Mitten in einer 123 Meter hohen Felswand: Diese Burg hält einen Weltrekord

Im slowenischen Karst liegt eine der spektakulärsten Festungen Europas. Ihre Lage ist grandios, ihre Vergangenheit steckt voller Geschichten. Und ganz nebenbei schaffte sie es ins Guinness-Buch der Rekorde.

Wie aus dem Felsen gewachsen: Die Burg Predjama bot (fast) perfekten Schutz. Foto: Adobe Stock
Wie aus dem Felsen gewachsen: Die Burg Predjama bot (fast) perfekten Schutz. Foto: Adobe Stock

Grau, schroff und steinern: Diese Burg scheint buchstäblich aus der Felswand zu wachsen. Predjama gehört zweifellos zu den spektakulärsten Burgen Europas. Die mittelalterliche Festung sitzt in einer 123 Meter hohen Karstwand, hinter ihren Mauern öffnet sich ein weit verzweigtes Höhlensystem.

Knüller im Karst

Nur etwa neun Kilometer trennen die Burg von den berühmten Höhlen von Postojna. Zusammen bilden die beiden Sehenswürdigkeiten die wohl größten Attraktionen im slowenischen Karst.

Auch die Interieurs sind sehenswert: Historische Waffen in der Festung. Foto: Adobe Stock
Auch die Interieurs sind sehenswert: Historische Waffen in der Festung. Foto: Adobe Stock

Die Höhlenburg Predjama, auf slowenisch Predjamski grad, liegt im Südwesten Sloweniens oberhalb des Flusses Lokva. Teile der Anlage wurden in eine natürliche Felsnische gebaut, andere liegen im Inneren des Berges.

Mauerwerk und Kalkstein gehen unmerklich ineinander über, so dass die Grenze zwischen Burg und Fels kaum auszumachen ist.

Im 16. Jahrhundert wurde die Burg zum Schloss

Die Geschichte der Festung reicht bis ins Mittelalter zurück. Bereits 1274 wird erstmals eine Burg an diesem Ort erwähnt.

Ihr heutiges Erscheinungsbild geht allerdings vor allem auf einen späteren Umbau zurück: Um das Jahr 1570 ließ Johann Cobenzl die Anlage im Renaissance-Stil erweitern und befestigen.

Baukunst im Berg: Ein Treppenhaus der Festung. Foto: Adobe Stock
Baukunst im Berg: Ein Treppenhaus der Festung. Foto: Adobe Stock

Dass die Lage in der Felswand spektakulär anzusehen ist, war angenehm; dass sie perfekten Schutz vor Angriffen bot, allerdings fast noch wichtiger.

Predjama gilt als größte in eine Höhle integrierte Burg der Welt und ist mit diesem Superlativ im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet.

Oder vielmehr: fast perfekten Schutz. Denn berühmt wurde die Festung auch durch die Geschichte des Erazem von Predjama (deutsch: Erasmus Lueger), der noch früher hier lebte: im 15. Jahrhundert. Kaiserliche Truppen sollen seine Burg einst monatelang belagert haben, um ihn und die anderen Bewohner auszuhungern.

Frische Kirschen für die Belagerten

Der Legende nach gelangte Erazem über geheime Höhlengänge ins nahe Vipava-Tal, wo er sich mit Lebensmitteln versorgte.

Sogar frische Kirschen soll er auf diesem Weg in die Festung gebracht und damit die Belagerer verspottet haben. Erst der Verrat eines bestochenen Dieners soll den Widerstand beendet haben - Erazem traf eine tödliche Kanonenkugel.

Auf einem Rundgang können Besucher heute Wohn- und Schlafräume, einen Gerichtssaal, die Burgkapelle und die historische Waffenkammer besichtigen.

Besonders spannend ist der Übergang vom Bauwerk in die natürliche Karsthöhle. Steile Steinstufen führen in den Fels hinein und machen fassbar, wie ungewöhnlich die Festung angelegt wurde.

Winterquartier für Fledermäuse

Auch die Höhle unterhalb der Burg kann man zumindest teilweise anschauen. Allerdings nicht das ganze Jahr über: Im Winter bleibt das unterirdische System geschlossen, damit Fledermäuse hier ungestört überwintern können.

Den Besuch der Festung können Reisende mit einem Abstecher zu den Höhlen von Postojna verbinden. Diese unterirdische Karstlandschaft ist von Eingriffen durch den Menschen nahezu unberührt geblieben.

Artikelreferenz

Bjarne Bock. (2026). Größte Höhlenburg der Welt in der Nähe von Adelsberg lockt mit faszinierender Geschichte.