Meteorologe zeigt Prognose für Sommer 2026: Eine deutsche Region trifft die Hitze mit 80 Prozent Wahrscheinlichkeit
Die Langfristmodelle für den Sommer 2026 liegen auf dem Tisch. Ein Wert springt sofort ins Auge. Und eine Region steht im Zentrum der Hitze, wie selten zuvor.

Wer in den letzten Wochen die saisonalen Klimavorhersagen für den Sommer 2026 verfolgt hat, erkennt schnell: Das Signal ist so eindeutig wie selten. Bundesweit liegt die Wahrscheinlichkeit für einen deutlich zu warmen Sommer bei rund 80 Prozent.
Im Norden fällt sie etwas geringer aus, im Spätsommer zwischen Juli und September klettern einzelne Modellläufe sogar auf 83 Prozent. NASA-Berechnungen rechnen mit einer Temperaturabweichung von ein bis zwei Grad gegenüber dem Klimamittel 1961 bis 1990. Das ist kein statistisches Rauschen mehr, das ist eine klare Richtung.
Warum der Maßstab trügt
Hier lohnt sich ein zweiter Blick. „Überdurchschnittlich warm" klingt dramatisch, misst sich aber an einer längst erwärmten Referenzperiode. Gegenüber dem aktuelleren Mittel 1991 bis 2020 fällt der Ausschlag deutlich moderater aus. Wer also von einem „Jahrhundertsommer" liest, sollte wissen: Der Maßstab selbst hat sich verschoben. Was vor dreißig Jahren als Ausnahme galt, ist heute Normalität. Und was heute als Ausnahme durchgeht, wird morgen der neue Normalfall sein.
Der Oberrheingraben als Hitze-Hotspot
Regional ist die Verteilung alles andere als gleichmäßig. Die höchste Wahrscheinlichkeit für anhaltend hohe Temperaturen zeigt sich im Oberrheingraben zwischen Freiburg, Karlsruhe, Mannheim und dem Rhein-Main-Gebiet. Diese Region gilt in allen einschlägigen Projektionen als Beispielraum für besonders starke Hitzebelastung.
Auch Bayern und Baden-Württemberg insgesamt sowie der Osten mit Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen liegen im Fokus. Der Westen bekommt die Hitze voll zu spüren und trägt zusätzlich das höchste Trockenheitsrisiko bundesweit.
Wo der Sommer gnädiger ausfällt
Nicht überall greift das Hitzesignal gleich stark. Im Nordwesten und an den Küsten bleibt die Wahrscheinlichkeit für einen deutlich zu warmen Sommer erkennbar niedriger. Der Nordosten tendiert gegen den Trend sogar zu leicht mehr Niederschlag. Wer also einen entspannten Sommer im eigenen Land sucht: Ostseeküste, Schleswig-Holstein und Niedersachsen dürften am ehesten das liefern, was viele unter „Sommer" verstehen, ohne dass die Klimaanlage zur Überlebensfrage wird.
Starkregen statt Landregen
Beim Niederschlag wird die Prognose weicher. Rund 43 Prozent sprechen für einen normal feuchten, 33 Prozent für einen zu trockenen, 24 Prozent für einen zu nassen Sommer. Das Muster der letzten Jahre dürfte sich fortsetzen: stabile Hitzephasen unter Hochdruckeinfluss, abgelöst von quasistationären Gewittertiefs mit lokalem Starkregen, Hagel und Überflutungen. Der flächige, ruhige Landregen, der Böden und Grundwasser nachhaltig auffüllt, wird seltener.
Was unterm Strich bleibt
Ein Sommer, der in der Summe heiß, regional trocken und punktuell gefährlich wird. Die grobe Richtung steht. Den genauen Verlauf liefert auch das beste Modell erst in der Tageskarte.
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