35 Grad im September! Hitze-Hammer rollt an – doch ein Name entscheidet, wer jetzt schwitzt und wer im Regen steht

Der Süden glüht, der Norden friert: Ein Hoch namens Thomas hält den Regen fern und schiebt die 35-Grad-Marke wieder heran. Während es im Süden staubtrocken bleibt, schaut der Norden in die Röhre.

Da ist er wieder, der Hochsommer – und zwar mitten im September. Nach dem eiskalten Dämpfer der vergangenen Tage, als plötzlich 20 Grad auf dem Thermometer fehlten, dreht die Wärme jetzt schlagartig zurück.

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Der neueste Lauf des europäischen Wettermodells lässt Hitze-Fans jubeln: Am Oberrhein sind bis zu 35 Grad drin. Verbreitet im Süden geht es Richtung 30 Grad. Von Herbst also keine Spur – zumindest nicht überall.

„Thomas" macht den Süden zur Sonnenfalle

Verantwortlich für den Hitze-Nachschlag ist ein Hochdruckgebiet, das die Meteorologen auf den harmlosen Namen Thomas getauft haben. Der Bursche hat es faustdick hinter den Ohren: Er legt sich wie ein Deckel über die Südhälfte und blockt jede Regenwolke gnadenlos ab.

Die Folge? Strahlend blauer Himmel, staubtrockene Luft, Spätsommer wie aus dem Bilderbuch. Wer südlich der Mainlinie wohnt, darf die Sonnenbrille rauskramen. Regen? Praktisch ausgeschlossen. Thomas hält, was sein Hoch verspricht – und das dürfte noch eine ganze Weile so bleiben.

Süden gegen Norden – das Spiel von diesem Sommer

Kommt Ihnen das bekannt vor? Kein Wunder. Genau dieses Muster haben wir schon den ganzen Sommer erlebt. Der Süden brutzelt in der Sonne, während der Norden fröstelnd im Wind steht. Die Wetterkarte ist regelrecht zweigeteilt.

Es passiert schon wieder: ein wechselhafter und feuchter Norde dem ein sehr trockener und sonniger Süden gegenübersteht.
Es passiert schon wieder: ein wechselhafter und feuchter Norde dem ein sehr trockener und sonniger Süden gegenübersteht.

Über Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern ziehen weiter Schauer durch, der Wind pfeift kräftig um die Häuser, an den Küsten sogar mit stürmischen Böen. Höchstwerte dort: gerade mal um die 20 Grad. Zwischen Nord und Süd liegen glatte 15 Grad Unterschied – und Welten.

Die Dürre im Süden wird jetzt richtig heikel

Was für Sonnenanbeter ein Traum ist, wird für die Natur langsam zum Albtraum. In den kommenden zwei Wochen soll sich die Trockenheit im Süden sogar noch verschärfen. Nennenswerter Regen ist beim besten Willen nicht in Sicht.

Im Süden Deutschlands sorgt ein Hoch mit dem Namen Thomas für sonniges, trockenes und auch recht warmes Spätsommerwetter.
Im Süden Deutschlands sorgt ein Hoch mit dem Namen Thomas für sonniges, trockenes und auch recht warmes Spätsommerwetter.

Die Böden sind vielerorts schon jetzt bis in tiefe Schichten ausgedörrt, Flüsse führen wenig Wasser, mancher Bach ist komplett versiegt. Und Thomas denkt gar nicht daran, das zu ändern. Der Süden steuert auf eine handfeste Dürre-Phase zu – wie schon 2018 und 2022.

Diese Gewinner reiben sich jetzt die Hände

Doch wo die einen stöhnen, jubeln die anderen. Ganz vorne mit dabei: die Winzer. Für sie ist die Kombination aus Sonne und trockener Luft kurz vor der Lese das reinste Gold. Der Zuckergehalt in den Trauben schießt nach oben.

Ein Spitzenjahrgang bahnt sich an, da schlagen Weinliebhaber schon jetzt die Hände über dem Kopf zusammen. Auch alle, die noch schnell ins Freibad wollen, den Grill anwerfen oder auf dem Weinfest anstoßen, dürfen sich freuen. Schöner könnte der September für sie kaum laufen.

Der große Verlierer heißt: der Norden

Und die Kehrseite? Die trifft ausgerechnet die, die ohnehin schon frieren. Der Norden hat mal wieder das komplette Nachsehen. Statt Sonnencreme heißt es dort: Gummistiefel an, Regenschirm nicht vergessen, Jacke bis obenhin zu.

Auch die Landwirte auf den ausgedörrten Äckern des Südens gucken in die Röhre, denn ohne Regen gibt es kaum etwas zu ernten. Und das Grundwasser? Sinkt weiter. Am Ende zeigt sich mal wieder: So gnadenlos ungerecht kann Wetter sein – der eine schwitzt im Glück, der andere steht buchstäblich im Regen.