Die Wälder der Welt werden immer einheitlicher, und das ist ein Problem, sagen Wissenschaftler
Eine groß angelegte globale Studie, die über 31.000 Baumarten untersucht hat, legt nahe, dass sich Wälder zunehmend auf wenige schnellwachsende „Sprinter“-Arten konzentrieren – wodurch langsamere einheimische Arten verdrängt werden und die Biodiversität sowie die Kohlenstoffspeicherung geschwächt werden.

Obwohl Bäume Jahrzehnte brauchen, um zu reifen, warnen Wissenschaftler, dass sich die Exemplare in den Wäldern schnell verändern – und das nicht unbedingt zum Besseren.
Eine groß angelegte internationale Studie der Universität Aarhus in Dänemark hat mehr als 31.000 Baumarten untersucht und festgestellt, dass Wälder immer einheitlicher werden.
Die Gewinner sind in der Regel schnell wachsende, opportunistische Bäume, während langsamere, langlebige Arten – diejenigen, die zur Stabilisierung der Ökosysteme beitragen – eher verschwinden.
Sprinter übernehmen die Führung
Die Forscher sagen, dass Wälder zunehmend Bäume bevorzugen, die schnell wachsen und sich leicht ausbreiten. Das sind in der Regel die schnellen und robusten Arten: leichtere Blätter, weicheres Holz, schnelleres Wachstum. Diese Kombination hilft ihnen, sich schnell auszubreiten, wenn ein Wald zerstört wird.
Jens-Christian Svenning, einer der leitenden Autoren der Studie, sagte, das Muster sei in den Tropen und Subtropen am besorgniserregendsten – also dort, wo die Artenvielfalt bereits sehr groß ist und wo der Verlust spezialisierter Arten eine echte Lücke hinterlässt.

„Wir sprechen hier von sehr einzigartigen Arten, bei denen die Artenvielfalt groß ist und die Ökosysteme eng miteinander verbunden sind“, erklärte er.
Wenn spezialisierte einheimische Arten verschwinden, hinterlassen sie Lücken in Ökosystemen, die nur selten von fremden Arten gefüllt werden, selbst wenn diese Arten schnell wachsen und sich stark ausbreiten“, sagt er.
Die Studie weist auch auf die wachsende Bedeutung von naturalisierten (nicht heimischen) Baumarten hin – Bäume, die sich nicht in einer Region entwickelt haben, dort aber mittlerweile wild wachsen. Viele von ihnen weisen dieselben „Sprinter“-Eigenschaften auf und können in gestörten Umgebungen gedeihen, auch wenn sie das Verlorene nicht vollständig ersetzen können.
Gefährdete Rückgratbäume
Die Wissenschaftler glauben, dass die am stärksten gefährdeten Bäume die langsam wachsenden Spezialisten sind – die dichtwüchsigen, dickblättrigen, langlebigen Arten, die unter stabilen Bedingungen, insbesondere in feuchten Tropenwäldern, am besten gedeihen.
„Sie bilden das Rückgrat der Waldökosysteme und tragen zur Stabilität, Kohlenstoffspeicherung und Widerstandsfähigkeit gegenüber Veränderungen bei“, sagte Svenning.
Und obwohl schnellwachsende Bäume auf dem Papier wie ein Gewinn erscheinen mögen – mehr Grün, schneller –, warnen die Forscher, dass sie anfälliger für Dürren, Stürme, Schädlinge und klimatische Schocks sein können, was die Zuverlässigkeit der Wälder bei der langfristigen Speicherung von Kohlenstoff beeinträchtigen könnte.
Was sind also die Ursachen dafür? Das Team nennt die üblichen Verdächtigen: Klimawandel, Entwaldung, intensive Forstwirtschaft, Holzeinschlag und globaler Handel mit Baumarten. Und da schnellwachsende Bäume oft für die Holz- oder Biomasseproduktion gefördert werden, wächst der Druck zu ihren Gunsten.
Quellenhinweis:
Fast Growing Trees Are Taking Over Forests, published in Nature Plants, February 2026.