Frauenpower an den Decks: Studie belegt, dass es immer mehr weibliche DJs gibt

Laut dem aktuellen IMS Business Report ist der Anteil weiblicher DJs in den
vergangenen drei Jahren von 13 auf 15 Prozent gestiegen. Doch es ist noch Luft nach oben.

Eine neue Studie zeigt, dass immer mehr Frauen als DJ unterwegs sind (Foto: Adobe Stock)

Mit dem International Music Summit (IMS) wird Ibiza auch 2026 wieder zum globalen Treffpunkt der elektronischen Musikszene. Einer der wichtigsten Programmpunkte für Branchenvertreter:innen ist dabei traditionell die Veröffentlichung des IMS Business Reports, der jährlich die wichtigsten Entwicklungen und Trends der Branche analysiert.

Eine der bemerkenswertesten Erkenntnisse der diesjährigen Ausgabe betrifft die Geschlechterverteilung hinter den DJ-Pulten: Der Anteil von DJs, die sich als weiblich identifizieren, wächst kontinuierlich. Auch wenn die Entwicklung langsam verläuft, zeigt sie einen klaren und bedeutenden Wandel innerhalb der elektronischen Musikszene.

Die Daten stammen aus dem globalen Nutzer:innen-Netzwerk von AlphaTheta, einem der weltweit führenden Hersteller von DJ-Technologie und langjährigen Partner des IMS. Laut dem von MIDiA erstellten Bericht ist der Anteil weiblich registrierter Accounts innerhalb des AlphaTheta-Ökosystems in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen – von 13 Prozent im Jahr 2023 über 14 Prozent im Jahr 2024 auf 15 Prozent Ende 2025.

Fortschritt ist sichtbar, doch die Gleichstellung bleibt eine Herausforderung

Der Bericht macht deutlich, dass Frauen zunehmend mehr Raum innerhalb der elektronischen Musikszene einnehmen. Gleichzeitig zeigt er jedoch auch, dass der Weg zu echter Gleichstellung noch lang ist. Strukturelle Hürden und historisch gewachsene Ungleichheiten prägen die Branche weiterhin.

Besonders sichtbar wird dies auf den größten Bühnen der Welt. Studien wie der FACTS Report des Kollektivs female:pressure zeigen, dass Frauen aktuell lediglich rund 30 Prozent der Festival-Bookings ausmachen.

Die Herausforderung besteht daher nicht nur darin, einzelne erfolgreiche Künstlerinnen sichtbar zu machen, sondern nachhaltige Strukturen zu schaffen, die den Zugang zur Branche erleichtern. Dazu gehören niedrigschwellige Lernangebote, sichere Räume für kreativen Austausch sowie eine stärkere Förderung von Nachwuchstalenten – sowohl auf lokaler Clubebene als auch auf dem Weg zu internationalen Bühnen.

Noch immer nehmen Frauen bei Festival-Bookings nur 30 Prozent ein (Foto: Adobe Stock)

Von Zahlen zu Veränderung

Für AlphaTheta sind diese Zahlen weit mehr als eine reine Kennzahl, sie dienen als Antrieb für langfristige Veränderung. Die Erkenntnis, dass Frauen im Jahr 2023 lediglich 13 Prozent der registrierten Nutzer:innen ausmachten, war einer der Auslöser für die Entwicklung von Equal Beats.

Die globale Initiative wurde Anfang 2025 ins Leben gerufen, um Geschlechtergerechtigkeit zu fördern, Barrieren abzubauen und den Community-Gedanken innerhalb der Musikbranche zu stärken.

Seitdem organisiert AlphaTheta im Rahmen von Equal Beats Networking-Events, kreative Kollaborationen und Medienkampagnen, die gezielt den Austausch fördern und neue Perspektiven aufzeigen. Ziel ist es, mehr Menschen den Zugang zur Musikindustrie zu ermöglichen und die nächste Generation von Talenten zu inspirieren.

" Sichtbarkeit auf Festival-Line-ups allein reicht nicht aus"

Zu den bislang größten Projekten zählt der sieben Episoden umfassende Equal Beats Podcast, moderiert von Kikelomo. Produziert von einem rein weiblichen Team in London, bringt die Reihe DJs, Manager:innen, Agent:innen und weitere Branchenexpert:innen zusammen, um persönliche Erfahrungen, Herausforderungen und Chancen innerhalb der Musikindustrie zu diskutieren. Der Podcast richtet sich insbesondere an Frauen, weiblich gelesene Personen und nicht-binäre Menschen, die ihren Weg in der Branche finden möchten.

"Diese Zahlen müssen zu einem strukturellem Wandel führen", Isabel Sugrañes, Marketing Executive bei AlphaTheta, kommentiert die Ergebnisse des diesjährigen Berichts: "Der diesjährige Bericht bestätigt eine positive Entwicklung, gleichzeitig bleibt echte Gleichstellung die große Herausforderung, die uns zur Entwicklung von Equal Beats motiviert hat. Sichtbarkeit auf Festival-Line-ups allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, Barrieren bereits beim Einstieg in die Branche abzubauen. Mit Equal Beats möchten wir dazu beitragen, aus positiven Zahlen langfristige Veränderungen zu machen und der nächsten Generation von DJs die Unterstützung und das Netzwerk bieten, das sie braucht, um die Zukunft der Szene aktiv mitzugestalten."

Quellenhinweise:

MS Business Report, Pressemitteilung