Schneemangel: Der Himalaya ist nach den geringen Schneefällen im Winter nun felsig.

Der Mount Everest, der höchste Berg der Welt, ist immer schneebedeckt. In den tiefer gelegenen Regionen des Himalaya-Gebirges fällt jedoch seit einigen Jahren immer weniger Schnee.

In den letzten Jahren gab es im Himalaya weniger Schneefall als in den letzten 40 Jahren.
In den letzten Jahren gab es im Himalaya weniger Schneefall als in den letzten 40 Jahren.
Ameya Paleja
Ameya Paleja Meteored Vereinigtes Königreich 4 min

Bilder vom schneebedeckten Himalaya werden immer seltener, da die Schneefälle in der Region zwischen 1980 und 2020 stark unter den Durchschnittswerten lagen. Experten bezeichnen dies als Schneeknappheit, die in den kommenden Jahren wahrscheinlich erhebliche Folgen haben wird.

Die Himalaya-Bergkette in Asien trennt den indischen Subkontinent vom tibetischen Plateau und beherbergt einige der höchsten Gipfel der Welt, darunter den Mount Everest. Mehr als 100 Gipfel im Himalaya überschreiten eine Höhe von 23.000 Fuß (7.200 m), während die Region auch die weltweit größten Süßwasserreserven außerhalb der Pole beherbergt.

Allerdings hat der Klimawandel bereits begonnen, sich auf die Region auszuwirken.

Schneemangel im Himalaya

Meteorologen haben beobachtet, dass im Winter weit weniger Schnee auf den Bergen des Himalaya fällt, sodass diese felsig und kahl bleiben, obwohl sie eigentlich schneebedeckt sein sollten. Nach Angaben des indischen Wetterdienstes gab es im Dezember in ganz Nordindien keine Niederschläge (Regen oder Schnee).

Zwischen Januar und März wird für die Region und ihre Umgebung ein Niederschlag erwartet, der 86 % unter dem langjährigen Durchschnitt (LPA) liegt. Der LPA basiert auf den Niederschlagsdaten von 30 bis 50 Jahren und dient dazu, das aktuelle Wetter als normal, unterdurchschnittlich oder überdurchschnittlich einzustufen. Der für dieses Jahr erwartete Rückgang ist jedoch kein Einzelfall.

Studien, die Datensätze aus den Jahren 1980 bis 2021 verwenden, zeigen, dass die Schneefälle im nordwestlichen Himalaya in den letzten fünf Jahren um 25 Prozent zurückgegangen sind, verglichen mit den vierzig Jahren zuvor. Obwohl es in einigen Jahren Episoden mit starken Schneefällen gab, bezeichnen Experten diese als extreme und isolierte Ereignisse.

Eine weitere Messgröße ist die Schneebeständigkeit, also die Menge an Schnee, die sich auf den Bergen angesammelt hat. Im Winter 2024/25 wurde mit 24 Prozent unter dem Normalwert die niedrigste Schneebeständigkeit seit 23 Jahren gemessen.

Welche Auswirkungen wird dies haben?

Der Mangel an schneebedeckten Bergen beeinträchtigt nicht nur das Erscheinungsbild des Himalaya, sondern auch das Leben der Menschen und Ökosysteme in der Region. Wenn der Frühling kommt, schmilzt der Winterschnee und fließt in Flusssysteme, die Wasser für Bewässerung, Trinkwasser und Wasserkraft liefern.

Da die Schneeschmelze etwa 25 Prozent des Abflusses aus den 12 größten Flüssen der Region ausmacht, könnten Anomalien im Schneefall bis zu 2 Milliarden Menschen betreffen.

Der Mangel an Niederschlägen bedeutet auch, dass die Region viel trockener als gewöhnlich ist, was das Risiko von Waldbränden erhöht – ein Phänomen, das weltweit von Jahr zu Jahr häufiger auftritt. Im Himalaya tragen Gletscher und Schneefall ebenfalls zur Stabilisierung der Berge bei. Der Mangel an Schnee, der unter kalten Bedingungen wie Zement wirkt, erhöht das Risiko von Steinschlägen und Erdrutschen.

Mit schmelzenden Gletschern und Schneemangel ist der Himalaya einer doppelten Belastung ausgesetzt. Wissenschaftler sind sich zwar nicht ganz sicher, was die Ursache für diese geringen Niederschläge ist, doch eines ist sicher.

Wenn das so weitergeht, wird der Himalaya vielleicht nie wieder so aussehen wie früher.