Erst Abkühlung, dann 40 Grad – warum die nächste Hitzewelle schon in Spanien entsteht

Das Wochenende bringt Abkühlung – doch im Süden Europas formiert sich bereits die nächste Hitzewelle. In Spanien steigen die Werte Richtung 44 Grad, und Ende Juli könnte diese Luft uns erreichen.
Gerade hat kühlere Atlantikluft dem wochenlangen Dauerbrand ein Ende gesetzt. Statt drückender Hitze gab es am Wochenende Wolken, ein paar Schauer und angenehme Temperaturen um die 24 Grad – für viele eine spürbare Erleichterung.
Doch diese Ruhe täuscht. Während wir hier durchatmen, formiert sich im Süden Europas bereits die nächste Hitzewelle. Ihr Ursprung liegt weit entfernt – und er lässt sich ziemlich genau beobachten.
Spanien ist der Startpunkt
Geboren wird die neue Hitze auf der Iberischen Halbinsel. Aus Nordafrika strömt sehr heiße Wüstenluft nach Norden, die sich über Spanien unter einem stabilen Hochdruckgebiet staut. Schwacher Wind und intensive Sonne treiben die Temperaturen dann Tag für Tag weiter nach oben.
In den kommenden Tagen erreichen die Höchstwerte im Guadalquivir-Tal rund um Sevilla und Córdoba verbreitet 40 bis 43 Grad. In den Flusstälern der Extremadura, dem heißesten Teil des Landes, sind örtlich bis zu 44 Grad möglich.
Auch der Norden Spaniens heizt sich auf
Die Hitze bleibt nicht auf den Süden beschränkt. Im Ebro-Tal rund um Saragossa und auf der kastilischen Hochebene liegen die Werte bei 38 bis 41 Grad, selbst an den Küsten wird es mit 32 bis 34 Grad ungewöhnlich warm.

Belastend sind vor allem die Nächte. In vielen Städten kühlt es kaum unter 22 bis 24 Grad ab. Solche Tropennächte erschweren die Erholung und gelten als besonderes Risiko für ältere Menschen und Kinder.
So kommt die Hitze nach Norden
Entscheidend ist, was danach passiert: Diese Luftmasse bleibt nicht über Spanien liegen. Eine kräftige Südwestströmung transportiert die heiße Luft über die Pyrenäen nach Frankreich und weiter Richtung Mitteleuropa.
Schon in Südfrankreich rücken damit in den nächsten Tagen 38 bis 40 Grad in Reichweite. Von dort ist der Weg über die Rhône bis an den Rhein nicht mehr weit – die Hitze arbeitet sich Schritt für Schritt nach Norden vor.
Was das für Deutschland bedeutet
Zum Ende der letzten Juli-Dekade dürfte der Hochsommer auch bei uns zurückkehren. Die Wettermodelle rechnen bis zum 28. und 29. Juli verbreitet mit Höchstwerten zwischen 30 und 36 Grad.
Im Süden und Westen, den Hitzeschwerpunkten dieses Sommers, kommt sogar die 40-Grad-Marke wieder in Sichtweite. Einzelne Modelle zeigen sie bereits für bestimmte Regionen. Sicher ist das noch nicht – aber der Trend ist eindeutig.
Warum sich dieses Muster wiederholt
Dass die großen Hitzewellen in diesem Sommer immer wieder in Spanien beginnen, hat klare Ursachen. Ein stark aufgeheiztes Mittelmeer, sehr trockene Böden und eine beständige Südwestlage sorgen dafür, dass die Wüstenluft regelmäßig bis zu uns gelenkt wird.
Fehlt die Feuchtigkeit im Boden, kann sich die Luft ungebremst aufheizen. Der Sommer 2026 liegt damit weiter klar auf Rekordkurs. Die ruhigen Tage lassen sich jetzt gut nutzen – zum Durchatmen, Wässern und für ein paar Vorräte, bevor Ende Juli die Hitze zurückkehrt.