Hitzesommer 2026? Zu warm, zu trocken – das CFS-Modell schlägt Alarm
Das NOAA-Klimamodell CFS zeigt für Mai und Juni 2026 bis zu zwei Grad Wärmeüberschuss – und für den Frühsommer ein deutliches Trockenheitssignal.

Die neuesten Berechnungen des amerikanischen Climate Forecast System Version 2 (CFSv2) der US-Wetterbehörde NOAA lassen aufhorchen. Basierend auf Modelläufen vom 2. bis 11. April 2026 zeigen die Saisonalkarten für Mitteleuropa ein eindeutiges Bild: Sowohl der Mai als auch der Juni 2026 sollen gegenüber dem international gültigen Klimamittel von 1991 bis 2020 um ein bis zwei Grad zu warm ausfallen.
Verglichen mit dem älteren Referenzzeitraum 1961–1990 – den viele noch als ihren persönlichen Erfahrungshorizont kennen – wären das sogar zwei bis drei Grad über dem, was früher normal war. Ein Wert, der vor dreißig Jahren noch als extremes Ausnahmejahr gegolten hätte.
Noch brisanter ist das Niederschlagssignal: Während der Mai laut Modell beim Regen noch weitgehend ausgeglichen daherkommt, zeigt der Juni ein klares Trockenheitssignal. Der Frühsommer 2026 könnte also deutlich zu trocken ausfallen – und das, bevor der eigentliche Hochsommer überhaupt beginnt.
Warum der Mai so entscheidend ist
Der Mai übernimmt dabei eine Schlüsselrolle – und zwar als Puffer. Solange im Frühjahr noch atlantische Tiefdruckgebiete über Mitteleuropa hinwegziehen, fällt genug Regen, um die Böden ausreichend zu sättigen. Doch kippt diese Westlage im Juni in eine stabile Hochdrucklage, werden Tiefs nach Norden abgedrängt und die Regenwolken bleiben aus. Die Böden, die der Mai hinterlässt, bestimmen dann, wie hart der Frühsommer trifft.
Fällt der Mai regional doch trockener als das Modell andeutet, startet Deutschland mit einem Bodenfeuchtedefizit in den Juni – und das ist der Moment, in dem aus einem warmen Frühsommer schnell eine ernsthafte Dürre werden kann. Landwirtschaft, Forstwirtschaft und die Trinkwasserversorgung reagieren auf genau dieses Szenario am empfindlichsten.
Ein Muster, das wir kennen – und fürchten
Wer die Sommer der vergangenen Jahre in Erinnerung hat, kennt dieses Muster. 2018, 2019, 2022 – jedes Mal dasselbe Drehbuch: Ein noch halbwegs normaler Frühling, dann ein Hochdruckblock im Frühsommer, der Regen ausbleibt, die Temperaturen klettern und die Böden austrocknen. Für thermisch begünstigte Regionen wie das Rhein-Main-Gebiet, den Oberrhein oder Teile Sachsen-Anhalts sind bei einem solchen Muster im Juni Tageshöchstwerte von 30 bis 35 Grad keine Ausnahme. Erste Hitzephasen wären schon im Frühsommer denkbar – also deutlich früher als es der Kalender erwarten lässt.
Wie verlässlich ist das CFS-Modell überhaupt?
Hier ist Ehrlichkeit gefragt: Das CFSv2 ist ein saisonales Klimamodell – kein Wetterdienst, der Ihnen sagt, ob es am 15. Juni regnet. Es liefert statistische Wahrscheinlichkeiten für Monate, keine Tagesprognosen. In Fachkreisen ist zudem bekannt, dass das Modell dazu neigt, atlantische Westlagen zu überschätzen – was paradoxerweise bedeuten könnte, dass das Trockenheitssignal für den Juni in der Realität sogar noch ausgeprägter ausfällt als auf den Karten abzulesen.
Beim Niederschlag sind saisonale Prognosen grundsätzlich unsicherer als bei der Temperatur. Das aktuelle Signal sollte daher als ernstzunehmender Frühwarnhinweis gewertet werden – nicht als Garantie, aber auch nicht als Entwarnung. Entscheidende Klarheit werden die Modellläufe im Mai bringen.
Fazit: Der Sommer 2026 hat ein Gesicht – und es ist heiß
Was das CFS-Modell derzeit zeigt, ist kein Extremszenario aus dem Nichts. Es ist die konsequente Fortsetzung eines Trends, der seit Jahren in den Klimadaten sichtbar ist: wärmere Frühjahre, früher einsetzende Trockenheit, häufigere Hochdruckblockaden im Frühsommer.
Wer hofft, dass 2026 die große Ausnahme wird, bekommt vom CFS-Modell aktuell wenig Unterstützung. Wer sich darauf vorbereiten möchte – ob als Landwirt, Stadtplaner oder einfach als Gartenbesitzer – sollte das Signal ernst nehmen. Der Mai wird zeigen, wie viel Spielraum bleibt. Der Juni könnte dann erbarmungslos sein.
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