Ein verheerendes Jahr für die schweizerischen und deutschen Gletscher

Die schweizerischen Gletscher haben unter den extremen Wetterbedingungen enorm gelitten. Die Dürre und die Hitze ließen über fünf Prozent des Gletschereises komplett verschwinden. Auch der geringe Niederschlag im Winter beeinflusste das Verschwinden.

Der Hitzesommer hat den Gletschern in der Schweiz und in Deutschland stark zugesetzt.
Der Hitzesommer hat den Gletschern in der Schweiz und in Deutschland stark zugesetzt.

Die noch bestehenden Gletscher verloren zudem an Masse. Im Durchschnitt hat sich die Gletscherdicke um 2,5 bis 4 Meter verringert. Manche Gletscherzungen haben bis zu 10 Meter Eis verloren. Klassische Gletschertouren wird es wahrscheinlich in ein paar Jahren nicht mehr geben.

Eissschmelze noch nie so extrem

So verloren die Gletscher Rhône, Aletsch und Clariden in diesem Jahr deutlich mehr Masse als zuvor. Es konnten die stärksten Abschmelzprozesse beobachtet werden. Seit den Aufzeichnungen war das Abschmelzen in den Schweizer Alpen noch nie so drastisch beobachtet worden. Kleinere Gletscher wie der Bella Tola im Kanton Wallis oder der Griessfirn im Kanton Glarus sind endgültig für immer abgeschmolzen.

20 Prozent des Gletschervolumens verschwand innerhalb von 5 Jahren

Bereits in den letzten fünf Jahren konnte in der Schweiz ein immenses Abschmelzen und starke Bewegungen in den Bergen beobachtet werden. Das Gletschervolumen sank um 20 Prozent. Viele kleine und große Naturkatastrophen wie der Bergsturz in Blatten im Lötschental werden in der Schweiz und in alpinen Regionen immer häufiger.

Felsstürze wie beispielsweise im Kanton Graubünden werden immer häufiger passieren.
Felsstürze wie beispielsweise im Kanton Graubünden werden immer häufiger passieren.

In diesem Jahr traf es die alpinen Regionen besonders heftig. Zunächst gehörte der Winter zu den schneeärmsten und trockensten Wintern der letzten Jahre. So konnte der Schnee die Gletscher nicht vor der Sonne schützen.

Über Nullgrad sogar auf 4000 Metern?

Dann folgten der heißeste Sommer und eine starke Dürre, die den Gefrierpunkt auf über 4000 Metern Höhe brachte. Alle kleineren Berge waren schneefrei und der Sonne und Hitze ausgesetzt. Das Abschmelzen war sozusagen vorprogrammiert.

Auch in den deutschen Alpen hat der Hitzesommer seine Spuren hinterlassen. Auch hier wurde die Nullgradgrenze verschoben und war zeitweise nur noch über 5000 Metern zu finden. Die Hitze hat den Permafrost aufgetaut und so hat sich der Klebstoff, der die Berge zusammenhält, gelöst.

Der auftauende Permafrost sorgt für neue Gefahrenlagen

Viele Geröll- und Gesteinsabgänge können Hochtouren erschweren. Nicht zuletzt waren dadurch die Zustiege zu Hütten unpassierbar.

Auch die Berghütten erlitten durch die Trockenheit und Hitze starken Wassermangel. So musste das Wasser beispielsweise in den Waschräumen auf das Nötigste begrenzt werden.

Artikelreferenzen

br.de. (2026). Hitze in den Alpen: Welche Gefahren drohen.
GLAMOS. (2026). Annual mass balance on Swiss glaciers in 2025/2026, Glacier Monitoring Switzerland, annual mass balance report.