Acht Tage über 30 Grad, sechs Tage über 35 Grad und es wird noch heißer: Deutschland erlebt eine historische Hitzelage!

Diese Fakten lassen sich nicht mehr leugnen: Acht Tage in Folge mit Temperaturen über 30 Grad. Sechs aufeinanderfolgende Tage mit mehr als 35 Grad und sieben Nächte, in denen die Temperaturen vielerorts nicht mehr unter 20 gesunken sind.

Gluthitze auf dem Kontinent: Weite Teile Europas erleben am Freitag außergewöhnliche Temperaturen, lokal steigt das Thermometer auf über. 40 Grad
Gluthitze auf dem Kontinent: Weite Teile Europas erleben am Freitag außergewöhnliche Temperaturen, lokal steigt das Thermometer auf über. 40 Grad

Der Sommer 2026 schreibt bereits vor Ende Juni Wettergeschichte. Deutschland erlebt derzeit eine außergewöhnliche Hitzelage, die sich in den kommenden Tagen weiter zuspitzt.

Dazu eine blockierende Omega-Wetterlage über Europa, außergewöhnlich heiße Luftmassen mit bis zu 23 Grad in rund 1500 Metern Höhe und eine nahezu ununterbrochene Sonneneinstrahlung über Tage hinweg.

Deutschland erlebt derzeit eine Hitzelage, die sich durch ihre Dauer, Intensität und räumliche Ausdehnung von gewöhnlichen Sommerhitzeepisoden deutlich abhebt.

Harte Faktenlage schwarz auf weiß:

  • 8 Tage in Folge über 30 °C
  • 6 Tage in Folge über 35 °C
  • Tropennächte mit über
  • 850-hPa-Temperaturen bis 22–23 °C
  • Omega-Blockierung über Europa
  • nahezu maximale Sonnenscheindauer über viele Tage
  • hohe bis extreme Wärmebelastung
  • Ausdehnung über große Teile Europas
  • Höhepunkt der Hitzewelle noch nicht überall überschritten
  • 40 Grad Marke fällt
  • nächtliche Tiefstwerte schaffen es nicht mehr unter die 25 Grad Benchmark

Insbesondere die Summe dieser Faktoren macht die Lage historisch interessant.

Auch Frankreich erlebt historische Rekorde

Wie außergewöhnlich die aktuelle Wetterlage ist, zeigt ein Blick nach Frankreich. Dort hat die Hitzewelle bereits historische Dimensionen erreicht.

Nach Angaben französischer Meteorologen wurde am Dienstag mit einem nationalen Temperaturindex von 29,8 Grad der heißeste Tag seit Beginn verlässlicher Messungen im Jahr 1947 registriert.

Damit wurden sogar die Spitzenwerte der legendären Hitzesommer 2003 und 2019 übertroffen.

Innerhalb von nur 24 Stunden wurden landesweit 233 Temperaturrekorde gebrochen, darunter 135 absolute Stationsrekorde. Von Bordeaux über Rennes bis Cherbourg erlebten zahlreiche Städte den heißesten Tag ihrer gesamten Messgeschichte.

Besonders alarmierend ist, dass der Höhepunkt der Hitzewelle noch nicht überall erreicht wurde. Bis Donnerstag rechnen die Meteorologen verbreitet mit 38 bis 41 Grad, örtlich sind sogar 43 bis 44 Grad möglich. Gleichzeitig bleiben die Nächte vielerorts tropisch warm.

In zahlreichen Städten sinken die Temperaturen selbst in den frühen Morgenstunden nicht unter 23 bis 28 Grad.

In Paris wurden nachts stellenweise noch 28 Grad gemessen.

Aufgrund ihrer Intensität, ihrer geografischen Ausdehnung und ihrer außergewöhnlichen Dauer vergleichen französische Meteorologen die aktuelle Lage bereits mit der historischen Hitzewelle des Sommers 2003.

Mehr als zwei Drittel aller französischen Départements stehen inzwischen unter der höchsten Hitzewarnstufe Rot.

Alarmstufe Rot in weiten Teilen Europas und extremer Hitzestress für England

Die außergewöhnliche Hitze macht auch vor Großbritannien nicht Halt. Der britische Wetterdienst Met Office warnt vor einer außergewöhnlichen und skandalös rekordverdächtigen Hitzewelle. Für Teile Englands und von Wales wurde die höchste Hitzewarnstufe ausgerufen.

Am Mittwoch erreichen die Temperaturen vielerorts die mittleren bis oberen 30er-Werte. Lokal sind sogar Spitzenwerte von bis zu 39 Grad möglich.

Für das Vereinigte Königreich, das normalerweise von deutlich gemäßigteren Sommern geprägt ist, stellen solche Temperaturen eine erhebliche Belastung dar.

Hinzu kommt eine ungewöhnlich hohe Luftfeuchtigkeit. Taupunkte von teils über 20 Grad sorgen dafür, dass die Hitze deutlich drückender empfunden wird als bei früheren Hitzewellen.

Gleichzeitig bleiben die Nächte außergewöhnlich warm. In vielen Regionen gehen die Temperaturen selbst nachts nur langsam zurück und verharren häufig bei Werten um oder über 20 Grad.

Nach Einschätzung des Met Office liegt die eigentliche Gefahr deshalb nicht allein in den Höchsttemperaturen.

Ausschlaggebend seien vor allem die Kombination aus extremer Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit, der räumlichen Ausdehnung der Wetterlage und den fehlenden Erholungsphasen während der Nacht.

Die WHO sieht Europa im Brennpunkt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt, dass Hitze längst zu den größten wetterbedingten Gesundheitsrisiken Europas zählt. Nach Angaben der Organisation kamen in den vergangenen vier Jahren europaweit mehr als 200.000 Menschen durch die Folgen extremer Hitze ums Leben.

Die Vereinten Nationen fordern deshalb mehr Schutzmaßnahmen gegen Hitzefolgen. Städte sollen stärker begrünt, Parks erhalten und natürliche Kühlräume wie Flussauen, Wälder und Moore geschützt werden.

Gleichzeitig warnen Experten vor den Folgen immer weiter versiegelter Flächen, die die Hitze zusätzlich verstärken.

Artikelreferenz

Vereinte Nationen. WHO: Europäische Staaten müssen Menschen besser vor Hitze schützen.