbedarf und rechnet mit weltweiten positiven Effekten für den Klimaschutz
Das Forschungsteam sieht großen Handlungsbedarf und rechnet mit weltweiten positiven Effekten für den Klimaschutz

Der hohe Wert von 1.849 kg CO₂e entspricht den Emissionen einer Fahrt von 4.709 Meilen beziehungsweise 7578 Kilometer mit einem Benziner.

„Unsere Empfehlungen umfassen die Überwachung der Verwendung, die Reduzierung unnötiger Verschwendung und die Standardisierung der Praxis, wo dies möglich ist. Auf diese Weise können zahnärztliche Dienstleistungen Emissionen reduzieren und gleichzeitig die Patientenversorgung aufrechterhalten.“, empfiehlt das Team.

Bei der Analyse wurde festgestellt, dass es verschiedene Formen der Anwendung gibt. Ein kleinerer Anteil nutzte zentralisierte Rohrleitungssysteme. Die durchschnittliche Verschwendung war an Standorten mit Rohrleitungsversorgung um 30 Prozent höher als an Standorten mit Flaschenversorgung.

Bei der korrekten Handhabung könnten viele Prozente eingespart werden

Schlussendlich zeigt die Analyse große Unterschiede in der Verabreichung von Lachgas, mit Durchflussraten zwischen 1 und 13 Litern pro Minute und ohne eindeutigen Zusammenhang mit dem Alter der Patientinnen und Patienten.

Dies deutet darauf hin, dass viele Patienten möglicherweise mehr Gas erhalten, als sie tatsächlich benötigen.

Quellenhinweise

Helmholtz Klima. (2026). Laughing Gas’ Role in Climate Change. Klimawissen. Klimadialog.

University College London. (2026). Call for dentists to reduce unnecessary nitrous oxide use. Latest News. Home.