2,2 Grad zu warm, erst 37 Liter Regen: Konferenzen wie „Nachhaltige Geldanlagen 26“ werden mit jedem Monat wichtiger
Der September fällt bislang deutlich zu warm und vergleichsweise trocken aus. Die bisherigen September-Wetter-Daten verleihen der heutigen Frankfurter Konferenz über nachhaltige Geldanlagen eine Aktualität, die weit über den Finanzsektor spürbar hinausreicht.

Während sich die Finanzbranche heute in Frankfurt zur Konferenz „Nachhaltige Geldanlagen 26“ trifft, liefert das Wetter einen bemerkenswerten Hintergrund. Der September 2026 erreichte in Deutschland bis zum 23. September eine vorläufige Mitteltemperatur von rund 16 Grad. Gegenüber der international gebräuchlichen Klimaperiode von 1991 bis 2020 ergibt sich damit eine Abweichung von etwa plus 2,2 Grad.
Auch beim Niederschlag fällt die bisherige Bilanz auf: Deutschlandweit kamen bis zum Morgen des 23. September im Mittel ungefähr 37 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Zum Vergleich: In einem vollständigen September fallen langfristig durchschnittlich rund 62 Liter. Da der Monat noch nicht beendet ist, lässt sich daraus keine endgültige Niederschlagsbilanz ableiten. Der Zwischenstand zeigt jedoch, dass noch eine beträchtliche Menge fehlt.
Ein einzelner Monat ist kein Beweis – die Reihe zählt
Ein warmer und trockener September allein beweist noch keinen Klimawandel. Entscheidend ist die langfristige Entwicklung. Die deutsche Temperaturreihe reicht bis 1881 zurück und zeigt besonders in den vergangenen Jahrzehnten einen deutlichen Anstieg der Septembertemperaturen. Sehr/Zu warme Monate sind mittlerweile die Regel und bestimmen die Schlagazeilen.
Beim Regen ist das Bild unruhiger. Auf äußerst nasse Septembermonate können ausgesprochen trockene folgen. Ein klarer, gleichmäßiger Trend ist dort schwerer zu erkennen. Gleichzeitig kann höhere Wärme die Verdunstung verstärken. Dann verlieren Böden und Pflanzen schneller Feuchtigkeit – selbst wenn die Niederschlagssumme auf den ersten Blick nicht außergewöhnlich niedrig erscheint.
Frankfurt diskutiert über die Verantwortung des Kapitals
Mitten in dieses hochaktuelle Spannungsfeld fällt die heutige Jahreskonferenz an der Frankfurt School of Finance & Management. Mehr als 25 Fachleute und über 150 Teilnehmende beschäftigen sich in mehr als 15 Veranstaltungen mit der Frage, wie Kapital gezielter für den ökologischen und wirtschaftlichen Umbau eingesetzt werden kann.
Nachhaltige Geldanlagen können Investitionen in erneuerbare Energien, energiesparende Gebäude, klimaverträgliche Industrieprozesse und widerstandsfähige Infrastruktur ermöglichen. Sie ersetzen allerdings weder wirksame Klimapolitik noch verbindliche Regeln. Ohne ausreichend Kapital lassen sich viele notwendige Projekte jedoch kaum verwirklichen.
Dabei kommt es auf überprüfbare Kriterien an. Nicht jedes Finanzprodukt mit grünem Etikett bewirkt automatisch eine messbare Veränderung. Transparenz, nachvollziehbare Klimaziele und ein kritischer Blick auf mögliche Täuschungen bleiben deshalb unverzichtbar.

Die Temperaturinflation geht weiter: die 30-Grad-Marke rückt wieder näher
Nach einer vorübergehend wechselhaften und windigen Wetterphase steigt der Luftdruck erneut. Zum Wochenende gelangt ungewöhnlich warme subtropische Luft nach Deutschland. Häufig werden 20 bis 25 Grad erreicht, im Südwesten sind anschließend sogar Werte zwischen 25 und 30 Grad möglich.
Der September könnte damit so enden, wie er bislang verlaufen ist: deutlich zu warm und regional viel zu trocken. Die Wetterdaten treffen keine Anlageentscheidung. Sie zeigen aber, warum die Diskussion über eine nachhaltigere Kapital- und Finanzwirtschaft mit jedem außergewöhnlichen Monat dringlicher wird.
Artikelreferenz
Frankfurt School Forum. (23. September 2026). 19. Jahreskonferenz Nachhaltige Geldanlagen 26.