Geheimtipp und Rekordhalter: Darum sollten Sie diese Stadt an der Somme kennenlernen

Einer der populärsten Schriftsteller Frankreichs machte sie zu seiner Heimat, die größte gotische Kathedrale der Welt zählt zu ihren Trümpfen. Und doch wird die attraktive Universitätsstadt von Reisenden häufig links liegen gelassen.

Monumental: Amiens besitzt die größte gotische Kathedrale der Welt. Foto: Philippe Paternolli / Adobe Stock
Monumental: Amiens besitzt die größte gotische Kathedrale der Welt. Foto: Philippe Paternolli / Adobe Stock

Stolz blickt der 112 Meter hohe Turm auf die Stadt hinab. 42,3 Meter misst die Kirche bis zur Gewölbedecke. Das 800 Jahre alte Meisterwerk der französischen Gotik dominiert das Herz der Stadt. Der Name des Sakralbaus: Notre-Dame.

Doppelt so groß wie Notre-Dame in Paris

Sein Standort ist indessen nicht Paris. Diese mittelalterliche Kathedrale ist mit einer Innenraumfläche von fast 200.000 Quadratmetern sogar doppelt so groß wie ihre Namensvetterin in der Hauptstadt. Tatsächlich ist die Kathedrale von Amiens die größte gotische - und mittelalterliche - der Welt.

Seit rund 800 Jahren thront sie im Herzen von Amiens. Grundsteinlegung war im Jahr 1220, als sich die Stadt besonderen Wohlstands erfreute. Deshalb schritt der Bau so zügig voran, wie es in präindustrieller Zeit bei einem Bauwerk dieser Größe und dieses Anspruchs eben möglich war.

1288 war die Kathedrale so gut wie fertiggestellt. Aufgrund der Kürze der Bauzeit besitzt sie ein sehr harmonisches, einheitliches Erscheinungsbild. 1981 erklärte die UNESCO sie zum Weltkulturerbe.

Vor der Kathedrale erstreckt sich ein weiter Platz, ihn säumen Cafés und Brasserien. Überfüllt ist dieser Platz selten. Die Hauptstadt der Picardie liegt trotz der milden Schönheit der Umgebung - und trotz ihrer historischen Bedeutung - abseits der großen Touristenströme.

30 Kilometer entfernt liegen die Schlachtfelder des Weltkriegs

Der Name der Somme, die mitten durch die Stadt fließt, ist untrennbar mit den Schlachten des Ersten Weltkriegs verbunden. Nur 30 Kilometer von Amiens lagen die Hauptkampfschauplätze des Konflikts, bei dem Millionen junger Menschen ihr Leben verloren.

Amiens selbst war nur elf Tage lang besetzt, nahm aber bei deutschen Bombardierungen im Frühjahr 1918 schweren Schaden. Außerhalb der Stadt erinnern Militärfriedhöfe, Denkmäler und Gedenkstätten wie die Museen in Thiepval und Péronne an den Großen Krieg.

Jules Verne verliebte sich in die Schwester der Braut

Von den Tiefpunkten des 20. Jahrhundert konnte der meistübersetzte französische Schriftsteller noch nichts ahnen, als er 1856 zur Hochzeit eines Freundes erstmals nach Amiens reiste. Unversehens verliebte Jules Verne sich in die Schwester der Braut und zog nach der Hochzeit mit seiner Honorine hierher.

Amiens wurde für den Rest seines Lebens seine Heimat. Er gehörte sechzehn Jahre lang dem Stadtrat an und liebte es, stundenlang durch Amiens zu streifen - zumeist in Gesellschaft seines Hundes. Der in Nantes geborene Autor schrieb hier seine großen Klassiker, darunter „In 80 Tagen um die Welt" und „20.000 Meilen unter dem Meer".

Dieses Haus bewohnte Jules Verne mit seiner Familie. Heute ist es ein Museum. Foto: Adobe Stock
Dieses Haus bewohnte Jules Verne mit seiner Familie. Heute ist es ein Museum. Foto: Adobe Stock

Das Haus, das er auf dem Höhepunkt seines Ruhmes mit seiner Familie bezog, ist heute ein Museum. 700 Objekte erinnern im Maison de Jules Verne an Leben und Werk des unvergessenen Schriftstellers. Ein Rundweg durch die Stadt führt zu den Orten, die mit seiner Biografie verbunden sind. Und die Universität von Amiens trägt mit Stolz seinen Namen.

Verpassen Sie nicht die neuesten Nachrichten von Meteored und genießen Sie alle unsere Inhalte auf Google Discover völlig KOSTENLOS

+ Folgen Sie Meteored