Nach der 35-Grad-Hitze an Pfingsten verraten die Modelle den Weg Deutschlands zur 40-Grad-Marke

Pfingsten bringt die erste Hitze des Jahres, am Oberrhein kratzen die Werte an der 35-Grad-Marke. Doch was kommt danach? Die Wettermodelle verraten, wie realistisch der Sprung auf 40 Grad wirklich ist.
Über Pfingsten hat sich eine kräftige Hochdruckbrücke quer über Mitteleuropa gelegt und die erste echte Hitze des Jahres nach Deutschland gebracht. Am Oberrhein und im Rheinland kletterten die Werte auf bis zu 35 Grad – außergewöhnlich früh für die letzte Maiwoche.
Kein Wunder, dass jetzt überall die gleiche Frage kursiert: Wenn schon Ende Mai 35 Grad drin sind, wie weit ist es dann noch bis zur magischen 40-Grad-Marke?
Eine Hitzekuppel wie im Rekordsommer 2019
Die aktuelle Wetterlage ist kein Zufallsprodukt. Über weiten Teilen Südwesteuropas liegt eine sogenannte Hitzekuppel, fachlich ein blockierendes Hoch, das warme Subtropikluft von der Iberischen Halbinsel bis zu uns hochzieht.
Genau diese Konstellation hat im Sommer 2019 die deutschen Temperaturrekorde purzeln lassen. Damals wurden in Duisburg und Tönisvorst 41,2 Grad gemessen – bis heute der höchste je in Deutschland registrierte Wert. Die Maschinerie dahinter ist dieselbe, nur die Jahreszeit ist eine andere.
40 Grad im Mai? Das gab es noch nie
Und damit zur ehrlichen Antwort: Einen direkten Sprung von 35 auf 40 Grad in den nächsten Tagen wird es nicht geben. Im Mai wurden in Deutschland noch nie 40 Grad erreicht, der Monatsrekord liegt rund drei Grad darunter.
Der Sonnenstand ist Ende Mai schlicht noch zu niedrig, und der Boden ist nach den nassen Eisheiligen vielerorts noch feucht. Verdunstung kostet Energie – Energie, die dann beim Aufheizen der Luft fehlt. 40 Grad jetzt sofort sind damit praktisch ausgeschlossen.
Was die Modelle für die nächsten Wochen rechnen
Nach dem Pfingsthoch wird es spannend. Die Berechnungen des europäischen Wettermodells ECMWF deuten an, dass sich das Hoch in der ersten Juniwoche nach Westen verabschiedet und kühlere Nordluft nachrückt – Stichwort Schafskälte.
Mit rund 60 Prozent Wahrscheinlichkeit gibt es also erst einmal eine Verschnaufpause mit Werten um 18 bis 22 Grad. Erst ab dem zweiten Juni-Drittel sehen die Modelle den nächsten Anlauf in Richtung Sommer. Bis dahin bleiben 40 Grad reine Theorie.
Wann die 40 Grad wirklich realistisch werden
Richtig brenzlig wird es klassischerweise erst im Hochsommer. Die saisonalen Prognosen von NOAA CFSv2 und NASA GEOS-5 zeichnen für Juli und August einen deutlich zu warmen Sommer, mit einer Abweichung von rund zwei Grad über dem langjährigen Mittel.

Käme dann eine Hitzekuppel wie die aktuelle zurück, lägen Spitzen zwischen 39 und 41 Grad am Oberrhein, im Rhein-Main-Gebiet und in der Kölner Bucht durchaus im Bereich des Möglichen. Die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen Tag mit 40 Grad liegt im Sommer 2026 bei gut 40 Prozent.
Fazit: Geduld statt Panik
Unterm Strich gilt: Die 35 Grad an Pfingsten sind ein eindrucksvoller Vorgeschmack, aber kein Startschuss für die 40-Grad-Marke. Die kommt – wenn überhaupt – erst im Hochsommer, und auch dann nur bei der passenden Großwetterlage.
Wer den aktuellen Sommertagen etwas abgewinnen will, genießt sie am besten mit ausreichend Sonnenschutz. Die richtige Hitze hat 2026 noch reichlich Zeit.
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