Wetterforscher sicher: "Modelle zeigen zu Karneval einen gefährlichen Trend"

Der Wettertrend dreht deutlich: Viel Regen, steigende Pegel und kaum Winter. Besonders im Südwesten drohen laut Modellen große Niederschlagsmengen und regional Hochwasser.
Nach Wochen mit vergleichsweise stabiler Großwetterlage zeigen die neuesten Modellläufe eine klare Veränderung. Vor allem GFS und ECMWF simulieren eine Serie kräftiger Tiefdrucksysteme, die feuchte Luftmassen nach Mitteleuropa lenken. Damit steigt das Risiko für länger anhaltenden Regen deutlich an. Besonders in Staulagen der Mittelgebirge kann sich der Niederschlag über viele Stunden festsetzen.
Meteorologisch betrachtet sorgt eine westliche bis südwestliche Strömung für eine konstante Nachlieferung milder und sehr feuchter Luft. Die Folge ist eine Entwicklung, die eher an einen klassischen Atlantikherbst erinnert als an den Hochwinter.
Über 100 Liter Regen im Südwesten möglich
Die kritischsten Signale kommen derzeit aus dem Südwesten Deutschlands. Rund um den Schwarzwald rechnen mehrere Modellläufe bis zur Wochenmitte mit Niederschlagssummen von über 100 Litern pro Quadratmeter, lokal sogar mehr. Bis Aschermittwoch könnten sich regional Werte um 150 Liter aufsummieren. Ein großer Teil fällt als Regen, da die Temperaturen häufig über dem Gefrierpunkt liegen.

Besonders Flüsse und kleinere Bäche reagieren auf solche Mengen schnell. Steigende Pegel bis hin zu ersten Hochwasserlagen erscheinen aus heutiger Sicht möglich, sollten sich die aktuellen Trends bestätigen.
Europa ebenfalls betroffen
Nicht nur Deutschland steht im Fokus. Auch im südwestlichen Europa zeichnet sich eine außergewöhnlich nasse Phase ab. In Portugal simulieren einige Modellvarianten bis zum kommenden Wochenende bis zu 300 Liter Niederschlag. Solche Mengen erhöhen das Risiko für Überschwemmungen und Erdrutsche deutlich.
Die Wetterentwicklung zeigt, wie großräumig die aktuelle Zirkulation arbeitet: Ein kräftiger Tiefdruckkomplex über dem Atlantik lenkt die Regengebiete wiederholt nach Westen und Südwesten Europas und sorgt damit für eine anhaltend dynamische Wetterlage.
Wintereinbruch vorerst kein Thema
Trotz kurzfristiger Abkühlungsphasen bleibt ein nachhaltiger Wintereinbruch laut aktuellen Berechnungen unwahrscheinlich. Zwar kann es zwischen den Frontdurchgängen etwas kühler werden, doch Dauerfrost, großflächige Schneedecken oder eine stabile Kältephase sind bis mindestens Mitte Februar kaum erkennbar.

In klareren Nächten kann Schnee zeitweise bis in tiefere Lagen fallen, allerdings meist nur vorübergehend. Die Modelle haben sich in den vergangenen 72 Stunden deutlich gewandelt: Was zuvor noch nach markanter Kälte aussah, wirkt nun deutlich abgeschwächt.
Nasse Fastnacht mit milden Temperaturen
Über die Fastnachtstage deutet sich vor allem im Westen und Süden ein sehr wechselhaftes und nasses Wetter an. Regen dominiert, zeitweise mischt sich Schnee darunter, besonders in höheren Lagen oder während kühlerer Phasen. Gleichzeitig steigen die Temperaturen regional deutlich an.
Im Breisgau sind zur Wochenmitte Werte von 13 bis 14 Grad möglich, während es selbst in anderen Regionen des Südwestens häufig um 10 Grad bleibt. Insgesamt spricht vieles für eine milde, windige und niederschlagsreiche Phase, die eher an einen frühen Frühling als an den klassischen Februar erinnert.