Sibirische Extremkälte kommt - Experte warnt: "So etwas hat die jüngere Genration noch nicht erlebt"

Dauerfrost kommt, nach rekordwarmer Wetterphase. Modelle zeigen eine abrupte Abkühlung, die weite Teile Deutschlands erfasst. Was jetzt droht, ist für viele Kinder und Jugendliche beispiellos, kalt, trocken und wochenlang prägend.


Der meteorologische Kontrast könnte kaum größer sein. Noch vor wenigen Tagen herrschte in Teilen Deutschlands eine fast frühlingshafte Witterung. Besonders im Westen und Süden wurden außergewöhnlich hohe Temperaturen gemessen, die historische Dimensionen erreichten.

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In Bochum stieg das Thermometer am Samstag auf 13,6 Grad, der wärmste 17. Januar seit Beginn der Messungen im Jahr 1940. Auch Essen meldete mit 12,4 Grad einen neuen Rekord für dieses Datum, der bis ins Jahr 1935 zurückreicht. Solche Werte sind selbst im Zuge des Klimawandels bemerkenswert und markieren den Höhepunkt einer ungewöhnlich milden Phase mitten im Winter.

Der Wetterumschwung kündigt sich an

Doch diese Wärme ist bereits Vergangenheit. In allen relevanten Wettermodellen zeigt sich seit Tagen ein klarer Trend: Die Großwetterlage stellt sich grundlegend um. Der milde West- und Südweststrom bricht zusammen, während sich über Osteuropa ein mächtiges Hochdruckgebiet etabliert. Gleichzeitig öffnet sich der Weg für kalte Kontinentalluft.

Sibirische Eisluft erreicht Deutschland in der nächsten Woche. Aus Osten wird es deutlich kälter als üblich zu dieser Jahreszeit.
Sibirische Eisluft erreicht Deutschland in der nächsten Woche. Aus Osten wird es deutlich kälter als üblich zu dieser Jahreszeit.

Der Übergang erfolgt rasch und ohne lange Zwischenphase. Innerhalb weniger Tage kippt das Temperaturniveau deutlich nach unten, ein klassisches Muster für abrupte Wintereinbrüche in Mitteleuropa.

Dauerfrost erfasst das ganze Land

Ab Mitte der kommenden Woche setzt zunächst im Nordosten verbreitet Frost ein. Von dort breitet sich die Kälte zügig auf alle Landesteile aus. Spätestens zum nächsten Wochenende rechnen die Modelle deutschlandweit mit Dauerfrost. Die Tageshöchstwerte liegen dann häufig zwischen minus zwei und minus zehn Grad. Nachts sinken die Temperaturen auf minus zehn bis minus zwanzig Grad. Besonders dort, wo Schnee liegt, kann es noch kälter werden, da die nächtliche Ausstrahlung nahezu ungebremst erfolgt.

Trockene Kälte aus dem Osten

Charakteristisch für diese Wetterlage ist nicht nur die Kälte, sondern auch ihre Herkunft. Eine stramme Ostströmung transportiert extrem trockene Luftmassen aus Russland nach Deutschland. Diese sogenannte kontinentale Kälte fühlt sich besonders scharf an. Die geringe Luftfeuchte verstärkt das Kälteempfinden, Windböen lassen exponierte Lagen rasch auskühlen. Gleichzeitig bleibt der Himmel oft klar, was sonnige Tage, aber eisige Nächte begünstigt. Taupunkte weit unter null Grad sind ein klares Signal für diese trockene Frostluft.

Eine mögliche zweiwöchige Winterphase

Noch ist offen, wie lange sich diese Wetterlage hält. Mehrere Modellrechnungen deuten jedoch darauf hin, dass der Dauerfrost bis zu zwei Wochen anhalten könnte. Sollte sich das bestätigen, hätte dies spürbare Auswirkungen auf Energieverbrauch und Infrastruktur. Heizbedarf und Gasentnahme würden deutlich steigen, während Böden tief durchfrieren. Wasserleitungen, Straßenbeläge und technische Anlagen geraten unter Stress. Auch die Natur reagiert empfindlich, insbesondere bei fehlender schützender Schneedecke.

Ein Winter, den viele nicht kennen

Für viele Kinder und Jugendliche wäre eine solche Kälteperiode etwas Neues. Dauerfrost am Tag, zweistellige Minusgrade in der Nacht und eine trockene, klare Winterluft sind in den letzten Jahrzehnten selten geworden. Diese Phase könnte sich ins kollektive Gedächtnis einprägen, als Beispiel dafür, wie extrem Winter in Mitteleuropa noch immer ausfallen können. Nach rekordverdächtiger Wärme zeigt der Winter nun seine andere, kompromisslose Seite.