Sonne außer Kontrolle: Der heftigste Strahlungssturm seit 2003 trifft die Erde – Deutschland staunt und NOAA alarmiert

Während über Deutschland Hochdruck für klare Sicht sorgt und viele Menschen begeistert den Himmel beobachten, meldet die US-Wetterbehörde NOAA einen der stärksten Sonnenstürme seit über 20 Jahren. Unsichtbare Strahlung trifft die Erde – mit potenziell gravierenden Folgen für Technik, Raumfahrt und den globalen Verkehr.

Symbolbild: Seltene Polarlichter über Deutschland: Während der extrem starke S4-Sonnensturm die Magnetosphäre aufwühlte, erleuchteten energiereiche Teilchen die Nacht in leuchtenden Farben.
Symbolbild: Seltene Polarlichter über Deutschland: Während der extrem starke S4-Sonnensturm die Magnetosphäre aufwühlte, erleuchteten energiereiche Teilchen die Nacht in leuchtenden Farben.

Es ist ein Ereignis von seltener Wucht: Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) bestätigt einen schweren solaren Strahlungssturm der Kategorie S4.

Ausgelöst wurde er durch eine extrem energiereiche Eruption auf der Sonne, die innerhalb kurzer Zeit gewaltige Mengen hochenergetischer Teilchen ins All schleuderte. Solche Ereignisse gelten als Ausnahme – zuletzt wurde ein vergleichbares Niveau im Oktober 2003 erreicht.

Was ein S4-Sturm physikalisch bedeutet

Ein solarer Strahlungssturm dieser Stärke entsteht, wenn Protonen mit enormer Geschwindigkeit nahezu ungebremst Richtung Erde rasen. NOAA-Messungen des Satelliten GOES-19 zeigen, dass die Teilchenflüsse ein Niveau erreicht haben, das weit über dem liegt, was im normalen Sonnenzyklus üblich ist. Die Teilchen treffen zuerst auf die Magnetosphäre, durchdringen sie teilweise und beeinflussen die Hochatmosphäre.

Gefahrenzone über den Polen

Die Auswirkungen konzentrieren sich vor allem auf polare Regionen. Dort ist das Erdmagnetfeld schwächer abgeschirmt, weshalb hochenergetische Teilchen leichter eindringen können. NOAA weist auf ein erhöhtes Strahlenrisiko für Astronauten und für Flugzeuge auf Polarrouten hin. Auch Hochfrequenzfunk, der in diesen Regionen essenziell ist, kann zeitweise vollständig ausfallen.

Satelliten unter Stress

Besonders kritisch ist die Lage für Satelliten im geostationären Orbit. Die energiereiche Strahlung kann elektronische Bauteile beschädigen, Sensoren stören und langfristig die Lebensdauer der Systeme verkürzen. NOAA hat deshalb frühzeitig Luftfahrtbehörden, Raumfahrtorganisationen und Katastrophenschutzstellen informiert, um Vorsorgemaßnahmen einzuleiten.

Deutschland unter Hochdruck – und unter Staunen

Paradox wirkt der Blick nach Deutschland. Während im All extreme Prozesse ablaufen, sorgt eine stabile Hochdrucklage für außergewöhnlich klare Sicht. Viele Menschen berichten von intensiven Farben am Himmel, brillanter Fernsicht und einem ungewöhnlich „scharfen“ Sonnenlicht. Die Begeisterung ist groß, auch wenn die Ursache unsichtbar bleibt.

Ein kosmisches Ereignis mit irdischen Folgen

Der aktuelle Sturm zeigt, wie abhängig moderne Gesellschaften von stabiler Weltraumumgebung sind. Navigationssysteme, Kommunikation, Stromnetze und Luftverkehr reagieren empfindlich auf solare Extreme. Dass ein solches Ereignis erneut die Stärke der berüchtigten Stürme von 2003 übertrifft, gilt unter Fachleuten als Warnsignal.

Die Sonne bleibt unberechenbar

NOAA betont, dass der Strahlungssturm noch nicht seinen Höhepunkt erreicht haben muss. Die Sonne befindet sich weiterhin in einer Phase hoher Aktivität. Was für Beobachter ein faszinierendes Schauspiel ist, bleibt für Wissenschaft und Technik ein ernstzunehmendes Risiko.

Quelle

National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), Space Weather Prediction Center (SWPC), „Space Weather Conditions on NOAA Scales – Observed and Predicted, 20.–22. Januar 2026“,