NASA schickt Weltraum-Würmer als Test-Astronauten ins All

Winzig, durchsichtig und entscheidend für die Zukunft der Raumfahrt: Während Astronauten gerade erst von der Erde zurückkehren, startet eine neue Mission ins All mit einem Dutzend Mini-Würmern.

Mit ihrem neuesten Coup sorgt die NASA für Verwunderung (Foto: Adobe Stock)


Kaum ist eine Crew im Rahmen des Artemis-Programm sicher zur Erde zurückgekehrt, steht schon die nächste Mission bereit. Doch diesmal sind es keine Astronauten, die ins All aufbrechen, sondern winzige Würmer, kaum einen Millimeter groß. Am Samstag (11. April) starten sie an Bord des Versorgungsraumschiffs "Cygnus XL" des Raumfahrtkonzerns Northrop Grumman zur Internationale Raumstation (ISS). Der Flug erfolgt mit einer Falcon 9 des Unternehmens SpaceX.

Warum schickt die NASA ausgerechnet Würmer ins All?

Die Tiere gehören zur Art Caenorhabditis elegans. ein unscheinbarer Fadenwurm, der in der Forschung seit Jahren eine große Rolle spielt. Der Grund: Viele seiner Gene funktionieren ähnlich wie beim Menschen. Dutzende dieser Mini-Wesen reisen in kleinen Petrischalen in einem Spezialbehälter ins All. Kaum größer als ein Schuhkarton. Was mit ihnen passiert, lässt sich erstaunlich gut auf den menschlichen Körper übertragen. Damit werden sie zu idealen Testobjekten für die Raumfahrt.

Auf der Erde läuft parallel ein Vergleichsversuch

Zunächst bleiben die transparenten Würmer im Inneren der ISS, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen. Anschließend wird ihr Versuchsmodell außen an der Raumstation befestigt – für bis zu 15 Wochen. Dort beobachten automatisierte Mini-Kameras ihre Zellen in Echtzeit. Fluoreszierende Signale zeigen, welche Gene aktiv sind und wie sie auf Schwerelosigkeit und Strahlung reagieren. Parallel läuft auf der Erde ein Vergleichsversuch. So können Forscher exakt erkennen, welche Veränderungen ausschließlich durch die Bedingungen im All entstehen.

Ein wichtiger Schritt Richtung Mond und Mars

Das Ziel der Mission ist klar: bessere Schutzmaßnahmen für zukünftige Astronauten. Denn die NASA plant längst weiter: mit langfristigen Aufenthalten auf dem Mond und späteren Missionen zum Mars. Die Erkenntnisse aus dem Experiment könnten helfen, neue Strategien zu entwickeln. Ja, vielleicht sogar Medikamente, die Astronauten vor den gefährlichen Folgen langer Raumflüge schützen.

Der Biologe Tim Etheridge erklärt: Durch das Verständnis, wie sich die Würmer im All anpassen, lassen sich entscheidende biologische Mechanismen entschlüsseln. Diese könnten künftig dafür sorgen, dass Menschen sicher im All leben können. Was also erst einmal unscheinbar und ein wenig verrückt klingt, könnte entscheidend dafür sein, um den Weg zu dauerhaften Missionen auf Mond und Mars zu ebnen. Denn diese beginnen nicht mit Raketen oder Raumanzügen, sondern - so wie jetzt - mit ein paar winzigen Würmern.

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