Unwetter-Serie am Mittelmeer: Schwappt das „Pulverfass" jetzt nach Deutschland? Ab Donnerstag kippt das Wetter!

Am Mittelmeer jagt ein Unwetter das nächste. Droht uns jetzt dasselbe? Ab Donnerstag kommt der große Wetterwechsel, mit Polarluft, Sturmböen und sogar den ersten Schneeflocken!

Seit Tagen kommt der Mittelmeerraum nicht mehr zur Ruhe. Italien, Kroatien, Montenegro und Albanien werden von heftigen Unwettern regelrecht durchgeschüttelt, bis Samstag können örtlich fast 200 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Sturzfluten, Erdrutsche und überflutete Straßen sind die Folge.

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Da fragen sich natürlich viele: Kommt das jetzt auch zu uns? Die kurze Antwort lautet: Nein, nicht in dieser Form. Aber gemütlich wird es bei uns trotzdem nicht, ganz im Gegenteil.

Warum das Mittelmeer gerade so verrückt spielt

Der Hauptgrund liegt im Wasser selbst. Das Mittelmeer hat sich im Sommer extrem aufgeheizt und ist für Anfang Oktober immer noch viel zu warm. Über dem warmen Meer verdunstet jede Menge Wasser, die Luft wird feucht und energiegeladen wie selten.

In den nächsten Tragen drohen im östlichen Mittelmeerraum erneut schwere Regenfälle und Unwetter.
In den nächsten Tragen drohen im östlichen Mittelmeerraum erneut schwere Regenfälle und Unwetter.

Sobald kühlere Luft in der Höhe darüber hinwegzieht, wird es explosiv. Gewitterzellen bauen sich in kürzester Zeit auf, bleiben oft stundenlang an derselben Stelle hängen und laden dort enorme Regenmengen ab. Genau vor diesem Worst-Case-Szenario haben wir seit Monaten gewarnt.

Ab Donnerstag kippt bei uns das Wetter

Bei uns zeigt sich das Wetter bis Mittwoch noch von seiner freundlichen Seite. Dann ist Schluss damit. Ab Donnerstag stellt sich die Großwetterlage um: Ein kräftiges Tief über Skandinavien und ein Hoch über dem Atlantik schaufeln gemeinsam Polarluft direkt nach Deutschland.

Die Folge ist ein spürbarer Temperatursturz. Am Freitag sind vielerorts nur noch 11 bis 15 Grad drin, dazu weht ein böiger Wind aus Nordwest, an der Küste auch stürmisch. Regen zieht von Nordwesten nach Südosten übers Land, und in den höheren Lagen der Mittelgebirge sind sogar die ersten Schneeflocken möglich.

Kein Mittelmeer-Chaos, aber richtig ungemütlich

Mit den Regenmassen vom Balkan hat das allerdings wenig zu tun. Die kalte Luft aus dem Norden kann schlicht nicht so viel Wasser speichern wie die schwülwarme Mittelmeerluft. Bei uns gibt es also eher Schauer und zeitweise Regen statt sintflutartiger Wolkenbrüche.

Ein Unwettertief treibt besonders in der zweiten Wochenhälfte im östlichen Mittelmeerraum sein Unwesen.
Ein Unwettertief treibt besonders in der zweiten Wochenhälfte im östlichen Mittelmeerraum sein Unwesen.

Deutschland liegt bei dieser Wetterlage auf der kalten Seite. Das heißt: Jacke raus, Schirm einpacken und mit Wind rechnen. Nach dem trockenen Sommer ist ein bisschen Regen für die Natur ohnehin kein Fehler.

Polarluft heizt das Pulverfass weiter an

Jetzt kommt allerdings der Haken an der Sache. Die kalte Polarluft bleibt nicht bei uns stehen, sondern sickert weiter nach Süden in Richtung Mittelmeer. Trifft sie dort auf das warme Wasser, werden die Gegensätze noch größer. Das ist Treibstoff für neue Unwetter, die Serie könnte also munter weitergehen.

Für Deutschland müssen wir eine Sache genau im Auge behalten: Bildet sich im Herbst ein Tief über Norditalien und zieht dann nach Nordosten, kann es feuchte Mittelmeerluft bis nach Süd- und Ostdeutschland führen. Aktuell zeigen die Wettermodelle so eine gefährliche Vb-Lage nicht, ausgeschlossen ist sie in den kommenden Wochen aber nicht.

Wie geht es danach weiter?

Auch am Wochenende bleibt es bei uns kühl und wechselhaft, mit Wolken, ein paar Schauern und nur kurzen sonnigen Momenten. Nachts kann es in klaren Phasen schon recht frisch werden, stellenweise bildet sich Nebel.

Abgeschrieben ist der goldene Oktober aber noch nicht. Danach könnte sich wieder mehr Hochdruck durchsetzen. Wer in den nächsten Tagen ans Mittelmeer reist, sollte die Unwetterwarnungen vor Ort aber unbedingt ernst nehmen, denn dort bleibt die Lage brandgefährlich.