Meteorologe schockt mit Winter-Prognose: Rekord-El-Niño kann den Polarwirbel zerreißen – dann droht uns eisige Kälte
Im Pazifik tobt der stärkste El Niño seit Jahrzehnten. Seine Wirkung reicht bis zum Nordpol und könnte unseren Winter extrem machen, mit Frost, Schnee und heftigen Kälteeinbrüchen.

Im Pazifik braut sich gerade etwas zusammen, das es so seit Beginn der modernen Messungen kaum gegeben hat. Der El Niño wird Woche für Woche stärker, vor der Küste Südamerikas ist das Meer stellenweise mehr als drei Grad wärmer als normal.
Alle Berechnungen laufen inzwischen auf einen Super-El-Niño hinaus, der im Spätherbst und Winter seinen Höhepunkt erreicht. Das bleibt nicht im Pazifik, denn es kann auch bei uns in Deutschland den Winter kräftig durcheinanderwirbeln.
Die unsichtbare Spur vom Pazifik bis zum Nordpol
Bei El Niño denken viele an Dürre in Australien oder Sturzfluten in Peru. Kaum jemand ahnt, dass seine Wirkung über Tausende Kilometer bis in die Luftschichten hoch über dem Nordpol reicht.
Ein starker El Niño verstärkt das Tiefdruckgebiet über dem Nordpazifik. Dadurch werden gewaltige Luftwellen bis in die Stratosphäre geschleudert. Dort oben sitzt im Winter der Polarwirbel, ein riesiger Wirbel aus eisiger Luft, der die Kälte über der Arktis wie ein Deckel festhält.
Wenn der Polarwirbel zerreißt, kommt die Kälte
Wird dieser Wirbel immer wieder angestoßen, gerät er ins Taumeln. Im Extremfall wird er regelrecht zerrissen und zerfällt in mehrere Teile. In der Fachsprache heißt das plötzliche Stratosphärenerwärmung, und die Folgen haben es in sich.
Meist zwei bis drei Wochen später kommt die Wirkung am Boden an. Der gewohnte Westwind mit milder Atlantikluft schläft ein, über Skandinavien bauen sich Blockadehochs auf, und eisige Luft aus Russland kann bis nach Mitteleuropa durchrauschen. Genau solche Lagen bringen Dauerfrost, Schnee und zweistellige Minusgrade.
Erst mild, dann eisig: Die Kältefalle kommt spät
Spannend ist das Timing, denn der Effekt kommt meist nicht sofort. In kräftigen El-Niño-Wintern zeigt sich oft ein zweigeteiltes Muster. Im Dezember und teils noch im Januar dominiert häufig mildes, nasses Westwetter mit Regen statt Schnee.
Ab Ende Januar und vor allem im Februar steigt dann das Risiko für heftige Kälteeinbrüche deutlich an. Wenn Sie sich also über einen grünen Dezember ärgern, sollten Sie den Winter noch lange nicht abschreiben. Der dicke Brocken kann durchaus ganz am Schluss kommen.
Was die Eiswinter der Vergangenheit verraten
Ein Blick zurück zeigt, wie unterschiedlich solche Winter ausfallen können. Die berüchtigten Kriegswinter 1940 bis 1942 mit extremer Kälte in ganz Europa fielen in eine Phase mit lang anhaltendem, kräftigem El Niño. Auch im Winter 2009/10 gab es bei einem El Niño wochenlang Schnee und Frost.

Es geht aber auch ganz anders. Beim letzten Super-El-Niño 2015/16 erlebte Deutschland einen der mildesten Dezember seit Beginn der Aufzeichnungen, mit Frühlingsgefühlen an Weihnachten. El Niño ist also kein Schnee-Garant, aber er macht den Winter unberechenbarer und extremer.
Was jetzt auf uns zukommt
Eine verlässliche Winterprognose kann heute noch niemand seriös abgeben, dafür ist es schlicht zu früh. Entscheidend werden die nächsten Wochen: Wie schnell wächst die Schneedecke über Sibirien, und wie stabil startet der Polarwirbel in den Winter?
Mit diesem Rekord-El-Niño im Rücken hat der Winter 2026/27 aber gute Chancen, nicht im üblichen Einheitsbrei zu versinken. Wenn Sie auf Schnee und knackige Kälte hoffen, sollten Sie vor allem den Februar im Blick behalten. Ein milder Start heißt diesmal noch gar nichts.