Der Wettersturz täuscht: Was sich für Ende Oktober zusammenbraut, überrascht selbst Wetterexperten

Kühle Luft, Regen und Wind lassen keinen Zweifel: Der Herbst ist da. Doch die neue Monatsprognose zeigt, dass sich hinter dem Wettersturz eine ganz andere Entwicklung anbahnt. Und die hat es in sich.
Die Temperaturen gehen auf Talfahrt, die ersten Heizungen laufen und viele Menschen holen bereits die Winterjacke aus dem Schrank. Alles deutet darauf hin, dass der Herbst Deutschland jetzt fest im Griff hat. Doch genau dieser Eindruck könnte gewaltig täuschen.
Die brandneuen Berechnungen des europäischen Langfristmodells für den Oktober zeichnen nämlich ein Bild, mit dem in dieser Deutlichkeit kaum jemand gerechnet hat. Hinter dem Wettersturz baut sich über Europa eine Wetterlage auf, die den restlichen Monat komplett auf den Kopf stellen könnte.
Hinter dem Kälteschock lauert die große Wärme
Für die zweite Oktoberhälfte deuten die Wetterkarten auf einen kräftigen Hochdruckblock über Mittel- und Osteuropa hin. Die Tiefs, die uns gerade das ungemütliche Wetter bringen, werden dann weit nach Westen und Südwesten abgedrängt. Deutschland gerät in eine südwestliche Strömung, die sehr milde Luft heranführt.

Das Ergebnis wäre ein waschechter Goldener Oktober. Sonnige Tage mit Werten um 20 Grad sind in diesem Muster durchaus drin, an den Alpen bei Föhn sogar noch etwas mehr. Für Ende Oktober wäre das eine echte Ansage.
Der ganze Monat wird zu warm
So stark ist dieses Wärmesignal, dass es den gesamten Monat prägt. Großflächig rechnet die Prognose mit einem Temperaturplus von 1,5 bis 2 Grad, vor allem im Norden, Osten und Süden. Im Westen, also in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland, fällt das Plus mit 0,5 bis 1,5 Grad etwas geringer aus.
Den Spitzenwert erreicht der Südosten Bayerns. Dort und an den Alpen könnte der Oktober 2 bis 3 Grad zu warm werden. Für einen kompletten Monat ist das ein außergewöhnlich kräftiges Signal.
Warum der Wettersturz kaum ins Gewicht fällt
Wie passt das zum aktuellen Kälteeinbruch? Entscheidend ist das Monatsmittel. Ein paar kühle Tage mit Schauern, Wind und vielleicht dem ersten Bodenfrost drücken die Bilanz nur kurz nach unten.

Folgen danach zwei bis drei Wochen deutlich zu mild, wird dieser Ausrutscher locker wieder ausgeglichen. Die Berechnungen haben den Wettersturz bereits eingerechnet und kommen trotzdem auf ein klares Plus. Gerade das macht diese Prognose so bemerkenswert.
Regen wird vielerorts knapp
Mit dem Hochdruck kommt auch die Trockenheit zurück. In vielen Regionen fallen nach der Prognose 5 bis 10 Liter pro Quadratmeter weniger als üblich. Besonders trocken wird es im Südwesten, im Saarland und in der Pfalz, sowie in Südostbayern. Dort fehlen bis zu 20 Liter.
In der Mitte und im Norden fällt die Bilanz etwas ausgeglichener aus, in Teilen Niedersachsens sogar leicht nasser als normal. Eine Dürre droht nicht, aber unter dem Strich wird der Oktober eher zu trocken.
Im Süden drohen die Unwetter
Während Deutschland unter dem Hochdruckblock auf der warmen und trockeneren Seite liegt, könnten sich die abgedrängten Tiefs im Mittelmeerraum austoben. An der Alpensüdseite zeigt sich bereits ein deutlich nasses Signal. Dort staut sich feuchte Luft aus dem Süden, und kräftige Regenfälle werden wahrscheinlicher.
Natürlich bleibt eine Monatsprognose mit Unsicherheiten behaftet. Verschiebt sich der Hochdruckblock oder kommen die Tiefs doch weiter nach Osten voran, kann das Bild schnell kippen. Der Trend ist im Moment aber eindeutig: Lassen Sie sich vom Wettersturz nicht täuschen, denn der Oktober hat seine wärmste Überraschung womöglich noch vor sich.