November-Prognose sorgt für Wirbel: „25 Grad sind drin!" – kommt jetzt der Spätsommer-Wahnsinn?

Der Herbst gibt noch mal Vollgas! Eine brandneue Langfrist-Prognose lässt aufhorchen und zeigt einen viel zu milden November. Kommt jetzt das Spätsommer-Comeback – und sind 25 Grad wirklich möglich?

Spätsommer bis in den November hinein? Das ist in diesem Jahr gut möglich!
Spätsommer bis in den November hinein? Das ist in diesem Jahr gut möglich!


Der Herbst denkt offenbar noch lange nicht ans Aufhören – im Gegenteil. Eine brandneue Langfrist-Prognose für den November sorgt gerade für lange Gesichter bei allen, die schon die dicke Jacke rausgeholt haben.

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Denn statt Nebel, Nieselregen und Novemberblues deutet sich etwas ganz anderes an: ein Monat, der deutlich zu warm werden könnte. Der Spätsommer, so sieht es aus, will einfach nicht Servus sagen. Und das ausgerechnet in dem Monat, den die meisten als grau, nass und ungemütlich abgespeichert haben.

Fast ganz Europa leuchtet tiefrot

Wer sich die aktuellen Wetterkarten anschaut, reibt sich die Augen. Fast ganz Europa taucht in kräftiges Rot – und mittendrin, schön eingebettet, liegt Deutschland.

Die Temperaturanomalie im November laut dem europäischen Wettermodell ECMWF.
Die Temperaturanomalie im November laut dem europäischen Wettermodell ECMWF.

Konkret heißt das: Der letzte Herbstmonat könnte am Ende zwei bis drei Grad über dem langjährigen Mittel der Jahre 1991 bis 2020 landen. Von Skandinavien bis an die Alpen zeigt der Trend in dieselbe Richtung – viel zu mild für die Jahreszeit.

Warum zwei Grad plötzlich richtig viel sind

Zwei Grad? Klingt erst mal nach nicht besonders viel, oder? Weit gefehlt.

Wir reden hier nämlich nicht von einem einzelnen warmen Nachmittag, sondern vom Durchschnitt über einen kompletten Monat. Und da ist so eine Abweichung eine echte Hausnummer. Es bräuchte über Wochen hinweg immer wieder milde Luft, damit am Ende so ein Wert steht. Ein solcher Schnitt fällt nicht vom Himmel – er ist harte Arbeit für die Atmosphäre. Genau das lässt die Meteorologen gerade so aufhorchen.

Doch ein dicker Haken bleibt

So verlockend das alles klingt – jetzt kommt die Bremse. Bei einer Monatsprognose ist Demut angesagt, immer.

Das CFS-Modell der US-Wetterbehörde dreht so richtig auf. Der November soll deutlich zu warm ausfallen.
Das CFS-Modell der US-Wetterbehörde dreht so richtig auf. Der November soll deutlich zu warm ausfallen.

Solche Berechnungen liefern einen Trend, aber keine Garantie. Sie zeigen, wohin der Monat im Mittel kippen könnte – nicht, ob es an einem bestimmten Tag sonnig, neblig oder nasskalt wird. Ein einziger kräftiger Kaltluftvorstoß aus dem Norden reicht, und die ganze milde Wette ist Makulatur. Die dicke Jacke sollte man also noch nicht ganz hinten in den Schrank hängen.

Das passt ins Bild der letzten Jahre

Und trotzdem lässt sich das Signal nicht wegdiskutieren, dafür ist es einfach zu deutlich.

Der milde November passt nämlich haargenau in ein Muster, das wir seit Jahren beobachten: Der Herbst dreht immer öfter spät noch einmal richtig auf. Was früher die große Ausnahme war, wird langsam zur Gewohnheit. Warme Herbstmonate häufen sich – und genau deshalb nimmt kaum noch jemand so eine Prognose auf die leichte Schulter. Der Klimawandel schreibt seine Spuren eben auch tief in den Herbst hinein.

25 Grad im November? Das gab es wirklich schon

Bleibt die Frage, die jetzt alle umtreibt: Sind 25 Grad im November überhaupt drin? Die verblüffende Antwort lautet: Ja, und zwar schwarz auf weiß.

Am 6. November 1997 schoss das Thermometer im bayerischen Rosenheim auf sagenhafte 25,9 Grad – ein astreiner Sommertag mitten im tiefsten Herbst, kräftig angeschoben vom warmen Föhn. Auch das benachbarte Kiefersfelden knackte damals die 25-Grad-Marke. Klar, solche Ausreißer sind selten und brauchen die perfekte Wetterlage. Doch unmöglich sind sie eben nicht. Ob es in diesem Jahr wieder für so ein Spektakel reicht, muss sich zeigen – mild wird der November aber ziemlich sicher.