Sie hat Walt Disney inspiriert: Die Felsenburg mit 14 Toren, die nie erobert wurde
Auf einem steilen Felsen erhebt sich eine der eindrucksvollsten Burgen Österreichs. Mit Zugbrücke, Fallgittern und Schießscharten wirkt sie wie die Kulisse eines Films - oder eines Märchens.

Ihr mittelalterliches Flair, das ausgeklügelte Verteidigungssystem und vor allem die spektakuläre Lage machen die Burg Hochosterwitz zum perfekten Ziel für Geschichts- und Märchen-Fans.
In St. Georgen am Längsee thront sie auf einem Dolomitfelsen, der rund 175 Meter über die umliegende Ebene aufragt. Schon von Weitem ist ihre Silhouette zu erkennen.
Fast 1200 Jahre Geschichte
So eindrucksvoll wie ihr Anblick ist auch ihre Geschichte. Denn die Kärntener Festung ist tief in der Vergangenheit verwurzelt: Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort bereits im Jahr 860.
Ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt die Burg vor allem im 16. Jahrhundert. Georg Freiherr von Khevenhüller ließ die Anlage zwischen 1570 und 1586 umfassend befestigen, um sie - und sich - vor Angriffen zu schützen.

Das Verteidigungssystem bewährte sich: Die Burg wurde in ihrer Geschichte nie gewaltsam eingenommen. Noch heute befindet sie sich im Besitz der Familie Khevenhüller.
14 Wehranlagen, 100 Höhenmeter, eine Cinderella
Bemerkenswert ist der historische Burgweg. Auf rund 620 Metern Länge überwindet er etwa 100 Höhenmeter und führt durch 14 befestigte Tore bis zur Burg. Jedes Tor war Teil eines durchdachten Abwehrsystems.
Zugbrücken, Fallgitter, Schießscharten und weitere Verteidigungseinrichtungen sollten Angreifer aufhalten und machten den Weg nach oben zu einer gefährlichen Herausforderung.
Später entwickelte ausgerechnet diese Wehrhaftigkeit märchenhaften Zauber: So soll sie Walt Disney bei einem Besuch zu Cinderellas Schloss für seinen legendären Trickfilm inspiriert haben.
Vom Fähnrichtor am Fuß des Felsens bis zum Kulmertor vor dem inneren Burgbereich mussten sich mögliche Eindringlinge Hindernis für Hindernis vorkämpfen.
Ein Burghauptmann von 2,25 Metern Größe
Heute ist der Zugang ohne Hindernisse möglich. Oben erwarten Besucher Einblicke in die Geschichte der Anlage.
Das Burgmuseum zeigt historische Waffen, Kanonen und Rüstungen, darunter eine besonders auffällige Rüstung, die dem legendären Burghauptmann Schenk zugeschrieben wird. Er soll mehr als 2,25 Meter groß gewesen sein.
Auch die gotische Burgkapelle mit ihren kunstvollen Fresken zählt zu den sehenswerten Bereichen. Im Arkadenhof befindet sich zudem ein Restaurant, das zur Pause nach dem Rundgang einlädt.
Steiler Fußweg oder Aufstieg per Schrägaufzug
Der Aufstieg über den historischen Torweg dauert je nach Kondition etwa 20 bis 30 Minuten. Dabei lässt sich die Befestigungsanlage aus nächster Nähe erleben.
Alternativ bringt ein Schrägaufzug Besucher bequem nach oben. Er macht den Bau auch für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit leicht zugänglich.
Die Burg ist saisonal geöffnet, in aller Regel von April bis Anfang November. Vor dem Besuch im Herbst am besten einen Blick auf die Website werfen, um Öffnungszeiten und Verfügbarkeit des Schrägaufzugs zu überprüfen.
Artikelreferenz
Bjarne Bock. (2026). Spektakulär und uneinnehmbar: Eine der schönsten Burgen liegt in diesem Bundesland.