Wetterforscher verkündet: „30.000 Tonnen über unseren Köpfen!" Sahara-Staub rollt an – bis 32 Grad und eine Überraschung

Zehntausende Tonnen Wüstenstaub ziehen heran, gleichzeitig kommt die Sahara-Hitze mit bis zu 32 Grad. Doch beim Staub passiert etwas, womit kaum jemand rechnet.

Das muss man sich mal vorstellen: Ab der Nacht zum Montag schweben zwischen 10.000 und 30.000 Tonnen Saharastaub gleichzeitig über Deutschland. Das verkünden Wetterforscher, die die Staubfahne seit Tagen genau verfolgen.

Feinster Wüstenstaub aus Nordafrika, der Tausende Kilometer hinter sich hat, hängt dann direkt über unseren Köpfen. Und das Ende September!

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Mit dem Staub kommt die Sahara-Hitze. Noch vor wenigen Tagen haben viele morgens die Autoscheiben freigekratzt, auf den Wiesen lag Bodenfrost. Jetzt dreht der Spätsommer von Sonntag bis Mittwoch noch einmal voll auf, mit bis zu 31 Grad im Südwesten und lokal sogar 32 Grad.

Diese Regionen bekommen den Wüstenstaub ab

Die Staubfahne nimmt einen weiten Weg. Sie startet in der Sahara, zieht über Marokko, Spanien und Frankreich und erreicht dann den Südwesten und Westen Deutschlands. Am dichtesten ist der Schleier rund um Rhein-Main, auch das Rheinland bekommt einiges ab.

In Deutschland wird es Ende September nochmal richtig heiß.
In Deutschland wird es Ende September nochmal richtig heiß.

Der Norden und vor allem der Osten kommen dagegen glimpflich davon, dort ist kaum noch etwas zu merken. Wer im Westen wohnt, sieht den Staub am ehesten als leicht milchigen Himmel. Abends können die Sonnenuntergänge besonders kräftig rot-orange leuchten. Einen gelben Himmel wie bei den heftigen Staubwellen im Frühjahr erwarten die Wetterforscher diesmal aber nicht.

Warum trotzdem kein Sand auf Ihr Auto rieselt

Jetzt kommt die Überraschung. Viele rechnen schon mit einer Sandschicht auf dem Auto, aber die bleibt aus. Weil kein Regen in Sicht ist, bleibt der allergrößte Teil des Staubs hoch oben in der Luft hängen. Heruntergewaschen wird er nur, wenn Schauer oder Gewitter durchziehen.

Saharastaub erreicht in den kommenden Tagen auch wieder Deutschland und Mitteleuropa.
Saharastaub erreicht in den kommenden Tagen auch wieder Deutschland und Mitteleuropa.

Genau die fehlen aber komplett. Blutregen oder schmutzige Tropfen auf den Scheiben sind deshalb nicht zu erwarten. Die Zehntausende Tonnen Wüste ziehen einfach über uns hinweg. Irgendwann werden sie weiter nach Osten verfrachtet oder vom nächsten Regen ganz woanders heruntergespült.

Bis 32 Grad: Woher kommt diese Wahnsinns-Wärme?

Schuld ist eine festgefahrene Blockadelage. Ein kräftiges Hoch über Mitteleuropa hält die Tiefs vom Atlantik fern. Gleichzeitig pumpt ein Tief vor Spanien und Portugal auf seiner Vorderseite warme Luft aus Südwesteuropa und teils sogar aus Nordafrika zu uns. Der Staub zeigt dabei ganz genau, woher der Wind weht, er ist sozusagen der Fingerabdruck dieser Luft.

Einheizen tut er selbst aber nicht, im Gegenteil. Er schluckt einen Teil der Sonnenstrahlen und kann die Höchstwerte sogar ein kleines bisschen drücken. Trotzdem sind 31 bis 32 Grad drin. An einzelnen Stationen könnten sogar Wärmerekorde für Ende September wackeln.

Die Dürre geht einfach weiter

Die Kehrseite des Traumwetters ist bitter. Seit Wochen fällt kaum ein Tropfen, und daran ändert sich vorerst nichts. Die Böden sind knochentrocken, und der Rhein sackt immer weiter ab. Am Pegel Kaub stehen nur noch wenige Zentimeter, in Worms geht es schon deutlich ins Minus.

Für die Schifffahrt wird es damit immer enger. Jeder weitere warme und trockene Tag verschärft die Lage. Nötig wäre ein tagelanger Landregen, aber den sehen die Wettermodelle derzeit nicht.

Wird jetzt auch der Oktober rekordwarm?

Ob die Hitze bis in den Oktober reicht, ist die große Frage. Ein Teil der Modelle lässt die Tiefs vom Atlantik in den ersten Oktobertagen wieder zum Zug kommen. Andere halten das Blockadehoch länger fest. Die Langfristtrends rechnen den Oktober insgesamt wärmer als üblich.

Einen Dauer-Sommer wird es aber nicht geben. Die Nächte sind lang, morgens gibt es oft Nebel und frische Temperaturen. Spätestens mit der ersten richtigen Herbstkaltfront ist der Spuk vorbei. Bis dahin gilt: T-Shirt raus, Sonne tanken und abends den Sahara-Sonnenuntergang genießen.