Wetterdienst warnt: „Nur eine kurze Verschnaufpause" – Extremhitze mit bis zu 39 Grad schon bald zurück

Kaum ist die historische Hitzewelle vorbei, berechnet das ECMWF-Modell schon den nächsten Hitzehammer für Deutschland. Die Abkühlung könnte nur wenige Tage dauern.
Deutschland hat gerade die heftigste Hitzewelle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hinter sich. Im Osten fiel am vergangenen Samstag der deutsche Allzeit-Temperaturrekord mit unfassbaren 41,5 Grad – und damit wurde die bisherige Bestmarke aus dem Juli 2019 geknackt. Vielerorts lagen die Werte tagelang über der 35-Grad-Marke, tropische Nächte raubten Millionen Menschen den Schlaf.
Dazu kam eine extreme Schwüle, die die gefühlte Temperatur noch deutlich höher trieb. Der Deutsche Wetterdienst gab Hitzewarnungen über einen Zeitraum von zwölf Tagen aus – so früh im Jahr und so lang am Stück wie nie zuvor seit Einführung des Warnsystems 2005.
Jetzt erst mal durchatmen, oder?
Nächster Hitzeschub kündigt sich an – ECMWF-Modell rechnet ab 8. Juli wieder hoch
Genau das dürfte leider ein Trugschluss sein. Ja, zum Start in die neue Woche bringen Gewitter und Unwetterfronten eine spürbare Abkühlung. Die Temperaturen sacken auf 20 bis 25 Grad ab, örtlich sind es sogar nur 18 Grad. Der Temperatursturz beträgt stellenweise bis zu 12 Grad innerhalb weniger Stunden. Doch wer jetzt glaubt, der Hochsommer macht Pause, der irrt gewaltig.
Azorenhoch positioniert sich erneut über Mitteleuropa
Das europäische Wettermodell ECMWF berechnet in seinen aktuellen Läufen eine bemerkenswerte Entwicklung: Bereits ab dem 6. Juli steigen die Werte wieder auf 22 bis 26 Grad, im Süden auf bis zu 29 Grad.

Am 8. Juli sind dann schon wieder 29 bis 35 Grad drin. Und es geht weiter bergauf: Zum 11. Juli hin klettern die Höchstwerte auf 30 bis 36 Grad, im Südwesten sind sogar erneut bis zu 39 Grad nicht ausgeschlossen. Der Grund dafür ist so simpel wie brutal.
Hoch kippt nach Osten – und kommt verstärkt zurück
Das Azorenhoch zieht sich Anfang Juli zunächst nach Osteuropa zurück. Gleichzeitig formieren sich auf dem Atlantik neue Tiefdrucksysteme. Doch das Hoch löst sich nicht auf – es hält den Tiefs stand. Zwischen dem 1. und 8. Juli entsteht eine regelrechte Pattsituation zwischen beiden Wettersystemen. Ab dem 7. Juli positioniert sich das Azorenhoch dann erneut vollständig über Mitteleuropa und dominiert das Wetter über Deutschland.
Die Folge: Eine Südwestanströmung pumpt erneut heiße Luftmassen aus dem Mittelmeerraum nach Norden. Am Oberrhein und im Rhein-Main-Gebiet sind wieder Wüstentage mit Werten jenseits der 35 Grad möglich. Auch tropische Nächte in den Ballungsräumen stehen dann wieder auf dem Programm.
Siebenschläfer-Regel könnte über den gesamten Sommer entscheiden
Das Brisante an dieser Entwicklung: All das spielt sich mitten im Siebenschläferzeitraum ab, der vom 27. Juni bis zum 10. Juli läuft. Die Großwetterlage, die sich in diesen zwei Wochen etabliert, hat erfahrungsgemäß eine Trefferquote von bis zu 75 Prozent für den weiteren Sommerverlauf – zumindest in Süddeutschland, der Schweiz und Österreich. Kehrt das Hoch also tatsächlich so massiv zurück, wie die Modelle es derzeit berechnen, wäre das ein starkes Signal für einen extrem heißen und trockenen Hochsommer 2026.
Die ohnehin ausgetrockneten Böden hätten dann kaum eine Chance auf Erholung. Nennenswerter Niederschlag ist nach den Unwettern der kommenden Tage laut den Modellen nämlich erst einmal nicht mehr in Sicht.
Die Verschnaufpause könnte kürzer ausfallen als erhofft
Unterm Strich bleibt festzuhalten: Die Abkühlung Anfang Juli ist real – aber sie könnte gerade einmal fünf bis sechs Tage dauern. Die Modelle rechnen danach mit einer raschen Rückkehr der Extremhitze, die sich bis weit in den Juli hineinziehen könnte. Beide großen Langfristmodelle – sowohl das ECMWF als auch das amerikanische NOAA-Modell – sehen den Juli 2026 als den mit Abstand wärmsten und trockensten Sommermonat des Jahres. Im Klartext: Was wir gerade erlebt haben, war möglicherweise nur die Generalprobe.
Wer sich also auf eine längere Abkühlung freut, sollte die kommenden Tage nutzen – zum Durchlüften, Schlafen und Kräfte sammeln. Denn die nächste Hitzewelle steht offenbar schon in den Startlöchern.