Forscher vermuten: "Leben auf dem Mars ist eher unter der Oberfläche zu finden"

Auf der Zugspitze testen Wissenschaftler, wie sich ein Mars-Roboter auch tief unter der Oberfläche steuern lässt. Die Erkenntnisse könnten entscheidend sein für die Suche nach Leben auf dem Roten Planeten.

Der Mars wird seit vielen Jahren erforscht (Foto: Adobe Stock)

Wer Hinweise auf früheres Leben auf dem Mars finden will, muss vermutlich tiefer graben. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn an der Oberfläche herrschen extreme Bedingungen: starke Strahlung, große Temperaturschwankungen und Staubstürme machen das Überleben nahezu unmöglich. Aus diesem Grund vermuten Forscher: "Leben auf dem Mars ist eher unter der Oberfläche zu finden"

Unterirdische Bereiche wie Höhlen gelten deshalb als vielversprechend. Sie könnten Spuren früher mikrobieller Organismen bewahrt haben, geschützt vor äußeren Einflüssen. Doch genau dort beginnt das Problem: Felswände blockieren Funksignale, enge Tunnel erschweren die Orientierung, und die Steuerung eines Roboters wird zur technischen Herausforderung.

Mars-Tests auf der Zugspitze

Ein Forschungsteam der Julius-Maximilians-Universität Würzburg hat genau dieses Szenario nun unter realistischen Bedingungen getestet – und zwar nicht im All, sondern in den Alpen.

Auf der Zugspitze in den Alpen werden neue Tests für Mars-Missionen durchgeführt (Foto: Adobe Stock)

Als Testgelände diente ein alter Tunnel am Schneefernerhaus auf knapp 2700 Metern Höhe. Der sogenannte Kammstollen, ursprünglich 1926 gebaut, bot mit seinen engen, abgeschirmten Gängen ideale Bedingungen. Für die Forscher ist er eine Art Mini-Mars auf der Erde.

So blieb der Rover erreichbar

Zum Einsatz kam ein spezieller Roboter des Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Ziel war es, ihn auch tief im Tunnel zuverlässig zu steuern. Dafür entwickelten die Wissenschaftler eine Art Funk-Kette: Signale wurden vom Kontrollzentrum über mehrere Stationen weitergeleitet, darunter ein simuliertes Satellitensystem, ein Gateway am Tunneleingang und mehrere Relais-Punkte im Stollen.

Dieses Prinzip funktionierte erstaunlich gut. Über mehr als 250 Meter hinweg blieb die Verbindung stabil. Der Rover konnte Befehle empfangen und gleichzeitig Daten zurücksenden – darunter Fotos, Laserscans und technische Messwerte. "Es ist uns gelungen, den Rover vollständig aus der Ferne zu steuern", erklärt Projektleiter Hakan Kayal.

Test wie bei einer echten Weltraummission

Der Ablauf orientierte sich eng an realen Raumfahrtmissionen. Befehle wurden Schritt für Schritt gesendet, anschließend wartete das Team auf Rückmeldungen des Roboters. Erst dann folgten neue Anweisungen.

Der Rover arbeitete dabei nicht komplett autonom. Stattdessen entschieden die Forscher nach jeder Datenübertragung neu, wie es weitergeht. So konnten sie typische Herausforderungen einer echten Marsmission realitätsnah simulieren.

Hightech aus Deutschland im Einsatz

Neben der Funktechnik flossen auch Erfahrungen aus früheren Projekten ein, etwa aus der Satellitenmission Sonate-2. Zusätzlich kam Technologie der Berliner Firma IQ Spacecom zum Einsatz.

Ein weiteres wichtiges Element ist die sogenannte AllSkyCAM, die ebenfalls am Schneefernerhaus betrieben wird. Sie gehört zwar nicht direkt zum Rover, spielt aber eine zentrale Rolle bei der Datenübertragung. Denn zukünftige Missionen müssen große Datenmengen (etwa Bilder oder Messwerte) zuverlässig zurück zur Erde schicken.


Quellennachweis:

Artikel focus.de

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