Geheimtipp für Natur-Fans: Dieses traumhafte Stück Ostseeküste trotzt dem Tourismus-Boom

Während viele Ostseebäder kräftig investiert haben, um noch mehr Besucher anzuziehen, gibt es in Mecklenburg-Vorpommern einen Abschnitt, der sich dem Wachstum entgegenstellt - zum Wohl der Natur.

Menschenleere Dünen am Küstenabschnitt zwischen Priwall und dem Ostseebad Boltenhagen. Foto: Pixabay
Menschenleere Dünen am Küstenabschnitt zwischen Priwall und dem Ostseebad Boltenhagen. Foto: Pixabay

Anders als in beliebten ostdeutschen Seebädern mit langen Promenaden, nagelneuen Seebrücken und dicht bebauten Strandbereichen stehen hier geschützte Küstenlandschaften im Mittelpunkt. Große Hotelanlagen oder weitläufige Ferienkomplexe gibt es nicht.

Steilküste, Dünen und Salzwiesen

Stattdessen: naturbelassene Strände, ausgedehnte Wälder und malerische Dörfer. Die Region ist Teil mehrerer Schutzgebiete und ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Zwischen dem Priwall bei Lübeck und dem Ostseebad Boltenhagen erstreckt sich die Landschaft, die weniger von touristischer Infrastruktur als von Natur geprägt ist.

Gleich vor den Toren Lübecks geht es los

Die Region liegt zwischen den Hansestädten Lübeck und Rostock. Vom Priwall bei Lübeck aus beginnt der Küstenabschnitt praktisch vor den Toren der Stadt, während Rostock je nach Zielort etwa 50 bis 80 Kilometer entfernt liegt. Mit dem Auto erreicht man die meisten Orte der Region von Lübeck in 20 bis 45 Minuten und von Rostock in einer bis anderthalb Stunden.

Für Birdwatcher ist diese Küste ein Stück vom Himmel. Foto: Pixabay
Für Birdwatcher ist diese Küste ein Stück vom Himmel. Foto: Pixabay

Außergewöhnlich sind die unterschiedlichen Küstenformen. Steilküsten wechseln sich mit Kies- und Geröllstränden ab, während Dünen, Salzwiesen und Küstenwälder eine vielfältige Landschaft entstehen lassen.

Diese Bereiche bieten vielen Tieren Schutz und Nahrung: Hier nisten Uferschwalben , in den Küstengewässern und Feuchtgebieten sind Fischotter heimisch. Vorgelagerte Sandbänke und Riffe bilden einen Lebensraum für Meeressäuger wie Schweinswalen.

Malerische Dörfer und naturbelassene Strände

Zu den Orten entlang dieses Küstenstreifens gehören unter anderem Barendorf, Brook, Warnkenhagen und Groß Schwansee. Obwohl die Dörfer klein sind, gibt es Pensionen, Ferienwohnungen und familiengeführte Gasthöfe. Wer mehr Komfort sucht, findet im Hinterland Hotels.

Die Strände sind ursprünglicher als an anderen Orten der Ostsee. Feiner Sand ist nur stellenweise vorhanden, stattdessen bestimmen Kieselsteine, Findlinge und vom Wind geformte Uferbereiche das Landschaftsbild.

Umgestürzte Bäume und natürliche Küstenvegetation unterstreichen den wilden Charakter der Region.

Selbst in der Hauptsaison bleibt es hier ruhig und entspannt. Wander- und Radwege führen durch Wälder und verbinden die kleinen Orte miteinander. Besonders reizvoll sind die weiten Ausblicke über die Ostsee, die sich von Steilküsten und erhöhten Uferbereichen öffnen.

Keine Lagerfeuer, kein Sammeln von Muscheln und Pflanzen

Damit die Natur hier möglichst unbeschadet erhalten bleibt, sind Urlauber gefordert, Rücksicht auf die empfindliche Natur nehmen. Viele Bereiche unterliegen ausdrücklich besonderen Schutzbestimmungen. Dazu geht, die ausgewiesenen Wege nicht zu verlassen, Hunde anzuleinen und Brut- sowie Ruhezeiten von Tieren zu respektieren.

Nur Fußspuren hinterlassen

Auch das Sammeln von Muscheln, Pflanzen oder anderen Naturmaterialien ist in manchen Gebieten nicht erlaubt. Es gilt:

Nichts zurücklassen außer Fußspuren, nichts mitnehmen außer Erinnerungen.

Auch offenes Feuer ist verboten. Der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt soll dazu beitragen, diesen besondere Küstenabschnitt langfristig zu bewahren und als Naturrefugium zu schützen.

Quellenhinweis:

T-Online (2026). https://hamburg.t-online.de/region/hamburg/id_100823474/hamburg-ferien-ostsee-kueste-in-mecklenburg-natur-ohne-touristen.html