Extreme Dürre, große Waldbrände und Rekord-Niedrigwasser in NRW - Kommt jetzt endlich der ersehnte Regen?

Große Waldbrände in der Eifel und im Hohen Venn halten die Einsatzkräfte weiter in Atem, dazu ein historisch niedriger Rheinpegel aufgrund der extremen Dürre. Nach der erneuten großen Hitze stellt sich die Wetterlage in NRW jetzt langsam um. Kommt damit auch der große Regen?

Im Hürtgenwald in NRW und im benachbarten Hohen Venn in Belgien sind große Waldbrände ausgebrochen (Symbolbild)
Im Hürtgenwald in NRW und im benachbarten Hohen Venn in Belgien sind große Waldbrände ausgebrochen (Symbolbild)

Der Kampf gegen die Flammen in Hürtgenwald (NRW/Eifel) geht weiter. Mittlerweile sind dort mehr als 1400 Einsatzkräfte vor Ort, um den großen Waldbrand Herr zu werden. Der Ortsteil Hürtgenwald-Gey wurde am Freitag evakuiert, rund 2000 Menschen sind betroffen.

Zusätzlich zu dem Waldbrand in der Eifel ist im benachbarten Belgien an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen (NRW) ebenfalls ein großes Feuer ausgebrochen. Bei einer Routinekontrolle hat ein ehrenamtlicher Helfer am Freitagabend ein Feuer im Hohen Venn entdeckt. Eine Fläche von rund 850 Hektar brennt dort, der Naturpark Hohes Venn ist weitgehend gesperrt.

Der Wald entzündet sich nicht von alleine

Die große Dürre der vergangenen Wochen begünstigen die Ausbreitung der Flammen. Hitze und Trockenheit können aber alleine keinen Waldbrand auslösen, sprich Wälder entzünden sich nicht von selbst. Abgesehen von dem in Europa sehr seltenem Fall eines Blitzschlags bei einem "trockenem" Gewitter, ist der Mensch durch sein Verhalten direkt oder indirekt für einen Waldbrand verantwortlich.

Auch eine Glasscherbe könne keinen Waldbrand verursachen, betont der Autor und Forstwirt Peter Wohlleben. Er schätzt, dass rund zwei Drittel der Waldbrände mit Absicht gelegt werden. Einen Grund für die rasche Ausbreitung von Bränden sieht Wohlleben in der Aufforstung mit Nadelbäumen. Kiefer, Fichte oder Douglasie seien voller ätherischer Öle, die leicht brennen. Der Klimawandel und die Trockenheit begünstigen aber Waldbrände. Dabei brennt es aber nicht, weil es heiß ist, sondern es brennt, weil es trocken ist und der Mensch Waldbrände verursacht.

Durch die extreme Dürre in diesem Sommer ist der Rheinpegel weiterhin historisch tief. Am Pegel in Düsseldorf wurde erstmals seit Messbeginn im Jahr 1880 ein Wert von 0 cm erreicht. Laut Prognose der zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung wird der Wasserspiegel des Rheins am frühen Sonntagmorgen sogar in den negativen Bereich rutschen, für Montag sind minus vier Zentimeter vorausgesagt. Die Fahrrinne im Rhein ist aber deutlich tiefer als der jeweilige Pegelstand am Ufer, in Düsseldorf sind es etwa 1,59 Meter mehr.

Die Wetterlage stellt sich jetzt zwar langsam um, die große Frage wird jedoch sein, ob auch genügend Regen fallen wird. Mit einer Kaltfront wird die große Hitze am Wochenende in NRW zwar nach Süden abgedrängt, Schauer und Gewitter am Samstag bringen aber nur örtlich mal größere Regenmengen.

Unbeständiger, aber nicht der große Wurf

Während am Samstag die Höchstwerte noch auf 29 Grad im Norden und bis 35 Grad im Süden von NRW steigen, werden am Sonntag bei wechselnder, teils starker Bewölkung angenehmere 24 bis 28 Grad erreicht. Dabei bleibt es schon wieder überwiegend niederschlagsfrei.

In der neuen Woche wird es leicht unbeständig und noch mäßig warm (20 bis 25 Grad) weiter gehen. Dabei kann es zeit- und gebietsweise auch mal regnen, der große Wurf für alle ist aber vorerst nicht in Sicht. Dabei bestehen noch größere Unsicherheit, wo es genau zu wie viel Niederschlag kommen wird. Immerhin ist aber ein erster Schritt gemacht und die Hoffnung auf mehr Regen steigt.