Sommer, Hitze, Sonnenschutz: Wie viel braucht man wirklich?
Sonne satt, volle Freibäder, Urlaubsfeeling pur – der Sommer steht in den Startlöchern! Doch wer jetzt beim Eincremen spart, riskiert langfristige Hautschäden.

Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und Temperaturen, die nach draußen locken: In der kommenden Woche erwartet Deutschland echtes Sommerglück. Ob im Freibad, im Park oder am See, überall genießen die Menschen die warmen Tage. Doch während wir die Sonne feiern, setzt sie unserer Haut unbemerkt zu. Denn jeder Sonnenstrahl hinterlässt Spuren, die sich oft erst viel später zeigen.
Wie viel Sonnenschutz ist wirklich sinnvoll?
Dermatologen warnen deshalb eindringlich davor, beim Sonnenschutz nachlässig zu werden. "Wir brauchen mehr Sonnencreme, als die meisten denken", erklärt Dermatologin Prof. Michaela Axt-Gadermann laut Bild. "Viele tragen Sonnenschutz zu dünn auf. Deshalb wird oft nicht der Lichtschutz erreicht, der auf der Packung der Sonnencreme steht."
Auch ihr Kollege Dr. Timm Golüke schlägt in der Bild-Zeitung in die gleiche Kerbe: "In Studien werden etwa zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut gerechnet." Bedeutet im Klartext: Die meisten Menschen verwenden schlicht zu wenig Sonnenmilch – und setzen ihre Haut damit unnötigen Risiken aus.
Die Zwei-Finger-Regel hat sich bewährt
Damit der Schutz überhaupt wirken kann, kommt es auf die richtige Menge an. Prof. Axt-Gadermann empfiehlt die sogenannte Teelöffelregel. "Vorschulkinder benötigen von Kopf bis Fuß vier Teelöffel (20 ml) Sonnenmilch, Schulkinder fünf (25 ml) und Erwachsene mindestens sechs Teelöffel (30 ml)“, mahnt die Expertin an.
Für einzelne Körperpartien hat sich zudem die Zwei-Finger-Regel bewährt. Dr. Golüke erklärt: "Gesicht und Hals brauchen etwa zwei Fingerlängen Sonnenmilch, ein Arm ebenfalls, ein Bein eher drei bis vier." Wer unsicher ist, kann auch schrittweise vorgehen: erst eine Schicht auftragen, kurz einziehen lassen – und dann nachcremen.

Gerade beim Baden oder starkem Schwitzen lässt der Schutz schnell nach. "Wer länger in der Sonne bleibt oder sich nach dem Baden abtrocknet, muss nachcremen, denn wasserfest heißt nicht wischfest", betont Axt-Gadermann und ergänzt einen weiteren Fehler im Umgang mit Sonnenschutz: zu starkes Einreiben. "Wird die Sonnencreme intensiv auf der Haut verrieben, verliert sie einen Großteil ihrer Schutzwirkung. Besser schützt ein gleichmäßiger Film", so die Dermatologin.
Der richtige Lichtschutzfaktor macht den Unterschied
Neben der Menge spielt auch der richtige Lichtschutzfaktor (LSF) eine entscheidende Rolle. "Der LSF sollte mindestens das zwei- bis dreifache des aktuellen UV-Index betragen – und auch ein UVA-Schutz ist wichtig", rät Professorin Axt-Gadermann.
Je nach Hauttyp gelten unterschiedliche Empfehlungen: Menschen mit heller Haut sollten zu LSF 20 bis 50+ greifen. Wer einen dunkleren Teint hat, kommt oft mit LSF 15 bis 30 aus. Für Kinder gilt dagegen: maximaler Schutz. "Babys sollten gar nicht in die direkte Sonne, und Kinder benötigen einen sehr hohen Lichtschutzfaktor (50+)", so die Dermatologin.
Auch ältere Menschen sollten vorsichtig sein. Ihre Haut ist dünner und empfindlicher – ein LSF zwischen 30 und 50 ist daher ratsam.