Wochenend' & Sonnenschein? Ja, auch! Doch erst sorgt Tief Sina für Sturm, dann übernimmt Zyklon Tessa mit Gewittern
Wo könnt ihr heute noch Sonne tanken, wo drohen Sturmböen – und warum kippt das Wetter schon nachts wieder? Zwei Tiefs bestimmen den Sonntag und den turbulenten Start in die Woche.

Wer heute im Süden unterwegs ist, bekommt vom ungemütlichen Wetter wenig mit. Dort wechseln Sonne und lockere Wolken, vielfach bleibt es trocken. Regional steigen die Temperaturen auf sommerliche 25 bis 29 Grad.
Ganz anders präsentiert sich das nördliche Drittel: Von den Küstenregionen ziehen immer wieder Schauerwolken herein, dazwischen sind auch mal kurze Gewitter nicht ausgeschlossen. Dort bleibt es mit ungefähr 19 bis 24 Grad spürbar kühler.
Die Wettergrenze verläuft nicht messerscharf, dennoch könnte der Unterschied beim Blick auf die Wettersymbolkarte kaum größer sein.
Sina setzt vor dem Abschied auf Wind
Tief Sina, mit den leicht eng gedrängten Isobaren, verlagert sich über Dänemark nach Schweden und wird erst dort schwächer. Zuvor beschleunigt das Tief noch einmal den Südwestwind. Im Norden, im Westen und auf den exponierten Lagen der Mittelgebirge wird es ruppig. Verbreitet treten starke Böen auf, in freien Lagen sind stürmische Böen möglich. Auf dem Brocken kann der Wind Sturmstärke erreichen.
An der Nordseeküste können kräftige Schauer zusätzliche Windspitzen erzeugen. Später öffnet sich das Luftdruckfeld, sodass der Wind von Westen her allmählich nachlässt.
Die nächtliche Ruhe ist nur Wunschdenken
Die zyklonale Einflussnahme hält an. Kaum hat sich Sina entfernt, nähert sich Tessa. Mit Tief Tessa erreicht uns in der Nacht ein kräftiger Wetterimpuls. Er zwingt feuchte Luft zum Aufsteigen: Mächtige Regenwolken können wachsen und sich regional zu kräftigen Gewittern zusammenschließen.
Eine Luftmassengrenze über dem südlichen Mitteleuropa wird belebt, feuchte Luft beginnt aufzusteigen. In mehreren Kilometern Höhe nähert sich eine Austrogung kalter Tiefdruckluft. Sie wirkt wie ein zusätzlicher Hebel: Die feuchte Luft an der Front wird verstärkt angehoben, Regenwolken wachsen und können sich nachts zu kräftigen Gewittern zusammenschließen.
Ein zusammenhängendes Gewittersystem könnte sich noch vor Tagesanbruch über dem Süden Deutschlands entwickeln. Kräftige Regenfälle erfassen zunächst Baden-Württemberg und ziehen später in Richtung Bayern. Weil der Wind am Boden anders weht als in mehreren Kilometern Höhe, können sich einzelne Gewitter rasch verbinden und gemeinsam weiterziehen..
Montag ziehen neue Schauerlinien durch
Am Montag bleibt der Regenschirm vor allem im Norden und Westen ein wichtiger Begleiter. Dort ziehen immer wieder kräftige Schauer durch, vereinzelt blitzt und donnert es. Innerhalb kurzer Zeit können örtlich rund 20 Liter Regen pro Quadratmeter fallen; auch kleine Hagelkörner und stürmische Windstöße sind möglich.
Weiter südlich reißen die Wolken nach dem nächtlichen Regen häufiger auf, lediglich am Alpenrand bleibt es unbeständiger. Je nach Sonnenschein werden 20 bis 27 Grad erreicht. Unabhängig von Gewittern weht besonders in der westlichen Landeshälfte und auf den Bergen wieder ein kräftiger Südwestwind.

Nach dem gewittrigen Start in die neue Woche rückt wieder Hitze in den Mittelpunkt
Dienstag und Mittwoch bleibt das Wetter vornehmlich dem Norden vorbehalten. Donnerstag könnte dort ein kräftiges Windfeld durchziehen. Anschließend sprechen die Modelle für eine Beruhigung und steigende Temperaturen. Am Samstag sind in Süddeutschland rund 30 Grad denkbar. Einzelne Berechnungen reichen für Sonntag sogar bis etwa 33 Grad. Gleichzeitig könnte die Strömung wieder feuchter werden und neue Gewitter auslösen. Das erste Septemberwochenende verspricht Spannung, doch die genaue Entwicklung ist noch keineswegs entschieden.