Frost-Schock und Wetter-Blockade: Hoch Elmar sperrt den Regen aus – und es wird noch kälter

Minus 4 Grad in Nürnberg, so kalt war es seit März nicht mehr. Doch das ist erst der Anfang: Eine zähe Blockadelage hält Deutschland fest – mit Folgen für den Rhein.
Wer heute früh das Haus verlassen hat, dürfte kurz gestockt haben. In Nürnberg sackten die Werte am Montagmorgen in Bodennähe auf minus 4 Grad, selbst im sonst eher milden Wiesbaden zeigte das Thermometer am Erdboden minus 2 Grad. Auf Wiesen und Autodächern glitzerte der erste richtige Reif dieses Herbstes.
So kalt war es in vielen Regionen seit März nicht mehr. Scheiben kratzen statt Kaffee in Ruhe trinken – für viele war das heute der Weckruf, dass der Herbst jetzt Ernst macht. Und die spannende Frage lautet: Was kommt da noch?
Hoch Elmar macht dicht: Die Blockadelage steht
Die Antwort liefert ein mächtiges Hoch: Über Mitteleuropa hat sich Hoch Elmar breitgemacht – und es denkt gar nicht daran, so schnell wieder zu verschwinden. Meteorologen sprechen von einer Blockadelage. Das Hoch steht wie ein Felsen im Strom und lenkt die Tiefdruckgebiete vom Atlantik einfach um Deutschland herum.

Für uns heißt das: Die Regengebiete bleiben draußen, sie ziehen weit im Norden vorbei oder weichen nach Süden aus. Was dann doch bei uns ankommt, ist bestenfalls ein bisschen Getröpfel. Richtiger Landregen? Davon können Gärtner und Landwirte vorerst nur träumen.
Dienstag ein paar Tropfen, danach Nebel und Sonne
Am Dienstag zieht zwar ein schwaches Wolkenband mit etwas Regen über das Land, doch viel Wasser bringt es nicht. Vielerorts reicht es kaum, um die Straßen richtig nass zu machen, mancherorts bleibt es ganz trocken. Danach übernimmt Elmar wieder komplett das Kommando.
Typisch für solche Hochdrucklagen im Oktober ist der Frühnebel. In Tälern und Niederungen, an Flüssen und rund um Seen hält er sich morgens oft zäh, gebietsweise bis in den Mittag hinein. Wer früh mit dem Auto unterwegs ist, sollte mit plötzlich schlechter Sicht rechnen und den Fuß vom Gas nehmen.
Goldener Oktober: Ab Mittwoch bis 20 Grad im Südwesten
Und dann folgt der überraschende Teil. Löst sich der Nebel auf, kommt vielerorts die Sonne durch – und zwar mit erstaunlicher Kraft. Ab Mittwoch klettern die Temperaturen im Südwesten wieder auf bis zu 20 Grad, am Oberrhein, in der Pfalz und im Rhein-Main-Gebiet ist das am ehesten drin.
Es ist der klassische Goldene Oktober: buntes Laub, blauer Himmel, mittags fast schon Jackenpause. Nur nachts bleibt es empfindlich frisch, unter klarem Himmel kann es in Bodennähe erneut frostig werden. Zwischen Morgen und Nachmittag liegen dann teils mehr als 15 Grad Unterschied.
Rhein im Niedrigwasser: Die Lage spitzt sich zu
Was nach Bilderbuchwetter klingt, hat eine Kehrseite. Am Rhein hält das Niedrigwasser an, und Besserung ist nicht in Sicht. Die aktuellen Wetterkarten zeigen für die kommenden 10 bis 14 Tage so gut wie keinen nennenswerten Regen. Nachschub für den Fluss? Fehlanzeige.

Für die Binnenschifffahrt wird es damit immer enger. Bei so niedrigen Pegeln können Frachter oft nicht mehr voll beladen fahren, jeder Zentimeter zählt. Bleibt der Regen weiter aus, dürften die Wasserstände in den nächsten Tagen noch sinken. Die Lage spitzt sich zu – ganz leise, ohne großes Unwetter.
Nächste Abkühlung um den 18. Oktober – und wieder kein Regen
Doch die Wärme der Wochenmitte ist nur eine Verschnaufpause. Rund um den 18. und 19. Oktober deutet sich der nächste Temperaturrückgang an. Kühlere Luft setzt sich durch, die Höchstwerte gehen spürbar zurück, die Nächte werden wieder frostiger. Der Herbst legt also noch eine Schippe drauf.

Und jetzt kommt das eigentlich Verrückte: Auch mit der Abkühlung bleibt es voraussichtlich trocken. Die Blockade steht, und sie steht stabil. Wer auf einen kräftigen Herbstregen hofft, braucht weiter Geduld. Das Eiskratzen am Morgen dürfte dagegen bald wieder zur Routine werden.