Bei diesen Temperaturen sagt Frankfurt Nein zum Barbecue: Grillverbot für öffentliche Grillplätze wegen Trockenheit

Frankfurt zieht die Reißleine und untersagt das Grillen in öffentlichen Grünanlagen. Die anhaltende Trockenheit macht das sommerliche und gesellige Barbecue auf den öffentlichen Grillplätzen der Stadt brandgefährlich. Für Rippchen, Steaks und Frankfurter Würstchen auf dem Rost ist deshalb vorerst Schluss.

Was sonst für Sommerstimmung sorgt, ist jetzt ein Risiko: Wegen der anhaltenden Trockenheit hat Frankfurt ein Grillverbot für öffentliche Grünanlagen erlassen.
Was sonst für Sommerstimmung sorgt, ist jetzt ein Risiko: Wegen der anhaltenden Trockenheit hat Frankfurt ein Grillverbot für öffentliche Grünanlagen erlassen.

Wenn eine Stadt das Grillen auf sämtlichen öffentlichen Grillplätzen untersagt, ist das mehr als eine Vorsichtsmaßnahme. Frankfurt hat wegen ausgetrockneter Böden und erhöhter Brandgefahr ein umfassendes Grillverbot für Grünanlagen verhängt.

Nach Angaben des Grünflächenamtes reicht inzwischen bereits ein einzelner Funke aus, um trockenes Gras oder Vegetation zu entzünden. Die Maßnahme ist deshalb auch ein Signal dafür, wie angespannt die Lage inzwischen geworden ist.

Frankfurt wird zum Backofen

Die Hitze hat in Hessen Einzug gehalten und entwickelt sich zu einer rekordverdächtigen Extremwetterlage.

Man mag eine Hitzesteigerung gar nicht mehr für möglich halten, aber ab Mittwoch baut sich über weiten Teilen Mitteleuropas erneut ein mächtiges Hochdruckgebiet auf, das für ungehindert prallen Sonnenschein und eine weitere Erwärmung sorgt.

Hessen erwartet am Mittwoch in Höchstwerte zwischen 34 und 39 Grad. Dazu scheint vielerorts die Sonne gnadenlos. Die Atmosphäre wird durch absinkende Luftbewegungen stabilisiert, wodurch Wolkenbildung und Niederschläge weitgehend unterdrückt werden.

Der Höhepunkt steht noch bevor

Die eigentliche Belastungsprobe folgt allerdings erst in den Tagen danach. Am Donnerstag werden in Hessen verbreitet 34 bis knapp 40 Grad erwartet. Am Freitag könnte die Temperatur vielerorts sogar auf 36 bis 40 Grad steigen.

Besonders betroffen dürfte erneut das Rhein-Main-Gebiet sein:

Dort können sich Städte und dicht bebaute Bereiche zusätzlich aufheizen. Gleichzeitig bleibt der Wind schwach, sodass kaum kühlende Luftbewegungen zu erwarten sind.

Meteorologisch betrachtet gelangt außergewöhnlich warme Luft nach Mitteleuropa. In rund 1.500 Metern Höhe werden Temperaturen von mehr als 20 Grad erwartet – Werte, die selbst für Ende Juni bemerkenswert sind und am Boden die Voraussetzungen für extreme Hitze schaffen.

Hitze wird zu einer 24/7 Belastung, denn Nächte bringen keine Erholung

Nicht nur die Tageshöchstwerte bereiten Sorgen. Zunehmend problematisch werden auch die Nächte. Während in Nordhessen örtlich noch Tiefstwerte um 15 Grad erreicht werden können, sinken die Temperaturen im Rhein-Main-Gebiet vielerorts kaum noch unter 20 Grad.

In der Nacht zum Dienstag lagen die Tiefstwerte in Frankfurt bei 23,1 Grad. Im Westend bei der Station wurden als Tiefstwerte 22 Grad gemessen.

Und es drohen eine Abfolge solcher sogenannte Tropennächte, in denen selbst nach Sonnenuntergang keine spürbare Abkühlung mehr einsetzt. Für den menschlichen Organismus bedeutet das zusätzlichen Stress, da die nächtliche Regeneration erschwert wird.

Steigende Brandgefahr in Wäldern und Grünanlagen

Mit jedem weiteren heißen und trockenen Tag verschärft sich zudem die Wald- und Vegetationsbrandgefahr. Ausbleibende Niederschläge, intensive Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen trocknen Böden und Pflanzen zunehmend aus.

Es regnet nicht genug: Wegen der anhaltenden Trockenheit kann jeder Funke einen verheerenden Brand auslösen.

Die Stadt Frankfurt sieht die Gefahr inzwischen nicht mehr nur in Grünanlagen und Wäldern. Wegen der ausgetrockneten Vegetation wird selbst auf Friedhöfen empfohlen, vorübergehend auf Grablichter und andere offene Flammen zu verzichten. Nach Angaben des Grünflächenamtes können bereits kleinste Zündquellen Brände auslösen.

Wärmegewitter können etwas Nässe bringen

Bis einschließlich Freitag bleibt die Wetterlage weitgehend stabil. Erst zum Wochenende könnte sich die Atmosphäre langsam verändern. Dann nähern sich von Westen Tiefdruckgebiete an, die wieder mehr Feuchtigkeit und eine steigende Gewitterneigung mitbringen.

Noch ist offen, wann und wo sich kräftige Gewitter tatsächlich entwickeln. Klar ist jedoch: Nach der extremen Hitze könnten lokal heftige Schauer, Hagel und Starkregen auftreten. Die Trockenheit würde dadurch allerdings nur punktuell gelindert.

Artikelreferenz

Stadt Frankfurt am Main, Grünflächenamt. Allgemeinverfügung zum Grillverbot in öffentlichen Grünanlagen.