Neue Studie: Extreme Temperaturen beeinflussen die geografische Verteilung von Tierarten!

Eine neue Studie eines internationalen Forscherteams hat ergeben, dass extreme Temperaturen die globale geografische Verteilung von Tierarten beeinflussen.

Weltkarte mit der Verteilung der Tiere auf den verschiedenen Kontinenten
Die beobachteten globalen Temperaturextreme beeinflussen die geografische Verteilung von Tierarten.

Die Erwärmung des Planeten führt dazu, dass verschiedene Tier- und Pflanzenarten auf der ganzen Welt neue Lebensbedingungen vorfinden und sich an diese anpassen müssen, um zu überleben.

Vor kurzem wurde in einer Studie festgestellt, dass das Muster der globalen Niederschläge ein entscheidender Faktor ist, der die Vielfalt der Säugetiere auf der ganzen Welt bestimmt. Eine neue, in der Fachzeitschrift Nature Ecology & Evolution veröffentlichte Studie einer internationalen Forschergruppe zeigt nun, wie extreme Temperaturen die Verteilung der Tierarten auf der Erde beeinflussen.

Extreme Temperaturen versus Tierarten

Die Arbeit basierte auf der Untersuchung der Bedeutung der Temperatur bei der Bestimmung des derzeitigen Lebensraums von Tierarten, um besser zu verstehen, wie die Klimaerwärmung ihren zukünftigen Lebensraum beeinflussen könnte.

Die Autoren verglichen die Temperaturen und Gebiete, in denen 460 Arten ektothermischer Tiere derzeit leben, mit den Temperaturen und Gebieten, in denen sie aufgrund ihrer physiologischen Temperaturtoleranz leben könnten.

Ektothermische Tiere sind Tiere, deren Körpertemperatur hauptsächlich von externen Wärmequellen abhängt und sich je nach Umgebungstemperatur ändert. Beispiele hierfür sind die meisten Reptilien, wie Leguane und Klapperschlangen, Fische, Amphibien und wirbellose Tiere.

Sie fanden heraus, dass marine Arten in allen Breitengraden und terrestrische Arten in den Tropen (bei 23º N und 23º S) bei Temperaturen leben, die ihren thermischen Toleranzen nahekommen.

Andererseits könnten terrestrische Arten aus gemäßigten (zwischen den Tropen und dem Äquator) und polaren Breitengraden wärmere und verträglichere Gebiete jenseits ihrer äquatorialen Verbreitungsgrenze besiedeln. Dies deutet darauf hin, dass Temperaturextreme in der Regel nicht der Hauptfaktor sind, der die Verbreitung von Arten in niedrigeren Breiten einschränkt.

Außerdem gilt: Je höher der Breitengrad (polwärts) einer Art, desto geringer ist ihre Toleranz für ein Leben in Äquatornähe bei Temperaturen, die sie tolerieren kann. Das bedeutet, dass weniger die Temperaturtoleranz als vielmehr negative Interaktionen mit anderen Arten - wie Konkurrenten oder Parasiten - diese Arten von diesem potenziellen Lebensraum fernhalten könnten.

Die Bedeutung der Studie

Nikki A. Moore, Hauptautorin der Studie, sagte: "Diese Forschung hilft uns, die allgemeinen Muster zu verstehen, wie empfindlich die Verbreitung verschiedener kaltblütiger Tierarten auf Temperaturveränderungen reagiert, was uns helfen wird, vorherzusagen, wie sich die globale Verbreitung von Arten aufgrund des Klimawandels verändern wird".

Vorherige Hypothese erklärt

Dieses von den Forschern ermittelte Muster der Ansiedlung von Arten trägt dazu bei, eine widersprüchliche Hypothese über die Verbreitung des tierischen Lebens auf der Erde zu klären.

"Obwohl lange Zeit angenommen wurde, dass die Verbreitung von Arten in den Tropen weniger durch die Temperatur als vielmehr durch die Wechselwirkungen zwischen den Arten eingeschränkt ist, zeigt unsere Arbeit, dass Arten aus höheren Breitengraden zunehmend von ihrer potenziellen Verbreitung in den Tropen ausgeschlossen werden, was die Idee eines Kompromisses zwischen breiter Wärmetoleranz und Leistung in den Tropen unterstützt", so Moore.

Quelltext:

Moore, N.A., Morales-Castilla, I., Hargreaves, A.L. et al. Temperate species underfill their tropical thermal potentials on land. Nat Ecol Evol (2023).

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