Blattläuse, Weiße Fliegen und viele mehr: Die Gartenschädlinge, die Ihre Pflanzen befallen
Im Laufe des Sommers werden Pflanzen anfälliger für Angriffe durch Insekten, Milben und andere pflanzenfressende Organismen. Das Wissen über diese Schädlinge ist der erste Schritt, um Befall zu verhindern und rechtzeitig wirksame Maßnahmen zu ergreifen.

Mit steigenden Temperaturen treten Pflanzen in eine Phase maximaler vegetativer Aktivität ein. Zarte Triebe, wasserreiches Gewebe und schnelles Wachstum sorgen zwar für ertragreichere Gärten und Gemüsegärten, machen diese jedoch auch anfälliger für Angriffe durch Krankheitserreger und Pflanzenschädlinge.
In diesem Stadium kommt es zum sogenannten „Krankheitsdreieck“, bei dem das Vorhandensein eines Erregers, günstige Umweltbedingungen und die Anfälligkeit der Pflanze zusammenwirken und so zu einem Befall führen.
Von Bakterien bis zu Insekten: Die Feinde der Pflanzen näher kennenlernen
Die Gefahren, denen Pflanzen ausgesetzt sein können, sind äußerst vielfältig und umfassen Pilze, Bakterien, Viren, Phytoplasmen, Nematoden, Insekten, Milben und andere tierische Organismen.
Allgemein bezeichnet der Begriff „Erreger“ jeden Erreger, der bei einer Pflanze Krankheiten oder Schäden verursachen kann. Der Begriff „Parasit“ hingegen bezieht sich speziell auf Organismen, die auf Kosten der Pflanze leben, indem sie sich von deren Gewebe ernähren oder deren Ressourcen verbrauchen, darunter Insekten und andere Kleintiere.
Diese Schädlinge lassen sich nach der Art der von ihnen verursachten Schäden klassifizieren, die eng mit ihrer Lebensweise und – im Falle von Insekten – mit ihren Mundwerkzeugen zusammenhängt: stech-saugende Insekten, die sich von Pflanzensaft ernähren, wie Blattläuse und Schildläuse; beißend-kauende Insekten, wie Raupen und viele Blattfresser; oder Arten, die sich auf den Befall von Wurzeln und unterirdischen Geweben spezialisiert haben.
Saftsaugende Schädlinge
Zu dieser Kategorie gehören Organismen, die sich von den inneren Säften einer Pflanze ernähren und diese dadurch nach und nach schwächen.
Zu den häufigsten Beispielen zählen Blattläuse, die Triebe und junge Blätter befallen; Weiße Fliegen, die häufig in Gewächshäusern und warmen Umgebungen vorkommen; Schildläuse, die durch wachsartige oder watteartige Hüllen geschützt sind und sich an Zweigen und Blättern festsetzen; sowie Thripse, winzige Insekten, die Blüten und Blätter verformen können.
Zu den Schäden zählen Vergilbung, Blattrollung und die Bildung von Honigtau, der das Wachstum von Rußtau begünstigen kann. Darüber hinaus können viele Arten als Krankheitsüberträger fungieren, insbesondere für Viruserkrankungen, die Wirtspflanzen befallen und weitere Schäden verursachen.
Zu den Bekämpfungsmaßnahmen zählen das Waschen der Pflanzen, selektiver Rückschnitt, der Einsatz von Gartenbauölen sowie Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen.
Schädlinge, die sich von Pflanzengewebe ernähren
Zu dieser Gruppe gehören Organismen, die Pflanzenteile zerkauen oder direkt verzehren.
Schmetterlings- und Mottenraupen gehören zu den auffälligsten Schädlingen und können Sträucher und Gemüsepflanzen schnell entlauben. Schnecken, die vor allem in der Dämmerung und in feuchten Nächten aktiv sind, ernähren sich ebenfalls von zarten Blättern und jungen Sämlingen. Auch pflanzenfressende Käfer und im Boden lebende Insektenlarven kommen häufig vor.
Die Schäden äußern sich in Form von Löchern in den Blättern, Gewebeabtrag und einem Verlust an Pflanzenbiomasse. Zu den Bekämpfungsmaßnahmen zählen das Absammeln von Hand, physikalische Barrieren, Fallen und biologische Mittel wie Bacillus thuringiensis, insbesondere zur Bekämpfung von Raupen.
Boden- und Wurzelschädlinge
Weniger sichtbar, aber oft heimtückischer sind die Schädlinge, die unter der Erde ihr Unwesen treiben.
Pflanzenparasitäre Nematoden befallen die Wurzeln und verursachen dadurch Deformationen, eine verminderte Wasser- und Nährstoffaufnahme sowie eine allgemeine Verschlechterung des Pflanzengesundheitszustands. Auch bestimmte Insekten verbringen ihr Larvenstadium im Boden und können das Wurzelsystem schädigen.
Die Symptome sind oft unspezifisch: verlangsamtes Wachstum, Gelbfärbung und Wurzelfäule ohne erkennbare Ursache.
Zur Vorbeugung sind Fruchtfolge, gut entwässerte Böden und die Einarbeitung organischer Substanzen wichtig, um ein ausgewogenes Bodenökosystem zu fördern.
Wenn Vorbeugungsmaßnahmen nicht ausreichen, können Techniken wie die Bodensolarisation, der Einsatz antagonistischer Kulturpflanzen (wie Ringelblumen gegen bestimmte Nematoden), unterdrückende organische Bodenverbesserungsmittel und antagonistische Mikroorganismen im Rahmen der biologischen Schädlingsbekämpfung hilfreich sein.
Milben und andere Kleinschädlinge
Milben, wie beispielsweise Spinnmilben, sind eine weitere weit verbreitete Gruppe von Schädlingen, insbesondere unter heißen und trockenen Bedingungen.
Sie sind mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen, verursachen jedoch eine charakteristische gelbe Punktierung auf den Blättern und einen allmählichen Verfall der Pflanze. Die Bekämpfungsmaßnahmen sind in erster Linie vorbeugender Natur: Erhöhung der Luftfeuchtigkeit, angemessene Bewässerung und Verringerung des Trockenstresses.
Prävention und nachhaltige Bewirtschaftung
Die Schädlingsbekämpfung im Garten basiert in erster Linie auf Vorbeugung, um die Wahrscheinlichkeit eines Befalls zu verringern, bevor ein Eingreifen notwendig wird. Ein ausgewogenes Ökosystem mit gesunden Pflanzen, angemessener Bewässerung und geeigneten Wachstumsbedingungen bildet bereits die erste natürliche Verteidigungslinie.
Wenn ein Eingriff erforderlich wird, können biologische, mechanische und natürliche Strategien zum Einsatz kommen. Die erste Kategorie stützt sich auf Nützlinge, die Schädlinge bekämpfen und gleichzeitig das Gleichgewicht des Ökosystems aufrechterhalten. Die zweite Kategorie umfasst physikalische Maßnahmen wie das manuelle Entfernen, selektiven Rückschnitt und Schutzbarrieren.
Der dritte Ansatz umfasst Substanzen natürlichen Ursprungs oder umweltschonende Behandlungsverfahren, die ohne nennenswerte Beeinträchtigung der Umwelt wirken.
Das Ziel besteht nicht darin, Schädlinge vollständig zu beseitigen, sondern ein stabiles Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, bei dem ihre Populationen unterhalb der Schwelle bleiben, ab der sie erhebliche Schäden an Zier- und Kulturpflanzen verursachen.
Durchdachte und sachkundige Pflanzenpflege
Während der Hauptwachstumszeit verwandelt sich ein Garten in ein dynamisches Ökosystem, in dem die Entwicklung der Pflanzen und die Aktivität von Schädlingen in ständiger Wechselwirkung stehen.
Zu wissen, wie man die Signale der Pflanzen richtig deutet, ist entscheidend, um rechtzeitig und gezielt reagieren zu können. Ein durchdachter Ansatz, der auf Prävention und schonenden Methoden basiert, sorgt dafür, dass Gärten und Gemüsegärten gesund und ertragreich bleiben und im Einklang mit ihrer Umgebung stehen.