Meteorologe Habermehl spricht vom Jetstream-Ei: "Der Dienstag wird der bisher wärmste Tag des Jahre 2026"

Was für ein extremer Wetterwechsel. Die vergangenen Tage brachten Tageswerte um oder sogar unter 10 Grad, und in wenigen Tagen werden bis zu 25 Grad erwartet. Das haben wir dem "Jetstream-Ei" zu verdanken. Was hat es damit auf sich?
Die Großwetterlage war einige Wochen sehr mild. Doch Ende März hat sich das geändert. Milde Luftmassen zogen sich zurück und aus Nordwesten setzte eine kühle Luftströmung ein. Es gab sogar noch einmal Schnee in mittleren und höheren Lagen. Im Harz oder im Schwarzwald wurde es zeitweise noch einmal weiß. Mittendrin gab es windiges und teils stürmisches Wetter. Der Frühling schien erst einmal vorbei. Doch das ändert sich nun.
Der Jetstream verschiebt seinen Schwerpunkt. Über Mitteleuropa wölbt er sich bis nach Skandinavien auf. Auf der Wetterkarte sieht das aus wie ein "Oster-Ei". Damit ist der Weg frei für sehr warme Luftmassen aus Südwesteuropa. Aus Spanien und Portugal strömen warme Luftmassen zu uns ins Land und die treiben die Tageshöchstwerte wieder deutlich nach oben. In rund 1500 m Höhe erreichen die Temperaturen bis zu 10 Grad und etwas darüber. Daher wird es auch unten am Erdboden ab dem Wochenende deutlich wärmer.
Der Jetstream steuert unser Wetter in Europa und Deutschland
Damit leitet sich eine Phase sehr warmen Frühlingswetters ein, ja sogar fast schon Frühsommerwetter. Die Höchstwerte erreichen am Karsamstag und Ostersonntag 15 bis 20 Grad. Zum Ostersonntag ist es dann noch etwas wärmer, im Südwesten am Oberrhein werden bis zu 22 oder 23 Grad erwartet. Der Höhepunkt der Warmluftzufuhr aus Südwesteuropa ist dann am Dienstag. Die Tageshöchstwerte erreichen weitverbreitet in Deutschland 18 bis 23 Grad. Im Westen und Südwesten sind sogar Spitzenwerte um 25 oder 26 Grad drin.
Das ist der erste Sommertag des Jahres, wenn es denn so kommt. Per definitionem ist ein Sommertag erreicht, wenn mindestens 25 Grad gemessen werden. Je nach Wettermodell werden am Dienstag Werte in diesem Bereich erwartet. Einzelne Wettermodelle wie das ICON-Modell des Deutschen Wetterdienstes hatten zeitweise sogar Spitzenwerte bis zu 27 Grad berechnet. Doch aktuell ist das wieder etwas reduziert worden.
Kommt rasch der nächste Absturz?
Doch das warme Wetter ist offenbar nicht von langer Dauer. Bereits ab Mittwoch rücken uns aus Westen kühlere Luftmassen auf die Pelle. Sie könnten sich besonders ab Donnerstag durchsetzen und die Tageswerte auf 10 Grad und sogar etwas darunter drücken. Immerhin sieht es aber über die Ostertage nach recht schönem, oft trockenem und warmem Frühlingswetter aus.

Lediglich im Norden sind am Ostersonntag rund um die Nordsee ein paar Schauer nicht ganz ausgeschlossen. Viel Niederschlag ist aber nicht in Sicht. Der April startet erst einmal recht niederschlagsarm. Längerfristige Prognosen gehen ohnehin von einem eher trockenen Monat aus.
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