Wintereinbruch in den Alpen: "Teilweise so viel Schnee wie im ganzen Winter nicht" - Große Lawinengefahr!

Was für ein fulminanter Wintereinbruch für Ende März: Teilweise fielen innerhalb eines Tages so große Schneemengen, wie im ganzen Winter nicht. Perfekte Bedingungen für Wintersportler in den Osterferien. Aber Achtung, die Lawinenlage ist und bleibt heikel.

Viel Schnee gab es auch in den bayerischen Alpen, wie hier in Mittenwald (Foto Markus Köss, 26.03.2026)
Viel Schnee gab es auch in den bayerischen Alpen, wie hier in Mittenwald (Foto Markus Köss, 26.03.2026)

Der angekündigte markante Wintereinbruch in den Alpen hat für jede Menge Neuschnee gesorgt. Die Folgen waren teilweise erhebliche Verkehrsprobleme durch hängengebliebene Fahrzeuge und eine weiter ansteigende Lawinengefahr. In manchen Regionen fiel dabei so viel Schnee wie im gesamten Winter nicht.

Nach dem noch frühlingshaften vergangenen Mittwoch sorgte eine markante Kaltfront für einen regelrechten Wettersturz: In Garmisch-Partenkirchen (719m) gab es im Vorfeld der Front am Mittwoch noch +16°C und Sonnenschein, am Donnerstag schneite es dann bei 0°C den ganzen Tag teilweise kräftig, am Abend wurden hier 30 cm Neuschnee gemessen.

Vom Frühling in den Winter

Noch spektakulärer war der Temperatursturz in Innsbruck (578m) in Tirol. Fast frühsommerliche 20,1°C wurden hier noch am Mittwoch gemessen und viele Menschen genossen das Frühlingswetter draußen, bevor auch hier die Kaltfront einen Wettersturz vom Feinsten brachte: Am Donnerstag schneite es den ganzen Tag bei Werten um den Gefrierpunkt und bis zu 20 Zentimeter Neuschnee.

Noch viel mehr Schnee fiel naturgemäß auf den Bergen und in den höheren Lagen der Alpen. Es war eine Nordstaulage wie aus dem Lehrbuch, die zahlreichen kräftigen Schauer des Aprilwetters in Deutschland stauten sich mit der nördlichen Anströmung an den Alpen und sorgten hier den ganzen Tag für kräftigen Dauerschneefall. Der Klassiker war einmal mehr der Arlberg im Westen von Österreich, wo innerhalb von 24 Stunden bis zu einem Meter Neuschnee fiel.

Über 3 Meter Schnee auf der Zugspitze

Aber auch in den bayerischen Alpen kam einiges an Neuschnee runter, auf den Bergen fielen auch hier 50 bis 100 cm Neuschnee. Auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze (2962m), stieg die Schneehöhe von 208 cm am Mittwoch auf 322 cm am Freitagmorgen, ein Plus von von 114 Zentimetern. Selbst in den Tälern lag am Freitag (7 Uhr) eine dicke Schneedecke: Oberstdorf (806m) meldete 28 cm, Garmisch (719m) 29 cm und Mittenwald (983m) 35 cm der weißen Pracht.

Betroffen von den größten Schneemengen war, wie der Name "Nordstaulage" schon sagt, die Alpennordseite. Auf der Alpensüdseite gab es zwar auch einen regelrechten Temperatursturz, hier waren die Neuschneemengen aber deutlich geringer. Der Schnee-Hotspot lag dagegen in den bayerischen Alpen und dem angrenzenden Österreich mit Vorarlberg und Tirol. In Seefeld in Tirol (1182m) zwischen Innsbruck und Mittenwald fielen innerhalb von 24 Stunden 43 Zentimeter Neuschnee.

Was die Osterurlauber freut, die in den Ferien nochmal Skifahren gehen möchten, war für die Verkehrsteilnehmenden eine echte Herausforderung. Immer wieder blieben LKW und PKW an Steigungen stecken und sorgten so für kilometerlange Staus. Teilweise kam es auch zu schweren Unfällen, wie am Donnerstagmorgen auf der Fernpassstrasse, als ein PKW beim Überholen mit einem entgegengekommenden LKW zusammenstieß. Der Pkw-Fahrer musste von der Feuerwehr mit der Bergeschere aus dem Wrack geschnitten werden, er wurde ins Krankenhaus in Reutte gebracht.

Hohe Lawinengefahr

Eine weitere Folge der massiven Neuschneefälle ist der Anstieg der Lawinengefahr. In den Allgäuer und Werdenfelser Alpen in Bayern gilt oberhalb von 1800 Metern eine große Lawinengefahr (Stufe 4 von 5). Die zweithöchste Lawinengefahrenstufe 4 gilt bis auf weiteres auch in Tirol in den Tuxer Alpen, Zillertaler Alpen, Hohen Tauern und in weiten Teilen von Vorarlberg. Wintersportler sollten die gesicherten Pisten nicht verlassen und unbedingt die Lawinenwarnlage beachten! In den vergangenen Wochen und Monaten gab es in den Alpen schon außergewöhnlich viele und schwere Lawinenunglücke mit Verletzten und Toten.

Das Wetter bleibt auch in den kommenden Tagen kalt für die Jahreszeit und zeitweise ist auch mit weiteren Schneefällen zu rechnen, nur in den tiefsten Lagen ist auch mal Regen dabei. Sehr freundlich und überwiegend sonnig wird allerdings der Samstag werden, ein perfekter Tag um das "Winterwonderland" in den Bergen zu genießen (Lawinengefahr beachten!). Wie es mit dem Wetter an den Ostertagen dann weitergeht ist noch mit großen Unsicherheiten behaftet, von weiterhin Spätwinter- bis zum Frühlingswetter ist noch alles möglich, dazu dann in den nächsten Tagen mehr.