Die Modelle hatten Recht: Hitze bleibt ungebetener Dauergast in Stuttgart und BW

Mittlerweile ist sie ein ungebetener Dauergast: Die Hitze in Stuttgart und Baden-Württemberg (BW) will einfach nicht gehen.

Die 850 hPa-Temperaturen zeigen, dass die Hitze voraussichtlich weiterhin ein Dauergast im Süden Deutschlands bleibt. Den Norden erreichen allerdings kühlere Luftmassen.
Die 850 hPa-Temperaturen zeigen, dass die Hitze voraussichtlich weiterhin ein Dauergast im Süden Deutschlands bleibt. Den Norden erreichen allerdings kühlere Luftmassen.

Die Modelle hatten es schon berechnet und sollten Recht behalten. Die Hitzewelle über Stuttgart und Baden-Württemberg setzt sich fort. Das Thermometer wird wohl so schnell nicht unter die 30 °C-Marke fallen.

Weiterhin Dauerhitze in BW: Nur kurzfristige Abkühlung in Sicht

Die letzte Woche in BW hatte es in sich. Aus einer Hitzewelle wurde eine Hitzeperiode, geprägt durch anhaltenden Temperaturen über 30 °C. Meistens müssen solche Hitzetage nur kurzfristig ausgehalten werden. Aktuell leidet jedoch nicht nur die Bevölkerung Deutschlands, sondern mittlerweile auch die Infrastruktur und Logistik unter der anhaltenden Hitze.

Die Modelle erlauben nun einen hoffnungsvollen Ausblick in die nächste Woche, der ernüchternd ausfällt.

ECMWF-Daten zeigen anhaltend hohe Temperaturen in Stuttgart und BW

Verfolgen wir die atmosphärischen Temperaturen in der Höhe von 850 hPa, so sehen wir, dass zwar kühlere Luftmassen in den Norden von Deutschland gelangen, der Süden allerdings weiterhin mit Temperaturen bis zu 20 °C in diesen Höhen rechnen muss. An der Oberfläche würde dies einer Temperatur von ca. 32 °C - 35 °C entsprechen.

Die Temperaturen in der Höhe von 850 hPa folgen keinem Tag-Nacht-Rhythmus, ganz im Gegensatz zu den Oberflächentemperaturen. Daher nutzen Meteorologen die 850 hPa-Temperatur als Indikator für die Bewegung von Luftmassen in der Atmosphäre.

Vertrauen wir dem Modell, so bleibt es weiterhin heiß in Stuttgart und BW. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es allerdings - leichte Gewitter.

Gewitter bringt kurze "Abkühlung" am Montag auf 27 °C. Doch das hält nicht lang.

Am kommenden Sonntag ziehen sehr wahrscheinlich die Gewitterwolken über Stuttgart auf und die angestaute Energie in der Atmosphäre entlädt sich. Kurzfristig kühlt es am darauffolgenden Montag auf 27 °C ab und auch die Temperaturen in der Nacht fallen zumindest unter die Definitions-Marke für Tropennächte (20 °C).

Allerdings ist das Frischluft-Holen nur von kurzer Dauer. Am Dienstag kehrt die Hitze schon wieder zurück. Ein weiteres Gewitter am Freitag den 21.08 soll dann wieder für Abkühlung in Stuttgart sorgen, doch auch diese hält sich wohl nur für ein paar Tage.

Einordnung der Großwetterlage für BW

Wie üblich ordnet Dieter Donner, mein gehegter und gepflegter Großwetterlagenfrosch, die aktuelle Hitzelage und Modell-Vorhersage für uns ein. Schauen wir auf die Entwicklung der Jet-Stream Position, so sehen wir, dass dieser nicht mehr in einer ausgeschlagenen Wellenform über Deutschland sitzt. Am kommenden Dienstag zieht er vermehrt in Ost-West Richtung über Deutschland.

Der Jet-Stream glättet sich und bringt feuchte Luftmassen nach Deutschland. Ein ausgeprägtes Tief sitzt im nördlichen Atlantik. Im Süden steckt weiterhin ein Hochdruckgebiet über Frankreich, Italien und Österreich
Der Jet-Stream glättet sich und bringt feuchte Luftmassen nach Deutschland. Ein ausgeprägtes Tief sitzt im nördlichen Atlantik. Im Süden steckt weiterhin ein Hochdruckgebiet über Frankreich, Italien und Österreich

Nördlich des Windbandes befindet sich ein ausgeprägtes Tiefdruckgebiet im Atlantik, südlich davon mehrere Hochdruckgebiete über Frankreich, Italien und Österreich. Die entscheidende Frage für die Hitzelage ist nun, ob das Tief in der Lage ist, das Hoch über Deutschland langfristig zu verdrängen. Dann erwarten uns wahrscheinlich Unwetter auf die wir vorbereitet sein müssen. Am Ende des Regenbogens könnte jedoch dann ein Ende der Hitze versteckt sein.

Ich wünsche Ihnen für die kommende Woche das richtige Goldstück am Ende des Regenbogens.