April und Mai mit Hitzerekord: Ist das der Klimawandel?

Kaum zu glauben: Nach dem Allzeit-Temperaturrekord im April ist nun auch der Mai der heißeste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Bekommen wir den Klimawandel zu spüren?

Anneliese Lunkenheimer Anneliese Lunkenheimer 31 Mai 2018 - 07:00 UTC
Sturzfluten und Dürre
Deutschland erlebt derzeit eine große Hitze und Dürre. Trotzdem gibt es derzeit auch täglich Sturzfluten. Wie passt das zusammen?

Hinter uns lag der heißeste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Und nun folgt direkt im Anschluss sogar noch der heißeste Mai seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Zwei Rekord-Monate in Folge ist in der Tat ein sehr ungewöhnlicher Vorgang. Da deutet bereits einiges auf den Verdächtigen "Klimawandel" hin. Auch das gesamte Frühjahr 2018 war trotz des kalte März deutlich wärmer als in langjährigen Durchschnitt. Vielfach fühlte man sich bereits wie im Sommer, teilweise in den vergangenen Tagen sogar wie im Hochsommer.

Fakt ist, dass sich die globale Temperatur in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter erhöht hat- weltweit gesehen. Natürlich gibt es auf der Erde auch Regionen, da ging die Temperatur zurück und nicht nach oben. Aber in der Summe ist es dennoch global gesehen deutlich wärmer geworden. Die weltweite Durchschnittstemperaturkurve zeigt eindeutig nach oben. Das ist naturwissenschaftlich durch viele Untersuchungen belegt und kann nicht angezweifelt werden.

In den nächsten Jahrzehnten wird es mehr Starkregen geben

Strittig ist dagegen der Einfluss des Menschen auf den Klimawandel. Welchen Anteil daran haben wir? Da ist sich die Wissenschaft noch nicht so ganz einig und immer wieder wird dies zu einem echten Streitthema. Seit der Industrialisierung steigt die weltweite Temperatur an, da liegt der Verdacht nahe, dass es etwas mit menschlichen Einflüssen zu tun hat. Aber: Auch im Mittelalter gab es bereits Warmzeiten und das immer wieder. Man konnte sogar mal bis ganz rauf nach Schottland bequem Weinbau betreiben, da es dort einige Jahrzehnte lang ungewöhnlich warm war. Aber danach kam wieder eine Abkühlung.

Wasserspeicher sind leer
Die lange Trockenheit lässt die natürlich Wasserspeicher derzeit arg schrmupfen. Ergiebiger Landregen wäre dringend notwendig.

Forscher haben herausgefunden, dass wir in den kommenden Jahrzehnten mit immer mehr Starkregenereignissen rechnen müssen. Physikalisch ist das leicht zu erklären: Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kühle Luft. Dementsprechend kann es dann bei Regenereignissen zu mehr Niederschlag kommen. Und da in Zukunft die globale Temperatur weiter ansteigen soll, werden diese Niederschlagsereignisse immer weiter zunehmen.

Hitze und Unwetter durch Überflutungen sind kein Widerspruch

Immer wieder erklären uns die Klimaexperten, dass wir zukünftig heißere Sommer bekommen werden. Dann aber erleben wir Tage und Wochen wie diese die uns immer wieder heftige Sturzfluten bringen. Darin sehen die Wissenschaftler keinen Widerspruch. Gerade das mache den Klimawandel bzw. seine Auswirkungen aus: die Wetterextreme nehmen zu. Schnelle Wetterwechsel mit extremen Wetterereignissen werden uns zukünftig begleiten.

Neben Hitzephasen gibt es immer wieder Starkregen. Dürre und Sintflut liegen somit nah beieinander und schließen sich nicht gegenseitig aus. Genau das erleben wir auch in diesen Tagen. In vielen Regionen des Nordens und Ostens herrscht in Deutschland eine große Trockenheit. Und das obwohl es immer wieder zu heftigen Starkregenereignissen kommt. Diese sind allerdings immer nur punktuell und schaden der Natur und Landwirtschaft noch mehr als es die große Trockenheit ohnehin bereits tut.

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