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Wird es im Jahr 2050 für alle genug zu essen geben?

Der Klimawandel und vor allem die unangemessene Nutzung des Agrarbodens sind für die verminderte Nahrungsmittelproduktion auf unserem Planeten verantwortlich. Im Jahr 2050 werden 9 Milliarden Menschen die Erde bewohnen, sollten uns diese Zahlen beunruhigen? Oder müssen wir uns auf Nahrungsmittelknappheit gefasst machen?

Daniela Aragón Daniela Aragón 28 Sep 2017 - 13:08 UTC
Nahrungsmittelknappheit, Nahrunsmittelproduktion
2050 wird die doppelte Menge an Nahrung erforderlich sein, um die gesamte Weltbevölkerung zu ernähren.

Die Weltbevölkerung wird für das Jahr 2050 auf 9.000 geschätzt. Wenn man davon ausgeht, dass die aktuelle Struktur der Landwirtschaft und der Viehzucht beibehalten wird, dann wird Mitte des Jahrhunderts nicht mehr genügend Nahrung für alle vorhanden sein. Das Weltbevölkerungswachstum ist, in diesem Sinne, nicht mehr tragbar. So sehr, dass einige Berechnungen darauf hindeuten, dass innerhalb von vier Jahrzehnten zwischen 70 und 100% mehr Nahrung als heute auf dem Markt nötig sein wird. Und all das, ohne unseren Planeten zu vernichten. Nahrungsmittelknappheit wird erwartet.

Laut der UNO leiden fast 4 Milliarden Menschen an Unterernährung und die Situation könnte sich in den kommenden Jahren allein aufgrund der Bodenschädigung verschärfen. Bei diesem Tempo wäre es nicht verwunderlich, wenn die Nahrungsmittelproduktion bis zum Jahr 2035 um 12% sänke.   

Ban Ki-Moon, ehemaliger Generalsekretär der UNO schätzte, dass jährlich 12 Millionen Hektar nutzbringender Boden zerstört würde. Diese Fläche entspricht der Größe Honduras. „Wir könnten um die 500 Millionen Hektar auf rentable Weise erneuern, anstatt sie zu aufzugeben“, schlug Ban Ki-Moon zum Internationalen Tag der Wüstenbekämpfung und Dürre 2015 vor. Sowohl der Klimawandel, als auch die unangemessene Nutzung des Agrarbodens, tragen zur Wasserknappheit auf der ganzen Welt bei. Wenn wir nichts dagegen unternehmen, wird die Nahrungsmittelproduktion jährlich um 2% zurückgehen.

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Wird die Produktionsweise nicht umgestellt, so geht die Nahrungsmittelherstellung jedes Jahr um 2% zurück.

Um diesen Rückgang zu bremsen, muss die Bodennutzung optimiert werden, und zwar mit intelligenter Landwirtschaft, die sich dem Klimawandel anpasst, besonders in den wärmsten Gebieten der Erde, wo die Nahrungsmittelknappheit am gravierendsten ist.

Die richtungsweisende 4 per 1.000 Initiative gegen Nahrungsmittelknappheit

Die Warnung der UNO lief nicht ins Leere, auf der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris wurde die 4 per 1.000 Initiative vorgestellt, welche von allen Mitgliedsstaaten unterschrieben wurde. Die Methode dieses Vorschlags ist einfach. Die Pflanzen nehmen während der Photosynthese CO2 aus der Luft auf und produzieren außerdem organisches Material, welches den Kohlenstoff im Boden fixiert und den wichtigsten Vorrat dieser Verbindung auf unserem Planeten darstellt. Die Qualität des Bodens verbessert sich, die Ökosysteme werden gestärkt und die landwirtschaftliche Produktion steigt.

Die Wissenschaftler des Nationalen Instituts für Agronomieforschung Frankreichs (INRA) haben herausgefunden, dass es möglich wäre, die aktuelle Zunahme der CO2-Emissionen zu verringern, wenn das organische Material des Bodens um 4 Gramm pro 1.000 zunehme. Der Klimawandel könnte mit einer guten landwirtschaftlichen Praxis bekämpft werden, wobei gleichzeitig die Lebensmittelsicherheit garantiert würde.

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