Deutschland trocknet weiter aus: Wegen Hochdruck-Blockade kein Regen in Sicht! Wann kommt die Wetterumstellung?
Deutschland steckt im Trockenstress: Der September brachte bislang deutlich zu wenig Regen, vielerorts sind die Böden ausgedörrt. Und ausgerechnet jetzt zeigt die Wetterlage erneut hartnäckigen Hochdruckeinfluss über Europa.

Die ungewöhnliche Wärme zum Monatsende ist nur eine Seite dieser Wetterlage. Die andere wird immer auffälliger: Deutschland fehlt Regen – regional in dramatischem Ausmaß.
Bundesweit sind im September bislang nur rund 39 Millimeter zusammengekommen. Das langjährige Mittel liegt bei gut 62 Millimetern. Damit fehlt deutschlandweit grob ein Drittel der sonst üblichen Monatsmenge.
Doch dieser Mittelwert verschleiert die enormen regionalen Unterschiede.
Im Südwesten fehlt fast der komplette Septemberregen
Besonders drastisch sieht die Bilanz in einzelnen Regionen aus. In Baden-Württemberg stehen bislang nur ungefähr 18 Millimeter auf der Monatsabrechnung. Das langjährige Septembermittel liegt dort bei knapp 77 Millimetern. Damit fehlen mehr als drei Viertel des üblichen Regens.
Auch Bayern kommt lediglich auf rund 35 Millimeter, üblich wären gut 74 Millimeter.
Noch extremer ist die Bilanz im Saarland:
Dort sind im September bislang kaum mehr als 1 Millimeter Regen gefallen. Im langjährigen Mittel kommen knapp 70 Millimeter zusammen. Damit liegt die Monatsmenge derzeit bei nur wenigen Prozent des Üblichen – ein extremes Niederschlagsdefizit.
Die Trockenheit steckt längst tief im Boden
Besonders problematisch: Nicht nur die Oberfläche ist trocken. Die Bodenfeuchtekarte zeigt vor allem im Süden, aber auch in Teilen der Mitte massive Defizite. Beim Gesamtboden bis etwa 1,8 Meter Tiefe fallen großflächig rote und dunkelrote Bereiche auf.
Auch in den oberen 25 Zentimetern ist die Trockenheit regional stark ausgeprägt.
Dort, wo Pflanzen ihr Wasser aufnehmen, zeigen sich weiterhin Bereiche mit erheblichem Trockenstress.
Ein paar kräftige Schauer lösen dieses Problem nicht. Damit Wasser tief einsickern kann, braucht es länger anhaltenden und möglichst flächigen Regen.
Hochdruckgebiete versperren dem Atlantik den Weg
Über Europa bauen sich immer wieder mächtige Hochdruckgebiete auf. Die Druckkarte zeigt gleich mehrere Hochzentren mit etwa 1027 bis 1029 hPa.
Solche Konstellationen können wie eine atmosphärische Straßensperre wirken: Tiefdruckgebiete und ihre Regenfronten vom Atlantik kommen nicht ungehindert nach Mitteleuropa voran, werden abgelenkt oder ausgebremst.
Die Ensembleprognosen zeigen Blocking auch zu Beginn des Oktobers als auffälliges Wetterregime. Danach nimmt die Sicherheit zwar deutlich ab, Hochdruckmuster verschwinden in den Berechnungen aber keineswegs.

Kommt jetzt endlich der rettende Regen?
Zum Monatswechsel schafft es immerhin eine Front nach Deutschland. Von Westen ziehen Wolken und Regen auf, teilweise können auch kräftigere Schauer und einzelne Gewitter dabei sein.
Doch eine Wetterfront beendet eine über Wochen aufgebaute Trockenheit noch lange nicht. Entscheidend wird sein, ob im Oktober weitere flächige Niederschläge folgen.
Deutschland braucht keinen kurzen Regenguss, sondern Nachschub für den Boden. Und solange sich Hochdruckgebiete über Europa festbeißen, bleibt genau dieser Regen ein schwieriger Kandidat.