Nachthimmel über Mitteldeutschland: Im Juni lohnt sich der Blick nach oben
Der Juni bringt ein echtes Himmelsspektakel: Gleich mehrere Planeten zeigen sich über Mitteldeutschland besonders eindrucksvoll. Wer zur richtigen Zeit nach oben schaut, kann ein seltenes Zusammenspiel beobachten.

In den ersten Wochen des Monats Juni bietet sich nach Sonnenuntergang ein besonders schönes Schauspiel. Tief im Westen stehen zwei auffällig helle Himmelskörper dicht beieinander: Venus und Jupiter. Dabei zeigt sich Jupiter als der größere und massereichste Planet unseres Sonnensystems. Schon mit einfachen Teleskopen lassen sich seine markanten Wolkenbänder erkennen. Wer über bessere Technik verfügt, kann sogar den berühmten Großen Roten Fleck beobachten – einen gewaltigen Sturm, der seit Jahrhunderten auf dem Gasriesen tobt.
Rechts daneben strahlt die Venus als heller Abendstern. Seit Wochen dominiert sie den westlichen Himmel und bleibt auch im Juni ein verlässlicher Blickfang. Bis etwa zur Monatsmitte stehen beide Planeten noch nah beieinander, bevor sich ihre Positionen langsam verändern.
Der Merkur zeigt sich überraschend sichtbar
Wer genau hinsieht, entdeckt unterhalb von Venus und Jupiter noch einen dritten Planeten: Merkur. Er umrundet die Sonne in nur 88 Tagen und ist damit der schnellste Planet im Sonnensystem. Gleichzeitig ist er auch der kleinste. Seine dunkle Oberfläche reflektiert nur einen sehr geringen Teil des Sonnenlichts – deutlich weniger als etwa die stark leuchtende Venus.
Dass Merkur dennoch am Himmel auffällt, liegt vor allem an seiner Nähe zur Sonne. Gerade im Juni bietet sich eine gute Gelegenheit, ihn mit bloßem Auge zu erspähen. Ein eher seltenes Erlebnis.
Neue Erkenntnisse in Aussicht
Noch gibt Merkur der Wissenschaft viele Rätsel auf. Doch das könnte sich bald ändern: Im November 2026 soll die Raumsonde "BepiColombo" in die Umlaufbahn des Planeten eintreten.
Mit ihren Messungen erhoffen sich Forschende neue Einblicke in Aufbau und Entwicklung des sonnennächsten Planeten. Auch für Himmelsbeobachter wird Merkur dann wieder interessanter: Zur gleichen Zeit wird er erneut sichtbar sein – diesmal am Morgenhimmel, gemeinsam mit der Venus.
Mars und Saturn zeigen sich im Morgengrauen
Während sich das Planetentreffen am Abendhimmel abspielt, lohnt sich auch ein früher Blick Richtung Osten. Dort stehen Mars und Saturn im Juni dicht über dem Horizont. Besonders spannend ist es seit dem 10. Juni: Dann wandert der abnehmende Mond scheinbar an beiden Planeten vorbei und sorgt für zusätzliche Dynamik am Himmel.

Tatsächlich stehen die Planeten in diesen Tagen nahezu auf einer Linie entlang der Umlaufbahn der Erde. Allerdings sind nicht alle gleichzeitig sichtbar: Einige befinden sich aus unserer Perspektive hinter der Sonne.
Um dieses vollständige Planetensystem auf einen Blick zu sehen, müsste man sich weit über die Erde erheben, etwa an Bord der Internationalen Raumstation.