Kolibris und Palmen: Diese Karibik-Insel ist ein Paradies für Strand-Fans und Birdwatcher
Über 260 Arten machen die kleine Insel zu einem Hotspot für Vogelbeobachter. Dazu versprechen puderzuckerweiße Sandbuchten, türkisfarbenes Meer und Wasserfälle wintermüden Menschen Erlösung aus der Finsternis.

Halbmondförmig, blitzweiß, von Palmen bestanden und türkisfarbenem Meer umspült liegen die Buchten an der karibischen Nordküste Tobagos. In der Castara Bay ziehen Fischer ihre Boote in den Sand. In der Englishman’s Bay rollt die Brandung auf einen goldenen, von Felsen eingefassten Strand vor Regenwald. Ins perfekte Rund der Parlatuvier Bay sind Segelyachten getupft. Jeder Strand ist anders, jeder ist wunderschön.
Zwischen diesen Oasen ist es ruhig auf der Insel mit 60.000 Einwohnern, die zum Staat Trinidad und Tobago gehört. Es gibt tropischen Regenwald, Wasserfälle, ein paar Kühe, ein Fußballfeld, ein Denkmal in Plymouth für jene europäischen Neuankömmlinge, die hier im 17. Jahrhundert den Kariben trotzten und - wie anderswo auf den Antillen auch - das ökologische System durch Rodungen, Tabak- und Zuckerrohrpflanzungen aus dem Gleichgewicht brachten.
Paradiesische Bedingungen für Birdwatcher
Heute erscheint die kleine Insel nicht nur Europäern wie ein irdisches Paradies. Wer nicht gerade am Strand träumt, erkundet ihre tropische Natur. Vor allem die Vogelwelt gehört zu den einzigartigen Attraktionen der kleinen Karibikinsel. Dank der außergewöhnlichen Zahl und Vielfalt an Vögeln gehört Birdwatching zu den beliebtesten Aktivitäten auf der Insel.
Schon Balkon oder Terrasse bieten ungeahnte Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung: Der Bananaquit (auch „Sugarbird“ genannt) schwirrt beim Frühstück vorbei, die Tropische Spottdrossel weckt frühmorgens mit ihrem Gesang. In Baumkronen zeigt sich der farbenprächtige, nur auf Tobago und der großen Schwester Trinidad heimische Trinidad-Motmot.
Der älteste geschützte Regenwald der westlichen Hemisphäre
Das Main Ridge Forest Reserve, der seit 250 Jahren geschützte Regenwald der westlichen Hemisphäre, und die unbewohnte Insel Little Tobago sind Heimat von Vogelarten, die Besucher nur hier oder selten anderswo finden. Insgesamt beherbergt Tobago über 260 verschiedene Spezies, darunter auch zwei endemische Arten: der Trinidad Motmot und der Tobago Greenlet.
Das rund 4.047 Hektar große lebendige Naturmuseum des Main Ridge Forest Reserve ist die Heimat von mindestens 43 Vogelarten. Zu entdecken sind hier etwa der endemische Tobago Greenlet sowie der Weißschwanz-Degenflügel – ein seltener Kolibri, der einst schon als auf Tobago ausgestorben galt. Mit etwas Glück sieht man sogar den extrem scheue Bodenbrüter Gelbbrusttinamu.
Little Tobago: Unbewohnte Insel seltener Arten
Nur wenige Minuten mit dem Boot vom kleinen Küstenort Speyside entfernt liegt die unbewohnte Insel Little Tobago. Sie ist eines der bedeutendsten Seevogelreservate der südlichen Karibik. Hier brütet in spektakulären Klippenkolonien der Rotschnabel-Tropikvogel.
Besucher können hier außerdem zudem Prachtfregattvögel, Rotfuß- und Weißbauchtölpel, Brandseeschwalben sowie weitere der insgesamt 33 dort dokumentierten Arten sehen. Dank des Status der Insel als Vogelschutzgebiet werden invasive Arten ferngehalten. Die Fahrt mit dem Glasbodenboot führt über Korallenriffe und gibt Einblick in die Wunder der Welt unter Wasser.