„Der Sommer macht weiter!" – Wettereforscher über den August: Modelle zeigen Hitze bis zum Schluss

Wer auf Abkühlung hofft, wird enttäuscht: Wetterexperte Johannes Habermehl ist sich sicher, der Sommer legt nach. Und die großen Wettermodelle stützen ihn – sogar bis in die letzten Augusttage hinein.
Es gibt Sommer, die verabschieden sich leise – und dann gibt es diesen hier. „Der Sommer denkt gar nicht ans Aufhören, der macht munter weiter", sagt Wetterexperte Johannes Habermehl. Der letzte meteorologische Sommermonat startet nicht etwa mit dem ersten Herbst-Hauch, sondern mit ordentlich Dampf.
Und genau das ist es, was viele überrascht: Statt kühler Nächte und erster bunter Blätter zeigt der August direkt seine heiße Seite.
Darum bleibt der Hochsommer am Drücker
Ein Blick auf die großen Langfristmodelle verrät, warum Habermehl so entspannt bleibt. Sowohl das europäische ECMWF als auch das amerikanische CFS ziehen an einem Strang und berechnen einen deutlich zu warmen August – mit einer Abweichung von rund zwei Grad über dem langjährigen Mittel. Die größte Wärme staut sich dabei in der Südhälfte Deutschlands.

„Wenn sich zwei so unterschiedliche Modelle derart einig sind, dann ist das ein starkes Signal", ordnet der Meteorologe ein.
Die Hitze meldet sich direkt zurück
Schon zum Monatsauftakt dreht eine Südwestlage kräftig auf und schaufelt heiße Luft nach Mitteleuropa. Verbreitet klettern die Werte auf 32 bis 37 Grad, im Süden und Westen sind punktuell auch 39 Grad drin. Dazu kommen schwüle Tropennächte, in denen das Thermometer nicht mehr unter 20 Grad fällt.
„Das sind die Nächte, in denen viele kaum ein Auge zubekommen", warnt Habermehl mit Blick auf die Belastung für Kreislauf und Schlaf.
Doch der Sommer zeigt auch seine wilde Seite
So schön die Wärme klingt – sie bringt ihren eigenen Sprengstoff mit. Je schwüler die Luft, desto mehr Energie steckt in der Atmosphäre, und die entlädt sich in kräftigen Gewittern mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen. Hinter der Front sacken die Temperaturen dann rasant ab.
Während das ECMWF den Monat insgesamt eher trocken sieht, bringt das CFS zwischendurch mehr Schauer ins Spiel – ein echtes Wechselbad.
40 Grad und neue Gluttage möglich
Bleibt die spannendste Frage: Wie heiß wird es noch? Realistisch bleibt der Blick auf die 40-Grad-Marke, die in einem August durchaus fallen kann – der deutsche Rekord liegt bei 40,3 Grad. Ein neuer Gluttag ist also keineswegs ausgeschlossen.
Damit es so richtig eskaliert, müsste sich allerdings eine blockierende Omega-Lage festsetzen, die glühende Saharaluft wie unter einer Glocke einsperrt.
Das rät der Wetterexperte für die letzten Sommerwochen
Wer also noch Sonne tanken will, bekommt reichlich Gelegenheit. „Packen Sie die Badesachen ein, aber behalten Sie den Himmel im Auge", empfiehlt Habermehl augenzwinkernd. Sein Fazit: ein heißer, oft trockener Endspurt mit dem ständigen Risiko kräftiger Gewitter.
Langweilig wird dieser Sommer bis zur letzten Augustwoche jedenfalls nicht – so viel steht fest.