Achtung, heftiger Wettersturz mit Dauerregen, Sturm und Schnee – Deutschland stürzt ab heute in den Vollherbst
Noch gestern wirkte der siebte Oktobertag in den überwiegenden Teilen Deutschlands wie eine Verlängerung des Sommers. Das Stationsnetz meldete deutschlandweit eine Höchsttemperatur von 25,8 Grad, im Flächenmittel waren es ungewöhnlich milde 22,3 Grad. Besonders in der Südhälfte erreichten zahlreiche Orte 23 bis 25 Grad.

Gleichzeitig kündigte sich der Umschwung bereits an: Im Westen regnete es verbreitet, örtlich kamen bis zu 38,9 Liter pro Quadratmeter zusammen, während viele östliche Regionen noch trocken blieben.
Nun überquert eine Kaltfront gesamt Deutschland: Dauerregen, Sturmböen und erster Schnee in den Alpen markieren an diesem Donnerstag einen abrupten Wechsel zum Vollherbst mit winterlichen Einschlägen.
Die beständige Hochdruckwetterlage wird komplett ausgeräumt
Wer heute vor die Tür geht, braucht Schirm und Jacke und die Sonnenbrille definitiv zuhause lassen. Der bisherige Hochdruckeinfluss verliert seinen Halt, weil sich in rund fünf bis sechs Kilometern Höhe ein markanter Trog über Mitteleuropa schiebt.
Dieser Vorstoß kalter Höhenluft verstärkt das Tiefdruckgebiet Felicia am Boden und treibt seine Kaltfront ostwärts über Deutschland.
Hinter der Front dreht der Wind auf West bis Nordwest. Damit strömt maritime Polarluft vom Nordatlantik ein. In etwa 1.500 Metern Höhe sinkt die Temperatur im Norden zeitweise bis nahe null Grad. Am Boden bedeutet das statt spätsommerlicher Wärme vielerorts nur noch 12 bis 19 Grad. Ganz im Osten können vor dem Eintreffen der kühleren Luft, d.h. vor der Kaltfront noch Werte um 20 bis 22 Grad erreicht werden.
Kräftiger Regen trifft auf stürmischen Wind
Der Wetterwechsel zeigt heute mehrere Herbst-Gesichter gleichzeitig. Besonders im Süden sammelt sich viel Regenwasser: An den Alpen hält der Regen oft mit kaum Unterbrechung bis in die Nacht an. Meist werden dort 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter erwartet, an wetterbegünstigten Berghängen, also Leelagen, sind örtlich rund 50 Liter möglich. Auch im südlichen Schwarzwald kann es zeitweise kräftig schütten und binnen weniger Stunden etwa 25 Liter geben, so dass es aufsummiert zu warnwürdigen Niederschlagsmengen kommen kann.
Abseits des länger anhaltenden Regens wechseln trockene Abschnitte mit Schauern. Einzelne Gewitter können dabei kleinen Hagel und kräftige Böen bringen.
Gleichzeitig legt der Nordwestwind deutlich zu: Im Landesinneren sind Spitzen um 55 km/h möglich, an den Küsten und auf freien Gipfeln örtlich bis etwa 80 km/h.
Die Niederschläge helfen ausgetrockneten Böden und können kleinere Zuflüsse vorübergehend anschwellen lassen. Eine nachhaltige Erholung der Wasserreserven ist damit jedoch noch nicht erreicht.

In den Alpen fällt der erste Neuschnee
In der Nacht zum Freitag sinkt die Schneefallgrenze in den Alpen auf ungefähr 1.800 Meter. Oberhalb davon können bis zum Morgen wenige Zentimeter Neuschnee liegen. Ein früher Wintereinbruch im Flachland ist das nicht, wohl aber ein deutlicher Wechsel vom Spätsommer zum Vollherbst.
Klassischer Westdrift lebt uneingeschränkt auf
Eine stabile Wetter-Beruhigung ist zum Wochenende nicht zu erwarten. Bereits morgen erreicht das nächste Frontensystem von Tief Gabriela den Nordwesten. Es bringt neuen Regen und erneut kräftigen Südwestwind. Auf dem Brocken sind am Freitag sogar Böen von mehr als 110 km/h möglich.
Am Samstag verlagert sich der Regen weiter in die Mitte und den Süden. Im Küstenumfeld entstehen erneut Schauer und kurze Gewitter. Erst zu Wochenbeginn steigen die Chancen auf ruhigere Wetterabschnitte.