Dauerhitze bis Oktober? „Das kann eskalieren" – und warum uns jetzt ausgerechnet der Landregen fehlt

Kurze Verschnaufpause, dann ab Montag zurück auf heiß: Ich schaue täglich auf die Karten – und fürchte, dass Hitze und Dürre uns bis tief in den Herbst begleiten.

Wenn Sie in diesen Tagen ein paar Gewitter sehen und denken, das war's jetzt mit dem Schwitzen – dann muss ich Sie leider enttäuschen. Was da gerade abläuft, ist keine Wende. Das ist eine Atempause, mehr nicht. Ein bisschen Abkühlung, hier ein Schauer, da ein Grollen am Himmel.

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Doch ich sitze jeden Morgen vor denselben Karten, und die zeigen ab Montag ziemlich geschlossen in eine Richtung: wieder rauf. Der Sommer 2026 ist noch längst nicht fertig mit uns – im Gegenteil.

Ab Montag glüht das Thermometer wieder

Wie so oft macht der Südwesten den Anfang. Schon zum Wochenstart am 11. August knacken die Werte dort erneut die 30-Grad-Marke, und mitten in der Woche greift die Wärme aufs halbe Land über.

Ich rechne verbreitet mit heißen Wüstentagen über 35 Grad, und am Oberrhein sowie im Rhein-Main-Gebiet schielt das eine oder andere Modell sogar Richtung 37, 38 Grad. Das ist in diesem irren Jahr kein Ausreißer mehr. Das ist der Normalfall geworden.

Der wahre Feind heißt nicht Hitze, sondern Trockenheit

Über die Hitze redet ganz Deutschland. Mich treibt aber etwas anderes um: der fehlende Landregen. Was vom Himmel kommt, sind kurze Hitzegewitter – die knallen runter, laufen auf dem betonharten Boden ab und sind nach zwanzig Minuten Geschichte.

Helfen würde nur stundenlanger, ruhiger Landregen, der langsam versickert. Genau der fehlt. Böden, Flüsse und Grundwasser lechzen nach Wasser – und bekommen keins. Die Dürre wird nicht gelindert, sie frisst sich tiefer.

Warum sich die Lage jetzt selbst befeuert

Das Perfide daran: Diese Situation heizt sich selbst an. Ein knochentrockener Boden verdunstet keine Feuchtigkeit mehr, also erhitzt er sich noch schneller – ein Teufelskreis, der jede neue Hitzephase verschärft.

Auch im August ist laut ECMWF-Modell wenig Niederschlag in Sicht. Der Monat soll überall trockener als "normal" ausfallen.
Auch im August ist laut ECMWF-Modell wenig Niederschlag in Sicht. Der Monat soll überall trockener als "normal" ausfallen.

Dazu kommt ein rekordwarmes Mittelmeer und ein ungewöhnlich warmer Atlantik. Dieses Energiereservoir liegt praktisch vor der Tür. Setzt sich dann eine blockierende Omega-Lage über Mitteleuropa fest, sitzt die Glut wie unter einer Glocke fest und will einfach nicht weichen.

September? Der Sommer geht in die Verlängerung

Und jetzt der Teil, der mich wirklich hellhörig macht. Die Langfristrechnungen zeichnen für den September keinen Herbst, sondern eine Fortsetzung. Deutlich zu warm, im Südwesten am kräftigsten – und wieder viel zu trocken.

Der Monatsstart könnte sich anfühlen wie ein zweiter Hochsommer: strahlende Sonne, staubtrockene Luft, Höchstwerte, die vielerorts noch mal die 30 Grad ankratzen. Ein goldener Spätsommer, ja. Aber eben auch ein staubtrockener.

Kann das ernsthaft bis Oktober gehen?

Meine ehrliche Antwort: Ja, das kann es. Die Signale für einen zu warmen, zu trockenen Herbst sind erschreckend deutlich, und selbst für den Oktober rechnen die Modelle mit reichlich Wärme. Ich behaupte nicht, dass es in Stein gemeißelt ist – ein Trend ist keine Tagesprognose, ein einzelner Kaltluftschwall kann jederzeit dazwischenfunken.

Keine Entwarnung in Sachen Trockenheit im September. Das CFS-Klimamodell der US-Wetterbehörde NOAA sieht weiterhin kaum Regen und auch im September eine große Trockenheit.
Keine Entwarnung in Sachen Trockenheit im September. Das CFS-Klimamodell der US-Wetterbehörde NOAA sieht weiterhin kaum Regen und auch im September eine große Trockenheit.

Aber wenn so viele Berechnungen derart stur in dieselbe Richtung zeigen, dann nehme ich das verdammt ernst. Genießen Sie die Sonnenstunden, die da kommen – und behalten Sie trotzdem den Wasserverbrauch im Blick, im Garten wie im Haushalt. Dieser Sommer ist noch nicht bereit, uns ziehen zu lassen.