Klimawandel im Wohnzimmer: Warum sich eingewanderte Wanzenarten in Deutschland ausbreiten

Normalerweise finden wir Wanzen in der Natur und weniger in den Großstädten und Metropolen. Immer häufiger wandern sie jedoch auch dort die Hauswänden entlang und können sich schnell mal verirren.

Die braun mamorierte Wanze ist mittlerweile in Deutschland sehr häufig anzutreffen
Die braun mamorierte Wanze ist mittlerweile in Deutschland sehr häufig anzutreffen

Der voranschreitende Klimawandel und der heiße Sommer haben dieses Jahr für eine hohe Populationsrate gesorgt. Wanzen fühlen sich bei Hitze und gleichbleibender Witterung besonders wohl.

Über 900 Arten sind in Deutschland bereits heimisch

Laut des Umweltbundesamtes gibt es in Deutschland sogar mehr als 900 verschiedene Arten. Recht bekannt und vor allem auch in Städten präsent ist die grüne Stinkwanze sowie eingewanderte Arten. Sie krabbeln häufig mal auf den Fensterscheiben entlang und sind rasch in den Innenräumen der Wohnungen und Häuser.

Im Garten oder auf der Terrasse kann es durch die warme Witterung zu Häufungen von Bodenwanzen oder Feuerwanzen kommen. Teilweise leben sie in großen Ansammlungen in Ecken und an Häuserwänden.

In der Regel sind Wanzen ungefährlich

Generell sind Wanzen für uns nicht gefährlich. Durch ihr Verhalten, ihre Flugweise und das häufige Auftreten können sie uns dennoch ekeln und Unbehagen auslösen.

Insektenschutzgitter können ebenfalls diverse Wanzenarten fernhalten. Der einzige Nachteil ist die geringere Helligkeit im Herbst.
Insektenschutzgitter können ebenfalls diverse Wanzenarten fernhalten. Der einzige Nachteil ist die geringere Helligkeit im Herbst.

Nicht zuletzt sorgt die Klimaveränderung dafür, dass weitere Wanzenarten nach Deutschland kommen. Eingewanderte Arten sind beispielsweise die marmorierte Baumwanze aus Ostasien oder die Amerikanischen Zapfenwanze aus Nordamerika. Alle Wanzenarten haben gemein, dass sie sich im Herbst zurückziehen und geschützte Plätze suchen.

Der Hitzesommer hat eine extreme Verbreitung befördert

So kommt es durch den heißen Sommer nicht nur zu vielen Wanzen, sondern auch zu vielen Arten, die einen Platz zum Überwintern finden wollen.

In der Regel lassen sich die Wanzen gut mit einem Glas einfangen und wieder raussetzen. Weitere Schutzmöglichkeiten sind klassischen Insektenschutzgitter. Chemische Insektizide sollten nicht eingesetzt werden. Diese Chemiemischungen können gegen Wanzen keine Wirkung erzielen.

Wanzen können faszinierend sein

Laut des NABU e.V. haben Wanzen mittlerweile jeden Lebensraum der Erde besiedelt.

Diese Insektengruppe löst bei Interessierten auch große Begeisterung aus.

„Wanzen sind eine faszinierende Insektengruppe, deren Vertreter fast alles können: fliegen, krabbeln, graben, schwimmen, tauchen, schnorcheln, auf dem Rücken schwimmen, auf dem Wasser laufen, sich perfekt tarnen oder auch so auffällig wie möglich daherkommen.“, erläutert der NABU e.V.

Weitere Möglichkeiten, um sich die Wanzen vom Leib zu halten, wäre das Entfernen von kleinen Spalten oder guten Versteckmöglichkeiten. Gerne krabbeln Wanzen beispielsweise in die Holzstapel, die später als Kaminholz genutzt werden.

Artikelreferenzen

NABU e.V. (2026). Wunderwelt Wanzen.
Stuttgarter Zeitung. (2026). Warum gibt es aktuell so viele Stinkwanzen?.