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Bis zu einem halben Meter Schnee! Warum gibt es trotz Klimawandel Schnee?

Nach der extremen Milde bis Mitte Januar ist endlich wieder der Winter bis ins Flachland eingekehrt. Am Alpenrand fielen in den letzten Tagen sogar bis zu einem halben Meter der weißen Pracht. Doch wieso gibt es eigentlich trotz der Klimakrise noch Schnee?

Schnee
Am Spitzingsee in den oberbayerischen Alpen fiel bis zu 50 cm Schnee (Foto Markus Köss)

Bis Mitte Januar blieb es ungewöhnlich warm und Schnee war bis in die Hochlagen der Berge Mangelware. In den Weihnachtsferien war in vielen Regionen Skifahren nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich, oft auf Kunstschneepisten. Der Januar war bis zur Mitte des Monats rekordwarm!

Selbst im Flachland Schnee

Doch in der letzten Woche hat sich die Wetterlage umgestellt. Auch wenn es nicht die große arktische Kälte war, gab es doch teilweise auch im Flachland gebietsweise eine Schneedecke. Selbst im sonst so schneearmen Mannheim gab es letzten Samstag eine 15 cm dicke Schneedecke.

Deutlich mehr Schnee fiel dagegen in den Mittelgebirgen und an den Alpen. Nach der langen Wartezeit fiel besonders in Oberbayern eine ordentliche Neuschneeladung. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen kamen dabei 20-30 cm Schnee zusammen. Noch mehr fiel gebietsweise im südlichen Kreis Miesbach in der Region um den Spitzingsee, Wendelstein und Bayrischzell. Hier reichte es regional für einen halben Meter der weißen Pracht. Viele Skigebiete konnten erstmals in diesem Jahr öffnen.

Für die höheren Lagen sieht es auch im weiteren Verlauf gut aus. Nächste Woche deuten sich mit einer Nordwest-/Nordlage besonders in Staulagen der Mittelgebirge und der Alpen größere Schneefälle an, wie man am Beispiel Oberstdorf im Allgäu gut erkennen kann. Für das Flachland ist es bei dieser Lage aber eher nasskalt. Ein klassischer Berglandwinter stünde damit bevor.

Das Wetter hat eine große Variabilität

Gerne wird bei Schnee- oder Kältewetterlagen von Klimaleugnern die Frage gestellt, wo denn nun der Klimawandel sei. Die Antwort auf diese Frage ist in dem Unterschied zwischen Wetter und Klima zu finden. Der globale Klimawandel und das aktuelle regionale Wetter dürfen dabei nicht miteinander gleichgesetzt werden. Denn unser Wetter variiert viel stärker und wird von der im Vergleich langsamen Erwärmung überlagert.

Laut dem Meteorologen Andreas Fiedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) werden im Trend die deutschen Winter immer milder. Trotzdem seien einzelne Kälteperioden mit Schnee und Eis immer wieder möglich. "Die Erderwärmung schreitet seit der Industrialisierung unaufhaltsam voran, die Auswirkungen sind aber eher auf lange Sicht und im Vergleich mit den vergangenen Jahrzehnten zu spüren", so Friedrich.

Denn das regionale Wetter ist abhängig von den europäischen Großwetterlagen. Das diese sich teilweise rasant ändern, zeigte der bisherige Winterverlauf. Nach der kalten ersten Dezemberhälfte kippte die Wetterlage auf rekordmild besonders zu Weihnachten und dem Jahreswechsel. Erst seit Mitte Januar sind die Temperaturen wieder auf normalen oder leicht zu kaltem Niveau. Insgesamt ist der Winter aber auch diesmal bisher deutlich zu warm.

Meistens kommt das Wetter in Deutschland vom Atlantik und dies sorgt eher für feuchte und milde Winter. Für kalte und schneereiche Winter braucht es dagegen Luftmassen aus dem Nordosten, die längere Zeit anhalten, so wie es in der ersten Dezemberhälfte der Fall war.

Die Umschwünge in der Großwetterlage sind dabei eher zufällig. Seit Jahrzehnten nimmt aber die Zahl der Frost- und Eistage ab, Tendenz weiter sinkend. "Und das ist eindeutig dem Klimawandel geschuldet, dass diese kalten Wetterlagen- wenn sie sich denn einstellen- nicht mehr so tiefe Temperaturen bringen wie noch vor 30 oder 40 Jahren", erklärt Friedrich vom DWD. Das alles macht kalte und schneereiche Winter in Zukunft immer unwahrscheinlicher.

Mehr Schnee im Hochgebirge?

Für Lagen oberhalb von 1500 Höhenmetern könnt der Klimawandel sogar zunächst mehr Schnee bedeuten. Denn je milder die Winter werden, desto niederschlagsreicher werden sie. Da in den Hochlagen der Alpen es auch dann noch kalt genug für Schneefall ist, könnte dies hier zu mehr Schnee als in den letzten Jahrzehnten führen. Im Flachland und in mittleren Lagen wird es dagegen häufiger regnen.